34. Stunikenmarkt: Im Riesenrad über den Dächern von Hamm
VonFrank Osiewacz
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Der 34. Stunikenmarkt eröffnet Freitag. Die Kirmes bietet viele neue Attraktionen – in der Höhe und am Boden. Bis zu 5000 Besucher erwarten die 90 Schausteller täglich.
Hamm - Auf eine Höhe mit der Turmspitze der Pauluskirche und ihren knapp 80 Metern kommen die Besucher des 34. Stunikenmarktes zwar nicht ganz, doch in rund 45 Metern Höhe werden sie aus den Riesenradkabinen durchaus einen beeindruckenden Blick über die Innenstadt und Gelegenheit für außergewöhnliche Fotomotive haben. Am Freitag, 19. September, eröffnet die Hammer Innenstadtkirmes, und das „Sonnenrad“ mit seinen geschlossenen, klimatisierten Kabinen an neuer Stelle auf der Südseite des Marktplatzes ist eine der Attraktionen.
Neu in diesem Jahr ist die 45 Meter hohe Riesenschaukel „Excalibur“ vor dem Turm der Pauluskirche. Zurückkehren wird der Propeller „Jekyll & Hyde“. In 42 Metern Höhe bei 120 Kilometern pro Stunde Spitzengeschwindigkeit werden Besucher in die Sitze gedrückt. Das Laufgeschäft „Ghost“ steht im Eingangsbereich der Gutenbergstraße zwischen WA und Edeka. Hinter dem Namen steckt ein gruseliger Irrgarten. Neu ist „Fire Ball“, ein sogenannter Surf Ride, auf dem Santa-Monica-Platz. Dort nehmen die Besucher auf zwei sich drehenden Sitzplattformen Platz und werden in die Höhe befördert. Bekannt von der Allerheiligenkirmes in Soest ist das „Big Monster“, eine Krake mit rotierenden Sitzschalen.
Fassanstich, Freibier und Freifahrten
Offizielle Eröffnung der Kirmes ist am Freitag um 16 Uhr am Fuß des Riesenrads. Dort erfolgt nach Grußworten von Schausteller-Chef Uwe Röhrig und Oberbürgermeister Marc Herter der traditionelle Fassanstich. Den Inhalt gibt‘s gratis, ebenso kleine Lebkuchenherzen und für die ersten 30 Minuten Fahrten in allen Fahrgeschäften.
Das Markenzeichen der Hammer Kirmes: „Der Stunikenmarkt ist eine gemütliche, kleine Veranstaltung in der Innenstadt“, sagt Daniel Seonie, 1. Schriftführer des Hammer Schaustellervereins „Hand in Hand“. „Wir können nicht Werne oder Soest sein. Wir haben weder die Tradition noch den Platz.“ Dennoch könne hier jeder reichlich Kirmes-Atmosphäre schnuppern, auch ohne viel Geld auszugeben. Im Schnitt bei eineinhalb bis zwei Stunden liege die Verweildauer der Kirmesgänger. Seonie rechnet Erfahrungswerten zufolge mit rund 5000 Besuchern pro Tag.
Rund 90 Schausteller werden von Freitag bis Dienstag in der Innenstadt versammelt sein, die Stammgeschäfte an ihren bekannten Plätzen. „Das muss so sein, damit die Besucher, die regelmäßig kommen, ihre Anlaufstellen wiederfinden“, sagt Seonie. „Das Riesenrad sieht man von weitem, den Mandel- oder Bratwurststand müsste man sonst länger suchen.“ Natürlich versuche der Schaustellerverein aber grundsätzlich, den Markt durch eine wechselnde Anordnung der Betriebe abwechslungsreich zu gestalten.
Wirtschaftlich stimmen Seonie und seine Kollegen zwar kein Klagelied an, doch nach der Corona-Krise und dem folgenden Aufwärtstrend mit reichlich Nachholbedarf des Publikums sei nun wieder mehr Zurückhaltung zu spüren. „Die vergangenen zwei Jahre waren extrem gut. Aufgrund der wirtschaftlichen Ängste sitzt der Euro bei manchem nun aber nicht mehr so locker“, sagt Seonie. Die Preise in Gastronomie und Fahrgeschäften seien nach seinem Kenntnisstand weitgehend unverändert zum Vorjahr.
Öffnungszeiten
Freitag 16 bis 23.30 Uhr, Samstag 14 bis 23.30 Uhr, Sonntag bis Dienstag 14 bis 22 Uhr
Ein Anreiz für die Bevölkerung ist traditionell der Familientag am Dienstag. Den ganzen Tag über gibt es ermäßigte Preise. Gegen 21 Uhr wird dann zum Abschluss auf dem Santa-Monica-Platz in Höhe des Krankenhauses das Feuerwerk gezündet.