Baustelle

Warsteiner Salzbörnchen-Anwohner genervt von Baustellen-Abkürzung

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Die Schilder sind eindeutig und nicht zu übersehen. Und doch wird der Feldweg zwischen der Nuttlarer Straße und der Straße „Am Salzbörnchen“ derzeit vermehrt von Autofahrern als Abkürzung genutzt.
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Aufgrund der Baustellen in Warstein und Suttrop nutzen viele Autofahrer den „Am Salzbörnchen“-Feldweg als Abkürzung. Das ist aber verboten. Was das kostet und was die Polizei dazu sagt.

Warstein/Suttrop – Roter Kreis auf weißem Grund: Durchfahrt verboten. Spätestens in der Fahrschule taucht dieses Straßenschild zum ersten Mal auf und lässt auch keinen Spielraum. Hier darf kein Verkehrsteilnehmer durch. Genau dieses Schild steht auch am Warsteiner Ortsausgang der Straße Am Salzbörnchen sowie im Kreuzungsbereich Nuttlarer Straße/Am Salzbörnchen in Suttrop – dazwischen liegen einige hundert Meter asphaltierter Feldweg. Ausnahmen zur Durchfahrt gelten dort lediglich für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr sowie für Radfahrer.

Doch seitdem die Suttroper Kreisstraße Baustelle ist und auch die nördliche Hauptstraße halbseitig gesperrt ist, wird genau dieser Feldweg, auf dem eine Durchfahrt verboten ist, regelmäßig als Abkürzung von Autofahrern genutzt. Das sei aber schon lange ein Problem, schildern die Anwohner Alexa Krause und Christoph Meerpohl: „Daran haben wir Anwohnerinnen und Anwohner uns notgedrungen ja fast schon gewöhnt.“ Der viele Verkehr falle ihnen fast nur noch auf, wenn sich ortsfremder Besuch darüber wundere, erklären sie. Es sei durch die aktuelle Baustellen-Situation aber noch einmal extremer geworden: „Man hat wirklich das Gefühl, dass es keine durchfahrtsbeschränkte, sondern eine ganz normale Straße geworden ist.“ Denn die Baustelle auf der Hauptstraße laufe gut, das Mehr an Fahrtzeit betrage maximal drei Minuten, hatte zuletzt auch Thimo Roderfeld als stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes erklärt: „Umso unverständlicher ist es für uns Anwohnerinnen und Anwohner des Salzbörnchens, warum sich seit der Einrichtung der Baustelle der Verkehr auf dem Weg mit dem Durchfahrtsverbot in Richtung Suttrop noch mehr gesteigert hat.“

Bußgeld in Höhe von 50 Euro

An manchen Tagen sei mit 30 Autos und mehr pro Stunde kein Unterschied mehr zu einer nicht durchfahrtsbeschränkten Straße zu erkennen, sagt Krause: „Eine Anwohnerin zählte zu den Stoßzeiten sogar bis zu 20 Autos in zehn Minuten.“ Und die bauliche Schikane zum Zweck der Geschwindigkeitsreduktion stelle für einige Autofahrer „eher eine Einladung zu einer sportliche Herausforderung dar, anstatt wenigstens die Geschwindigkeit zu reduzieren, wenn die Straße schon verbotswidrig befahren werde“, so Krause weiter: „Bei den seltenen Gelegenheiten, mit den Verkehrssündern ins Gespräch zu kommen, dürfen wir uns eher Beschimpfungen anhören anstatt auf Einsicht des eigenen Fehlverhaltens zu hoffen.“

Die Schilder sind eindeutig und nicht zu übersehen. Und doch wird der Feldweg zwischen der Nuttlarer Straße und der Straße „Am Salzbörnchen“ derzeit vermehrt von Autofahrern als Abkürzung genutzt.

Lob hingegen spricht sie in diesem Punkt der Warsteiner Polizei aus, „die direkt am Tag der Einrichtung der Baustelle mit den verstärkten Kontrollen des Durchfahrtverbotes begonnen hat und diese auch weiterhin aufrecht erhält – auch zum Schutz der hier wohnenden Kinder. Die abrupten Bremsmanöver beim Erblicken des Polizeiautos und das anschließende Zurücksetzen mit der verzweifelten Suche nach einer Wendemöglichkeit in der engen Straße lösen bei uns Anwohnerinnen und Anwohnern ehrlicherweise einige Schadenfreude aus – zeigt es doch, wie wohlwissend das Durchfahrtverbot ohne die stattfindenden Kontrollen geflissentlich ignoriert wird.“

Und mit dem Frust sind Krause und Meerpohl nicht alleine. „Die Straßen werden gerade jetzt in den Sommermonaten viel und häufig auch von Fußgängern, Kindergruppen und Radfahrern genutzt“, schreibt ein Leser: „Der zusätzliche Verkehr stellt für diese eine nicht unerhebliche Gefahr dar.“ Er hofft auf verstärkte Polizeikontrollen. Die hat es gegeben und wird es auch weiterhin geben, erklärt Diana Kettelhake, Pressesprecherin der Kreispolizei Behörde in Soest: „Es ist so, dass dieser Weg seit Einrichtung der Baustelle vermehrt genutzt wird.“ Damit werden aber auch vermehrte Kontrollen der Polizei einhergehen – „im Rahmen der Möglichkeiten“. Und günstig ist diese illegale Abkürzung auch nicht, erklärt Kettelhake. Wer auf dem Weg von der Polizei erwischt wird, muss ein Bußgeld von 50 Euro zahlen.

Auch die Rangekreuzung in Warstien wird in diesem Jahr noch zu einer Baustelle. Alle Informationen dazu gibt es hier.

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