VonMarvin K. Hoffmannschließen- Frank Lahmeschließen
Eine 82-jährige Frau erlebte in Hamm ein unfassbares Verbrechen in den eigenen vier Wänden. Ein Mann entpuppte sich als brutaler Räuber. Er soll sogar eine andere getötet haben.
Update vom 9. Mai, 12.24 Uhr: Die Polizei hat einen tatverdächtigen Mann festnehmen können. Der mutmaßliche Täter soll aber nicht nur für den Raub verantwortlich sein, sondern auch eine weitere 76 Jahre alte Frau in Hamm getötet haben.
„Der Festgenommene ist auch der Tat zum Nachteil der 76 Jahre alt gewordenen Frau dringend verdächtig. Er hat seine Täterschaft nach seiner Festnahme wegen der Tat vom 25. April 2024 eingeräumt. Der Beschuldigte soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihm soll zum einen der Haftbefehl wegen der Tat vom 25. April 2024 verkündet werden“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Dortmund sowie der Polizeipräsidien Dortmund und Hamm am Donnerstag, 9. Mai. Außerdem hab die Staatsanwaltschaft Dortmund den Erlass eines weiteren Haftbefehls wegen des Verdachts des Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge beantragt.
Frau in Wohnung gefesselt und beraubt: Es war wohl der böse Nachbar
[Erstmeldung] Hamm – Gefesselt, eingesperrt und ausgeraubt: Ein schlimmes Martyrium erlebte am 25. April eine 82-jährige Frau aus Wiescherhöfen in ihrem Einfamilienhaus. Zu fortgeschrittener Stunde hatte an jenem Donnerstag ein Mann bei ihr angeklingelt und gesagt, dass er sich ausgesperrt habe und Hilfe benötige. Kaum dass er Einlass erhalten hatte, zeigte er dann sein wahres Gesicht: Er holte ein Messer hervor und forderte vom Opfer Geld und dessen EC-Karte.
Bekannt waren diese Details bislang nicht. Bekannt war bis zu diesem Mittwoch auch nicht, dass Polizei und Staatsanwaltschaft offenbar schon seit Längerem davon ausgehen, dass der Täter in der Nachbarschaft der 82-Jährigen zu Hause ist. Es soll sich um einen 49-jährigen Mann handeln, der nunmehr per Haftbefehl gesucht wird. In seiner Wohnung ist der in der Vergangenheit bereits mehrfach straffällig gewordene Beschuldigte nicht mehr anzutreffen. Eine bereits durchgeführte Wohnungsdurchsuchung brachte keinen Fahndungserfolg.
Frau am Hals und an Händen mit dünner Schnur gefesselt
Nach WA-Informationen kam es am Tatabend zunächst im Hausflur der Geschädigten zu einem Gerangel. Dabei erlitt die 82-Jährige Schnittwunden an der Hand. Der 49-Jährige soll sodann eine von im mitgebrachte dünne Schnur hervorgeholt haben und die Frau am Hals und an den Händen gefesselt haben. Dadurch erlitt das Opfer weitere Schnittwunden – auch am Hals. Der Mann sperrte die 82-Jährige sodann in deren Wohnzimmer ein, griff sich deren Geld (150 bis 180 Euro) und deren Wohnungsschlüssel und verschwand.
Die 82-Jährige konnte sich mit einer Schere aus ihrem Nähkorb von den Fesseln befreien. Durch ihre Terrassentür flüchtete sie sich zu einem Nachbarn. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen der Polizei brachten keinen Erfolg. Der Täter entkam. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten, wird die Seniorin seitdem intensiv vom polizeilichen Opferschutz betreut.
Auch in der Hammer Schumannstraße wurde ein Mann in seiner eigenen Wohnung überfallen.
