Achterbahn-Zeiten in Hamm

Fünf Jahre „Welcome to my Garden“ - Das große Interview

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Sie sind Vibefactory: (von links) Julian Sokolowski, Christoph Hagedorn, André Kollas.
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Sie wollen Hamm für junge Leute attraktiver machen: Vor fünf Jahren begann die ungewöhnliche Geschichte von WTMG und der Vibefactory. WA.de bat Julian Sokolowski und seine Mitstreiter zum großen Interview.

Hamm - Im Juni 2019 berichtete der Autor dieser Zeilen erstmals darüber, dass im altehrwürdigen Kurhausgarten ein elektronisches Musikfestival für junge Leute stattfinden soll. Am Abend des 10. August war die Premiere von „Welcome to my Garden“ bereits Vergangenheit und zudem ein voller Erfolg. Der Urknall für eine Geschichte der besonderen Art in Hamm.

Sie brachte aus derselben Quelle seitdem nicht nur zwei weitere, deutlich größere Garden-Festivals hervor (das dritte steht vor der Tür), eine Vielzahl weiterer Events in und um Hamm sowie ein ebenso kleines wie ungewöhnliches und längst omnipräsentes Start-up namens „Vibefactory“. Dieses keimte nicht aus Bankkrediten, sondern allein aus Mut, Leidenschaft und enorm viel Einsatz. Es ließ sich nicht von Corona entmutigen, sondern zog vielmehr seine Substanz daraus. Leitmotiv der Quereinsteiger: Hamm für junge Leute ein bisschen lebenswerter machen.

Den Stein ins Rollen brachte Julian Sokolowski, gelernter Sozialarbeiter und passionierter DJ („Juf-X“). Mit seinen beiden Mitstreitern André Kollas (33) und Christoph Hagedorn (25) agiert der 33-Jährige inzwischen von einem 160-Quadratmeter-Büro in der Mark aus. Über die fünf Achterbahn-Jahre und ihr Erfolgsrezept sprachen die Vibe-Erzeuger mit wa.de. (Das launige Originalgespräch in voller Länge finden Sie als Video weiter unten eingebettet; geführt wurde es am 23. Juli.)

Das Interview (gekürzte Fassung für die Schriftform):

Gehen wir mal an den Anfang zurück, und zwar sprichwörtlich in den noch jungfräulichen Garten. Wie lange vor dem Bekanntwerden Mitte Juni 2019 war der Gedanke für das erste „Welcome-to-my-Garden“-Festival (WTMG) da schon gereift?
Julian Sokolowski: Also ich glaube, wenn man wirklich komplett zu Anfang beginnt, dann haben wir 2016. Dann habe ich angefangen, im Club (dem Podium auf der Meile – d. Red.) die ersten Veranstaltungen zu machen, das „Welcome to my House“. Das wurde von Jahr zu Jahr besser angenommen. Der ganze Festival-Hype entstand, und alle Leute sagten, hey, lass uns doch mal draußen laut Musik machen. Im März 2019 wachte ich morgens auf und dachte mir: Ey komm, mach das einfach. Das hat in mir so viel losgelöst. Wir haben eine Facebook-Veranstaltung erstellt, die rasch ziemlich viel Nachfrage bekam. Dann habe ich André angerufen und ihm gesagt, ich habe da eine Idee, die würde ich dir gerne vorstellen - und ja so ist das dann das Baby entstanden.
Jetzt sind wir im fünften WTMG-Jahr… Wird es auch ein Jahr 6, 7 und 8 geben? Auch an diesem Ort?
Christoph Hagedorn: Also André sagt ja immer so schön, er plant sein ganzes Leben lang mit dieser Veranstaltung. Bei uns steht Qualität immer an allererster Stelle, und ein Event mit dieser Qualität machst du nicht nur, um es einmal zu machen.
Sokolowski: Für mich wäre es das Allerschlimmste, wenn die Leute kommen würden und sagen, da hat sich jetzt nicht viel geändert, das ist ja wie jedes Jahr. Deswegen verändern wir jedes Jahr das DJ-Booking, kümmern uns um ein neues Bühnendesign. Es gibt immer wieder andere Elemente. Somit würde ich aktuell sagen, uns gibt es vielleicht noch 30 Jahre. Aber klar, was die Zukunft bringt, ist erstmal offen wie alles, was wir so machen mit einem nicht vorhandenen Businessplan. Wenn es aus irgendwelchen Gründen irgendwann nicht mehr funktioniert oder wir sagen, das fühlt sich für uns nicht mehr gut an, dann hat auch, glaube ich, jeder von uns die Chance zu sagen, okay, dann machen wir etwas anderes.
Klar ist aber doch auch, dass der Platz im Kurhausgarten beschränkt ist. Das Festival könnte also räumlich nicht immer weiter wachsen…
André Kollas: Wir kriegen aktuell gespiegelt, dass die Leute sagen, bitte werdet nicht größer. Man kommt halt in alles gut dran, hat eine hohe Aufenthaltsqualität. Wir könnten im Kurpark noch ein paar Tausend mehr reinlassen, aber die Frage ist halt: Wollen wir das wirklich, und wie kriegt man dann die Qualität gehalten? Das ist der Punkt.
Fünf Jahre sind also seit dem ersten WTMG vergangen. Was waren die fünf besten Momente?
Sokolowski: Wir hatten im ersten Jahr diese Herausforderung mit den Sanitäranlagen, und ich werde mich immer daran erinnern, wie ich aufgelegt habe und dieser große Kran kam mit einem Überseecontainer, so einem Toilettencontainer, der einfach über diese Hecke gehoben wurde und dann da reingestellt wurde - und ich dann durch das Mikrofon sagen durfte: Ey jetzt sind Toiletten wieder da. Ich habe noch nie in meinem Leben so einen Jubel erlebt für Toiletten. (lacht)
Kollas: So 13.15 oder 13.45 Uhr, je nachdem, was so noch zu tun ist, trifft man sich mit wirklich allen Helferinnen und Helfern vor der Bühne, und dann gibt es nochmal einmal eine gemeinsame Besprechung. Da kriege ich dann keinen Ton raus, weil ich dann immer davon so überrumpelt bin, wie viele Menschen plötzlich dieser Idee folgen und dahinterstehen.
Hagedorn: Ganz klar „Vibefactory x Waldbühne“. Also diese Veranstaltung. Es war ja eine Veranstaltungsreihe, als jeder (im Zuge von Corona – d. Red.) irgendwie aus einer kulturellen Durststrecke kam und dass man die Eier in der Hose hatte, da was zu machen, auch was Sicheres für alle zu machen und da einfach diese unfassbare Dankbarkeit zu sehen.

„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei

„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
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„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei
„Welcome to my Garden“ 2023 in Hamm Teil Drei © Robert Szkudlarek
Kollas: Das Autokino war auch so ein Moment, wo ich gedacht habe, Wahnsinn, innerhalb von 14 Tagen haben wir dieses Projekt geplant. Es war wirklich harte Arbeit, das umzusetzen und hinzukriegen. Aber dann diese Gemeinschaft auch wieder zu spüren und da zu merken, wie dankbar die Leute sind, dass wieder was passiert.
Sokolowski: Noch ein Punkt, der mir irgendwie im Voraus auch nie so richtig klar war, war ja diese Idee aus 2016 oder 2017, der Club-Veranstaltung, dass das Festival daraus wurde und wir am Ende jetzt hier sitzen und halt zu dritt hier in einem Büro sitzen. Das ist für mich immer noch ganz schwer greifbar.
Gibt es denn auch „die eine“ Situation, von der sich alle was versprochen haben, die aber dann krachend gescheiterte?
Alle drei: Ja, ja. (grinsen)
Sokolowski: Der Sonntag. Wir hatten während der Corona-Zeit einen coronakonformen Biergarten gemacht, mit DJs und so. Der Samstag war ziemlich schnell ausverkauft. Da haben wir 10er-Tische verkauft, da sind wir innerhalb von...
Kollas: Ich glaube, es waren 48 Stunden und 700 Tickets. Es ging ja ratzfatz. …
Sokolowski: Und danach haben wir uns überlegt, den Sonntag noch mit dazu zu nehmen. Wir haben das Gelände ja eh gebaut. Und für den Sonntag haben wir dann keine 150 Tickets verkauft. Es sah also ganz traurig aus. Seitdem sind wir auch, was die Sonntage angeht, ein bisschen vorsichtiger geworden.
Stichwort Vibefactory, der Firmenname. Wann und von wem wurde der geboren?
Kollas: Anfang 2021, auf der Couch nach fünf Bier mit meinem Freund Leon Rinsche. Wir haben vor dem Fernseher gesessen und uns darüber Gedanken gemacht, wenn wir jetzt an der Waldbühne was machen, dann können wir ja nicht sagen „Welcome to my Waldbühne“ oder so. Irgendwann sagte Leon, ihr kreiert doch voll die Vibes, und dann hat er das Wort Factory hinten drangehängt und meinte, ihr fabriziert doch Gefühle und Emotionen. Ich habe dieses Vibefactory-Ding dann Julian vorgeschlagen, und er so: Ja, find ich geil, lass machen.
Gibt es Vibefactory-Visionen, auf die sich Leute schon freuen dürfen?
Kollas: Die Schubladen sind voll. Das ist nicht das Thema.
Konkrete Beispiele?
Kollas: Uns brennt ganz viel unter den Nägeln. Wir halten uns aber immer sehr bedeckt damit, das tun wir ganz bewusst, weil wir keine falschen Hoffnungen wecken wollen. Erst wenn wir davon überzeugt sind, dass es funktioniert und es realistisch wird, dann rücken wir damit auch raus. Schweigen ist manchmal auch Gold - erstmal einfach machen und nicht so viel labern.
Stimmt es, dass Vibefactory den Burghügel gern als Veranstaltungsort reaktivieren würde?
Kollas: Das ist ein Wunsch und eine Idee. Die Problematik am Burghügel ist, dass wir da null Infrastruktur haben. Da gibt es keinen Strom, kein Wasser, und da musst du halt alles hinkarren. Das ist ein riesiger Kostenapparat. Deshalb halten wir uns davon erstmal fern, weil wir mit dem Festival und mit „May We Dance“, unseren eigenen Veranstaltungen, ein relativ hohes finanzielles Risiko haben.
Die Fünf aus der Fabrik für Stimmungen und Gefühle: Die Vibefactory und Ypsum Media sind Christoph Hagedorn (von links), Julian Sokolowski, Canay Yilmaz und André Kollas vor ihren Büroräumen in der Mark.
Ganz am Anfang stand der Visionär Julian Sokolowski. Der Mann, der den Hut auf hat. Bist du also auch der Boss?
Sokolowski: Auf keinen Fall (lacht). Für mich war von vornherein auch klar, dass wir das alles gemeinsam aufziehen. Und dass wir hier jetzt zu dritt sitzen, ist ein Geschenk. Wenn man sich ein Kreisdiagramm vorstellt, dann würde jeder von uns ein Drittel bekommen. Klar, es muss immer irgendjemand geben, der den ersten Schritt geht, aber dann muss es halt auch Leute geben, die diesen Schritt mitgehen. Von uns dreien, die jetzt am Tisch sitzen, ist keiner ersetzbar.
Trotzdem hast du sprichwörtlich den Hut auf, Julian. Wie kam es eigentlich dazu?
Sokolowski: (schmunzelnd) In der siebten Klasse haben wir mal einen Klassenausflug nach Oberhausen ins Centro gemacht. In den Gängen dort gibt es diese Pop-up-Stände mit Käppis und Hüten. Und dachte ich mir, ach komm, dann kauf ich mir mal so einen Hut. Den habe ich dann irgendwie nicht mehr abgesetzt.
Mit einem 9-to-5-Job wäre das alles nicht zu stemmen. Kommt es dadurch im privaten Bereich mitunter zu Freizeit- und/oder Urlaubsproblemen, eventuell auch zu Stress mit engen Freunden und Partnern?
Hagedorn: Ne, geht. Also das Studium kommt zu kurz…
Sokolowski: Ne, das ist auch wieder so ein Ding, das mit Kommunikation einhergeht. Unsere Freunde und Partnerinnen sind halt immer auch dabei gewesen und haben uns auf dem Weg supported. Meine Freundin sagt auch oft: Ich bin einfach froh, wenn du happy bist, mit dem, was du machst.
Hagedorn: Gerade am Wochenende kommt man auch mal in die guten höheren zweistelligen Bereiche, was die Stunden am Tag angeht. Aber wir sind uns alle bewusst, dass wir das für das Projekt gerne gehen und man am Ende entlohnt wird mit dem, was an Feedback zurückkommt.
Wieviel Prozent Spaß steckt in der Arbeit für Vibefactory?
Kollas: 99. Wie Julian es immer schön ausdrückt: Hier soll keiner irgendwas machen, worauf er keinen Bock hat. Wir versuchen, die Aufgaben, die uns darin beschränken, abzugeben an jemanden, der da eine höhere Kompetenz hat. Aber dieses eine Prozent, vielleicht sind es manchmal zwei oder drei Prozent, die gibt es einfach, weil es immer Aufgaben gibt, die auch jetzt nicht so super viel Spaß machen.
Hagedorn: Ja, ich würde das ähnlich hoch ansiedeln. Also, zu dem einen Prozent zählt auf jeden Fall am Tag nach dem Festival Kippenstummeln aufzusammeln. Wir sind ein Start-up und wir haben halt diese absolute Hands-on-Mentalität, und das schätze ich auch sehr und das macht eben auch unfassbar viel Spaß. Es ist halt ein Beruf und kein Job.

Fünf Jahre „Welcome to my Garden“ - Das große Video-Interview:

Der Video-Podcast wurde produziert in Zusammenarbeit mit Ypsum Media.

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