VonSimon Stockschließen
Wer einen neuen Reisepass oder Personalausweis haben muss, kann ab November 2024 einen speziellen Service in Anspruch nehmen. Der hat jedoch nicht nur Vorteile.
Hamm – Der Gang zum Amt rangiert auf der Liste beliebter Tätigkeiten sehr weit unten – irgendwo zwischen Kloputzen und Im-Stau-Stehen. Für alle, die das Warten in Behörden nicht leiden können, gibt es gute Nachrichten. Eine wichtige Änderung führt dazu, dass man sich in bestimmten Fällen den Weg zum Rathaus sparen kann.
Änderung beim Personalausweis ab November 2024: Neuer Service hat einen Haken
In Deutschland hat jeder Staatsbürger einen bunten Strauß an Dokumenten. Die wichtigsten sind Personalausweis und der Reisepass. Das Dumme: Alle paar Jahre laufen sie ab und müssen erneuert werden – und das geht nur beim Amt. Änderungen in Passgesetz und Passverordnung sorgen aber dafür, dass man sich künftig zumindest einen Weg sparen kann: den zur Abholung.
Die am 1. November 2024 in Kraft tretende Gesetzesänderung erlaubt es der Bundesdruckerei, hoheitliche Dokumente wie etwa Personalausweis und Reisepass per Post an Bürgerinnen und Bürger zu versenden. Der neue Service soll laut Bundesinnenministerium flächendeckend im Mai 2025 verfügbar sein. Bereits seit dem 1. Mai 2024 gilt eine weitere Änderung beim Personalausweis, die Hunderttausende Deutsche betrifft.
Die Vorteile des neuen Services liegen auf der Hand: Niemand muss nach dem Antrag ein zweites Mal zur Behörde und spart so Zeit, Terminstress und möglicherweise Ärger mit dem Arbeitgeber. Aber: Kosten spart der neue Service nicht. Wer sich seinen Personalausweis oder Reisepass schicken lassen möchte, muss mit Versandkosten in Höhe von 15 Euro rechnen.
Personalausweis per Post schicken lassen kosten Gebühr von 15 Euro
Zur Verdeutlichung: Bürger ab einschließlich 24 Jahre müssen für einen neuen Personalausweis eine Gebühr 37 Euro bezahlen. Wer sich das Dokument direkt von der Bundesdruckerei schicken lassen möchte, muss plus Versand insgesamt 52 Euro berappen – das entspricht einem Mehr von rund 40 Prozent. Für Antragsteller unter 24 Jahre wird eine Zustellung prozentual noch teurer, nämlich um 65 Prozent: von 22,80 auf 37,80 Euro.
Der Grund für die Zusatzgebühr: Die mit der Leistung verbundenen Ausgaben von geschätzt 36 Millionen Euro pro Jahr müssten gedeckt werden. Bürgerinnen und Bürgern, denen die 15 Euro für die wichtige Post von der Bundesdruckerei zu viel sind, können die Kosten umgehen. Sie müssen ihren Personalausweis oder Reisepass dann allerdings – wie bisher – direkt bei der Behörde abholen.
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