300 geladene Gäste feierten am Freitagabend den offiziellen Teil des Stadtjubiläums in der Stadthalle. Ehrengast war NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Soest – Wer eine Geburtstagsparty plant, gerät schnell in die Verlegenheit, die richtigen Gäste auswählen zu müssen. Soest hat dieses Problem elegant gelöst. Gefeiert wird einfach ein ganzes Jahr lang, mit so unterschiedlichen Veranstaltungen, dass sich mindestens der Großteil der Stadtbewohner abgeholt fühlt.
Natürlich muss es aber auch einen ganz offiziellen Festakt geben, einen, wo zusammenkommt, was Rang und Namen und sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht hat. Dem Rathaus und insbesondere dem Bürgermeister fiel also die Aufgabe zu, einen illustren Kreis von Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft in der Stadthalle zu versammeln, 300 an der Zahl. Sie vertreten Politik, Verwaltung, Kirchen, Institutionen, Gruppen und Vereine.
1400 Jahre Stadt Soest: Offizieller Festakt mit Hendrik Wüst in der Stadthalle
Der Ehrengast kam verspätet und blieb kurz; es sei erwähnt, dass der Ministerpräsident des Landes NRW einen guten Grund gehabt haben soll, nach nur einer Stunde wieder aufzubrechen. Zuvor hatte er seine Bewunderung für die Stadt Soest und ihre lange Geschichte zum Ausdruck gebracht. Wer Soest nicht kenne, der wähne es womöglich gar nicht im Bundesland Nordrhein-Westfalen, sagte Hendrik Wüst. Tatsächlich ist der Kontrast der gut erhaltenen historischen Kulisse zu den Nachbarn im Ruhrgebiet erheblich. „Soest ist ein echter Schatz“, sagte Wüst, und „wer Erfolg haben will, muss eigentlich nur nach Soest schauen“.
Natürlich hörten die versammelten Bürger der heimlichen Hauptstadt Westfalens die Sätze des Landesvaters – zumal er ein Münsterländer ist – nur zu gern. Wie Honig allerdings ließ Dirk Schümer seine Worte fließen. Der Journalist und Autor ist schließlich selber ein Sohn der Stadt, er wuchs auf in der elterlichen Gaststätte zwischen Vreithof und Großem Teich. Und er ist nicht weniger als ein „Weltbürger“ wie Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer ihn ankündigte. Einer, der sich nicht nur mit Sprache, sondern auch mit Geschichte auskennt. Die des Mittelalters, das so bedeutend ist für seine Heimat, hat er sogar studiert.
So ließ sich das Publikum nur zu gern erzählen, was Schümer seinen italienischen Freunden – er lebte 20 Jahre lang in Venedig – eingebleut hat: „Centro del mondo“, Mittelpunkt der Welt, ist Soest, ein Ort, so schön wie Venedig, nur ohne das Wasser. Schümer paarte seine geschichtliche Expertise mit Anekdoten, die den Soestern gefallen mussten, unterstreichen sie doch, was Schümer sagen darf, weil er hier geboren ist: Dass die Soester etwas Besonderes sind, „das Salz in der westfälischen Suppe“. Mustereuropäer, ganz unironisch, denn sie „haben eine tragende Rolle bei der Entwicklung der Hanse gespielt. Fragen Sie mal in Lübeck.“ Augenzwinkernd ließ er noch wissen: „Berlin haben wir auch noch gegründet“, war es doch ein Herr „von Soest“, der dereinst im damals schon „wilden Osten“ die ersten Siedlungsdokumente zeichnete. Heute, sagt Dirk Schümer, ist Soest eine „kleine große Stadt“. Er erntet langen, lauten Applaus.
So wie ein kleines Filmchen, das am Freitagabend zu gegebenen Anlass seine Premiere feierte und ab sofort sicher bei vielen Gelegenheiten zu sehen sein wird – und dauerhaft auf den Seiten der Wirtschaft und Marketing GmbH, unter so-ist-soest.de.
Der Sprecher des Imagefilms, Sebastian Moritz, durfte das Ergebnis der gelungenen Produktion mit Bildern des Drohnenpiloten Andreas G.-Mantler und des Soester Fotografen Gero Sliwa übrigens selbst vorstellen: Zusammen mit VHS-Leiterin Anja Plesser führte er durch den Abend.
300 geladene Gäste feierten den offiziellen Festakt zum 1400. Geburtstag. Der Ehrengast, Ministerpräsident Hendrik Wüst (Mitte), ist hier eingerahmt von Bördekönigin Ariane Kaiser, Moderator Sebastian Moritz, der stellvertretenden Bürgermeisterin Jutta Maybaum, VHS-Leiterin und Moderatorin Anja Plesser, Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer, der stellvertretenden Bürgermeisterin Christiane Mackensen, Jägerken Moritz Eckhoff und Festredner Dirk Schümer. peter dahm