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Hamm soll ein wenig holländischer werden. Jedenfalls in Sachen Fahrradverkehr. Dafür soll ein Fahrradparkhaus am Marktplatz sorgen.
Hamm – Wer in der Innenstadt wohnt und arbeitet, soll künftig bessere Abstellmöglichkeiten fürs Fahrrad bekommen. Die Hammer gemeinnützige Baugesellschaft (HGB) errichtet in einer Baulücke an der Stadthausstraße ein Wohnhaus mit Fahrradparkhaus. Am Donnerstag wurde das Projekt vorgestellt.
Die Ampel-Koalition im Rathaus verspricht sich von dem Bau einen deutlichen Schub für den Radverkehr in Hamm. Das geplante Angebot richte sich in erster Linie an Dauerkunden, die in der Innenstadt arbeiten und wohnen, heißt es in einer Beschlussvorlage der Verwaltung. Auch eine tageweise Nutzung werde möglich sein, aus Sicherheitsgründen allerdings nur nach vorheriger Registrierung.
Platz für 310 Fahrräder und 32 Ladepunkte
Geplant sind aktuell 310 Fahrradständer, 32 Lademöglichkeiten für E-Bikes, Stellflächen für Lastenräder und eine Self-Service-Station. Das Buchungs- und Betriebssystem der Radstation am Hauptbahnhof soll auf die Anlage am Marktplatz ausgedehnt werden. Den Betrieb dort sollen die Stadtwerke organisieren. Die könnten die Aufgaben laut Verwaltung wiederum an das Perthes-Werk übertragen, das auch am Bahnhof zuständig ist.
Über der Fahrradanlage im Erdgeschoss sollen drei Geschosse mit 17 Klein-Appartements entstehen, in die vorzugsweise Auszubildende und Studierende einziehen sollen. Die HGB hat für den Entwurf das Dortmunder Architekturbüro Winkler und Partner (WP Architekten) engagiert.
Das Haus darum baut die HGB
Den Hausbau übernimmt die HGB als Bauherr. Beim Fahrradparkhaus kommt allerdings auch die Stadt ins Spiel, schließlich kann sie als einzige Förderanträge für das Fahrrad-Geschoss stellen. Die Planungs- und Ausbaukosten von rund 300.000 Euro fallen demnach dem Land zu. Und von den rund 520.000 Euro Baukosten für den Erdgeschoss-Rohbau würde das Land immerhin 95 Prozent tragen.
Justus Moor (SPD) sprach von einem Meilenstein für die Stadtentwicklung, für Reinhard Merschhaus (Grüne) verbinden sich hier Verkehrswende und Wohnungsbau. Von einem großen Wurf sprach Ingo Müller (FDP), die Ampel-Koalition habe hier gute Arbeit geleistet.
Für Christina Böttcher (Grüne) handelt es sich um ein Pilotprojekt, das in den Stadtbezirken seine Wiederholung finden soll; auch Bezirksbürgermeisterin Stefanie Baranski (SPD) sah einen Modellcharakter in dem Vorhaben. Und Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) brachte es mit Blick aufs fahrradfreundlichen Nachbarland auf die Formel, hier entstehe ein Stück Holland für Hamm.
Rubriklistenbild: © Christian Schultz/dpa/Archiv
