Sturmböen

Orkantief in NRW: Warnung aufgehoben, Schadenshöhe noch unklar

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    Marvin K. Hoffmann
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Die Ausläufer von Orkantief „Emir“ haben am Donnerstag in NRW zu Schäden und starken Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. Die Warnung wurde nun aufgehoben.

Update vom 3. November, 7 Uhr: Der DWD hob am Morgen die Sturmwarnung auf. Möglich sind „stellenweise Windböen im Nordwesten, Westen und in der Mitte“ Deutschlands. Vor Sturmböen wird nur noch an der Nordsee gewarnt. Dazu soll es am Freitag in NRW wechselnd bewölkt sein, nur selten regnet es etwas. Schätzungen, wie hoch der durch das Orkantief entstandene Schaden ist, liegen weiterhin nicht vor.

Orkantief in NRW: Einschränkungen im Bahnverkehr, Warnung bis in die Nacht

Update vom 2. November, 21 Uhr: Die Ausläufer von Orkantief „Emir“ verlieren an Kraft. Der Deutsche Wetterdienst hat die Warnstufe für viele Regionen von NRW am Abend heruntergesetzt. Vor Sturmböen wird nur noch im nördlichen Münsterland und in der Eifel gewarnt. Diese Warnung gilt vorerst bis 0 Uhr. Die Aufräumarbeiten sind dagegen noch nicht überall beendet. Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume: Vielerorts waren die Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Auf vielen Bahnstrecken in NRW war der Zugverkehr nicht oder nur eingeschränkt möglich. Auch am Abend kommt es immer noch zu Verspätungen und Ausfällen, wie das Infoportal der Deutschen Bahn zeigt. Schätzungen, wie hoch der durch das Orkantief entstandene Schaden ist, liegen noch nicht vor.

[Ursprungsmeldung vom 2. November] Hamm - Nachdem das Wetter an Halloween und Allerheiligen bereits nass und teils stürmisch war, geht es in Deutschland ungemütlich weiter. Orkantief „Emir“ zieht über Westeuropa. Im Nordwesten von Frankreich und der englischen Südküste sorgten Sturmböen für schwere Überflutungen. Ausläufer des Tiefs erreichten am Donnerstag, 2. November, auch Nordrhein-Westfalen.

Orkantief „Emir“: Warnung vor Sturm in NRW – viele Bäume auf Bahngleisen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor starken bis stürmischen Böen. „Der Ausläufer eines von Südengland zur Nordsee ziehenden Orkantiefs greift heute früh auf den Westen über, überquert Deutschland im Tagesverlauf ostwärts und führt nur wenig frischere Luft heran“, erklärte der DWD am frühen Donnerstagmorgen.

Orkantief „Emir“ hat in Leverkusen ein Festzelt durch die Luft gewirbelt.

Für NRW und Rheinland-Pfalz gilt laut DWD die Warnstufe 2 – Warnung vor „markantem Wetter“. Im Harz seien auf dem Brocken sogar Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h möglich. Im Flachland rechnet der Wetterdienst mit Wind- und Sturmböen um die 70 km/h.

Stürmische Böen und Starkregen in NRW – Verkehrsbehinderungen, Zugausfälle und Verspätungen

Am Donnerstagmorgen gab es bereits eine Vielzahl von Feuerwehreinsätzen in nahezu allen Landkreisen in NRW. Bäume liegen auf den Straßen und behindern den Verkehr. Auch der Bahnverkehr ist betroffen und läuft teils beeinträchtigt. Umgestürzte Bäume sorgten am Morgen auf mehreren Strecken für Verspätungen und Ausfälle.

Betroffen sind die Regionen Euskirchen, Remscheid, Mönchengladbach/Viersen, Dorsten, Dortmund und Soest/Werl. Welche Regionalbahnen betroffen sind, können Sie dem Infoportal der Deutschen Bahn entnehmen. Der Sturm sorgt für teils massive Auswirkungen im Bahnverkehr. „Derzeit gibt es in fast ganz NRW erhebliche Beeinträchtigungen. Viele Linien sind davon betroffen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn gegenüber 24RHEIN

Zwischen Werl und Unna liegt sowohl ein Baum als auch ein Mast auf den Gleisen.

Die Einsatzkräfte im Märkischen Kreis hatten am Donnerstagmorgen bereits mehrere Einsätze und warnen vor umherfliegenden Gegenständen. „Seien Sie also heute früh besonders vorsichtig unterwegs“, schreibt die Polizei im Kurznachrichtendienst X, ehemals Twitter. Auch die Feuerwehr in Warstein musste bereits zu vielen Einsätzen ausrücken und Straßen sperren.

Im Kreis Soest kam es nach Angaben der Leitstelle zu 20 Einsätzen im gesamten Kreisgebiet, hauptsächlich waren Bäume umgekippt und Gerüstteile herabgestürzt. Glücklicherweise wurde aber niemand verletzt.

Viele Sturm-Einsätze auch für die Feuerwehr Herdecke

Die Feuerwehr Herdecke hatte außerdem ebenfalls mit mehreren Einsätzen einiges zu tun. „Los ging es um 7.35 Uhr mit einem umgestürzten Baum auf der Wittener Landstraße. Ein Baum auf der Gederner Straße wurde um 8.04 Uhr bereits vom Eigentümer selbständig beseitigt. Ein weiterer Baum musste um 8.08 Uhr auf der Hauptstraße von der Feuerwehr entfernt werden. Das Dach einer Gärtnerei am Kirchender Dorfweg drohte um 8:33 Uhr aufgrund des starken Windes abzuheben“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Dach sei mit Sandsäcken beschwert und gesichert.

Zudem sei „ein Gefahrenbaum“ um 8.48 Uhr vom Asternweg (Wanderparkplatz) gemeldet worden. „Hier hing in 10 Metern Höhe ein loser und massiver Ast in der Baumkrone. Dieser wurde über die Drehleiter gesichert. Ein weiterer Baum auf der Ender Talstraße wurde um 9 Uhr von der Feuerwehr per Muskelkraft von der Straße gezogen. Auch auf dem Gelände der Feuerwache wütete der Sturm: Eine Tanne war auf einen Lagercontainer der Feuerwehr gefallen. Auch dieser Baum wurde entfernt“, erklärt die Feuerwehr Herdecke.

Zoo Dortmund schließt, um Tiere vor Sturm zu schützen

Wegen der starken Stumböen musste der Dortmunder Zoo am Donnerstag geschlossen bleiben. „Achtung: Aufgrund der amtlichen Warnung vor Sturmböen bleibt der Zoo heute geschlossen“, lautet die Meldung, die der Zoo Dortmund auf Facebook veröffentlicht hat. Die Tierpfleger waren stattdessen damit beschäftigt, die Tiere in Sicherheit zu bringen.

Feuerwehr Brilon entfernt umgestürzte Bäume – ein Fehlalarm

„Die Feuerwehr Brilon wurde durch das Sturmtief Emir bisher zu zwei Einsätzen alarmiert“, heißt es in einer Erklärung von Donnerstagmittag. Den ersten Alarm habe es bereits um 7.53 Uhr gegeben. Er hatte nichts mit dem Sturm in NRW zu tun: Die automatische Brandmeldeanlage im Krankenhaus Brilon hatte ausgelöst. Vor Ort stellte sich der Alarm als Fehlalarm heraus. Der Löschzug Brilon konnte schnell wieder einrücken.

Um 8.51 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem umgestürzten Baum zur Gudenhagener Allee alarmiert. „Dort war die einzige Zufahrt zu einem Seniorenwohnheim und einem Wachkomazentrum blockiert. Die alte und sehr massive Linde mit einem Durchmesser von rund 80 cm wurde mithilfe der Motorsäge zerteilt und mit einer Fahrzeugseilwinde von der Straße gezogen. Die Zufahrt war nach rund 45 Minuten wieder frei“, erklärt die Feuerwehr Brilon, die noch einen weiteren Sturm-Einsatz hatte.

Die Feuerwehr Brilon hat einen umgestürzten Baum im Bremecketal entfernt.

„Noch während die Einsatzfahrzeuge wieder hergerichtet wurden, gab es gegen 10 Uhr den nächsten Alarm. Auf der Landstraße L 913 in Höhe Bremecketal war ein Baum auf die Straße gestürzt. Er konnte ebenfalls schnell beseitigt werden. Die L 913 war für die Dauer der Aufräumarbeiten eine Stunde voll gesperrt“, heißt es.

Rubriklistenbild: © Feuerwehr Leverkusen

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