- VonJörg Beuningschließen
Als direkte Verbindungsstrecke zwischen Werler Straße und Gobel-von-Drechen-Straße ist die Opsener Straße in Hamm zu einer beliebten Ausweichstrecke geworden. Doch Anwohner beobachten eine Häufung von Unfällen.
Hamm – Geht der Verkehr auf der Bundesstraße 63 (B63/Werler Straße) in Hamm mal wieder nur im Schneckentempo voran, so biegen nicht wenige frustrierte Kraftfahrzeugführer in die Opsener Straße ab, in der Hoffnung, schneller ans Ziel zu kommen. Aus dem Bönener Industriegebiet fahren sogar viele Verkehrsteilnehmer in direktem Wege über die Opsener Straße. Sie wollen die Knotenpunkte rund um die A2-Anschlussstellen umfahren – und das nicht erst seit der Baustelle auf der B 63.
Wie so häufig bei Nebenstrecken, so ist auch die Opsener Straße für einen solchen Verkehr nicht ausgelegt. Die Fahrbahn ist nicht breit genug, die Bankette nicht ausreichend befestigt und die Asphaltdecke mittlerweile an vielen Stellen brüchig. Und das bekommen offenbar insbesondere die Fahrer von Kleintransportern vermehrt zu spüren. Denn Beobachtungen der Anwohner zufolge landen diese der Reihe nach im Straßengraben. Während der Vollsperrung der Werler Straße waren es alleine an einem Wochenende drei Sprinter, berichtet eine Opsenerin.
Bankette bieten keinen Halt
Warum das so häufig passiert, sei leicht zu erklären, meinte sie. Die schmale Fahrbahn lasse einen Begegnungsverkehr zweier Kleintransporter nahezu nicht zu. Und beim Ausweichen auf den Straßenrand passiere es dann ganz schnell. Die provisorisch geschotterten Bankette bieten keinen Halt für die Fahrzeuge, und die tiefen Gräben seien für die Fahrer weder zu sehen noch zu erahnen, da das hohe Gras sie komplett verdecke.
Wie so häufig bei solchen Alleinunfällen: Sie werden gar nicht bei der Polizei gemeldet. Entsprechend ist dort nichts bekannt. „Nicht einmal ein einziger Unfall mit einem Kleintransporter ist uns gemeldet worden“, sagt Hannah Reineke von der Polizei. In diesem Jahr habe es lediglich zwei Einsätze dort gegeben: einen Unfall mit einem Pkw und eine Unfallflucht, so Reineke weiter. Dabei gilt aber der Kreuzungsbereich Opsener Straße/Gobel-von-Drechen-Straße seit vergangenem Jahr als Unfallbrennpunkt. So nennen die Behörden Bereiche, in denen es in einem Jahr mindestens dreimal gekracht hat.
Stadt: Kein Grund zum Handeln
Bei der Stadt Hamm sind immerhin zwei Fälle bekannt geworden, bei denen Fahrzeuge in den Graben gerutscht sind. Besonderen Handlungsbedarf sieht die Verwaltung aber deswegen nicht. Stadtsprecher Tom Herberg: „Klar ist: Bei so schmalen Straßen müssen die Fahrzeuge im Begegnungsfall achtsam sein und die Geschwindigkeit weiter reduzieren. Das Bankett ist nicht dafür ausgelegt, dort mit 50 Kilometer pro Stunde oder mehr herzufahren.“
Auf einem Teilstück im Bereich der kleinen Siedlung gilt bereits ein Tempolimit von 30, in unregelmäßigen Abständen werden die Fahrzeuge hier auch kontrolliert und gegebenenfalls zur Kasse gebeten. Für die Anwohner bleibt es gefühlt eine Rennstrecke und lediglich die Hoffnung, dass die Baustelle auf der B63 bald beendet sein wird und anschließend der Verkehr dort besser rollt, damit die Ausweichstrecken endlich entlastet werden.
Im Straßensanierungsprogramm
Die Stadt Hamm hat zumindest die Fahrbahn der Opsener Straße als „sanierungsbedürftig“ im Blick. Der Bereich zwischen der Werler Straße und dem Kuhlbachweg ist in das Straßensanierungsprogramm aufgenommen worden. Rund 525.00 Euro werden hierfür veranschlagt. Allerdings ist eine Sanierung noch nicht terminiert und könnte sich auch noch ein paar Jahre hinziehen. Die jüngst durch den starken Ausweichverkehr neu aufgetretenen Straßenschäden werden wie üblich im Zuge der Straßenunterhaltung durch den Bauhof begutachtet und im Bedarfsfall ausgebessert, heißt es aus dem Rathaus.