- VonFrank Osiewaczschließen
16 Wochen kein Durchkommen: Der Umbau mit Vollsperrung der Fährstraße soll Anfang Juli 2024 beginnen. Das sorgt in Hamm jetzt schon für Unmut.
Hamm – Von den vielen Baustellen an zentralen Verkehrsadern, die in diesem Jahr in Hamm beginnen, ist die Fährstraße eine besonders sensible. Als Verbindungsachse über Kanal und Lippe wird sie voraussichtlich von Anfang Juli bis Ende Oktober für 80 Arbeitstage für den Autoverkehr voll gesperrt. Das teilt die Stadt jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung mit. (In einer früheren Version dieses Artikels war unter anderem eine Sperrung von 20 Wochen genannt worden.)
Ursprünglich war einmal von Juni bis August als voraussichtlicher Bauzeitraum die Rede. Für Autofahrer von Nord nach Süd und umgekehrt bedeutet die Sperrung weite Umfahrungen über die Münsterstraße beziehungsweise den Haarener Weg. Betroffen sind davon unter anderem das Personal großer Arbeitgeber wie der St. Barbara-Klinik, aber auch andere regelmäßige Querungsverkehre.
Der Straßenumbau erfolgt im Zusammenhang mit der Erweiterung der Klinik für Manuelle Therapie (KMT) und gleichzeitig zur Verbesserung der verkehrlichen Situation. Dies betrifft in erster Linie das Parken auf der östlichen Seite der Fährstraße und die Situation für den Fußgänger- und Radverkehr.
Sperrung der Fährstraße: die Baustellen-Gründe
Wegen der unübersichtlichen Situation auf der Ostseite – vor allem beim Ausparken – soll das ungeordnete Parken dort auf den bisher rund 20 Plätzen entfallen. Stattdessen wird es neue Parkplätze, die frei nutzbar sind, auf dem Gelände des ehemaligen Reitvereins geben. Die Fußgängerwege auf der Ostseite sollen besser befestigt werden. Zudem sind eine Fußgängerampel in Höhe der Klinik sowie zwei Linksabbiegerspuren zur Erreichbarkeit der Parkplätze der Klinik sowie auf der Westseite vorgesehen.
Weil in diesem Zuge nördlich des Kanals in zwei Teilabschnitten noch die Asphaltdecke erneuert werde, verlängere sich die Bauzeit, hieß es jetzt von der Stadt.
Wie Tiefbauamtsleiter Peter Gawin und Stadtbaurat Andreas Mentz seinerzeit in einem Baustellenüberblick erläuterten, sei eine Vollsperrung wegen des schmalen Baufeldes unumgänglich, auch aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen. Ausnahme: für Rettungsdienst und Krankentransporte bleibt eine Gasse frei. Alternative Lösungen zur Vollsperrung seien geprüft worden, seien aber nicht umsetzbar.
Sperrung Fährstraße nach Sperrung Adenauerallee
Der Umbau der Fährstraße erfolge bewusst nach Fertigstellung der Adenauerallee, hatten Mentz und Gawin damals betont. Bürger sollten im Nord-Süd-Verkehr nicht gleichzeitig an zwei Stellen belastet werden. Nach Auskunft der Stadt soll die Adenauerallee voraussichtlich Anfang Mai komplett in beiden Richtungen für den Verkehr frei gegeben werden (zuletzt war April genannt worden) Momentan werde noch an der südlichen Fahrbahn gearbeitet. Im nördlichen Bereich fehlten noch Ampeln und Geländer. Rad- und Gehwege im nordöstlichen Bereich seien fertig – mit Ausnahme auf Höhe des Wasser- und Schifffahrtsamtes.
Fährstraßen-Pendler werden nun zwei Jahre zurückdenken: Im April 2022 war die Straße drei Wochen lang wegen des Einbaus einer Querungshilfe voll gesperrt. Nun sind es 16 Wochen. Das sorgt schon jetzt für Unmut bei Autofahrern, die die Strecke über Kanal und Lippe mitunter täglich als Arbeitsweg nutzen.
Fährstraße wird gesperrt: Pendlerin sauer
„Hat das damals nicht gereicht?“, fragt eine Leserin unserer Zeitung. „Mit einer Baustellenampel hätte ich wenigstens eine Wahl.“ Selbst wenn auch diese Warten mit sich bringe. Mit der Vollsperrung und weiteren Baustellen (Goethestraße, Westentor) befürchtet sie ein Verkehrschaos in der Stadt.
Seit Jahren pendle sie täglich aus dem Hammer Süden zu zwei Arbeitgebern, einer nördlich, einer südlich von Lippe und Kanal. Umfahrungen bedeuteten für sie erheblichen organisatorischen und zeitlichen Aufwand, sagt die Frau. Und mehr Sprit und Extra-Kilometer auf dem Tacho. Auf über 800 Kilometer mehr an Strecke komme sie während der 16 Wochen, hat die Hammerin ausgerechnet.
