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Allerheiligen ist in NRW ein Feiertag – und ein stiller noch dazu. Was am 1. November in NRW erlaubt ist und was verboten.
Hamm - Feiertag-Doppelschlag in Deutschland zum Monatswechsel von Oktober auf November: Am 31. Oktober feiern die Menschen in vielen Bundesländern den Reformationstag, die Einwohner anderer Bundesländer haben dagegen am 1. November wegen Allerheiligen frei. Dieser Feiertag gehört zu den sogenannten stillen Feiertagen. Was bedeutet das für die Menschen?
Allerheiligen ist ein stiller Feiertag in NRW – was bedeutet das?
Für Sonntage und Feiertage gibt es allgemeine Regelungen, die an stillen Feiertagen deutlich schärfer ausfallen. Stille Feiertage oder auch stille Tage sind in Deutschland Tage, an denen die Feiertagsgesetze der Länder besondere Einschränkungen vorschreiben, zum Beispiel bestimmte Verbote. So ist es auch in Nordrhein-Westfalen.
An Allerheiligen sind in der Zeit von 5 Uhr morgens bis 18 Uhr am Abend laut „Gesetz über die Sonn- und Feiertage“ in NRW verboten:
- Märkte, gewerbliche Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen
- sportliche und ähnliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen und -leistungsschauen sowie Zirkusveranstaltungen, Volksfeste und der Betrieb von Freizeitanlagen, soweit dort tänzerische oder artistische Darbietungen angeboten werden
- der Betrieb von Spielhallen und ähnlichen Unternehmen sowie die gewerbliche Annahme von Wetten
- musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb
- alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen einschließlich Tanz
In Kurzform: keine Märkte, keine Volksfeste, keine Sportveranstaltungen, kein Zirkus, kein Tanz – zumindest bis 18 Uhr nicht. Am Abend des 1. November darf es laut NRW-Gesetz dann wieder rundgehen. Neben Nordrhein-Westfalen gibt es den Feiertag nur noch in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Auch hier ist er „still“.
Warum gehört Allerheiligen zu den stillen Feiertagen?
Allerheiligen ist ein Feiertag zum Gedenken an die Heiligen der Kirche. In seiner Entstehung ist der Feiertag die Lösung für ein Problem. Im Mittelalter hatten sich zu viele Heilige angesammelt, um ihrer separat zu gedenken. Allerheiligen ist also eine Art Sammel-Gedenktag.
Allerheiligen ist zudem an Allerseelen gebunden. Mit Allerseelen wird am 2. November in der katholischen Kirche der Toten gedacht. An diesem Tag gehen Angehörige traditionell zum Friedhof und schmücken die Gräber mit Gestecken und Grableuchten. Die Verbindung mit Trauer sorgt in NRW für das Verbot von Sport- und Musik-Veranstaltungen.
Am 1. November 2024 ist nicht nur Allerheiligen. Es beginnt auch ein neuer Monat, der deutschen Staatsbürgern eine wichtige Gesetzesänderung bringt.
Rubriklistenbild: © Michael Bihlmayer/Imago

