VonConstanze Juckenackschließen
Mädchen sind besser in der Schule. Das geht aus dem Faktencheck Bildung der Stadt Hamm hervor. Allerdings zeigt der Bericht auch wenig schöne Dinge auf.
Hamm – Ein Drittel der Schülerinnen allgemeinbildender Schulen in Hamm erwirbt ein Abitur oder Fachabitur. 33 Prozent der jungen Frauen durften demnach nach dem Schuljahr 2021/22 an einer Hochschule studieren. Bei ihren männlichen Mitschülern waren es nur 29 Prozent. Das geht aus dem Faktencheck Bildung hervor, den die Stadtverwaltung kürzlich veröffentlichte.
Der Bericht befasste sich erstmals damit, wie sich das Geschlecht auf die Bildungschancen auswirkt. Hintergrund ist das Ziel der Stadt, dass der Bildungserfolg nicht vom Geschlecht abhängen sollte.
Dabei wird deutlich: In Hamm gibt es viel zu tun. Ähnlich wie im Landesdurchschnitt haben die Hammer Mädchen in der Schule die besseren Karten. Das zeigt sich an den Empfehlungen für weiterführende Schulen ebenso wie an der Zahl derjenigen, die Schulen ohne Abschluss verlassen.
So erhielten 29 Prozent der Viertklässlerinnen im Schuljahr 2022/23 eine Empfehlung fürs Gymnasium, aber nur 24 Prozent der Jungen. Zur fünften Klasse wechselten 34 Prozent der Mädchen auf Gymnasien gegenüber 30 Prozent der Jungen. In der Oberstufe war der Unterschied noch größer: In die Sekundarstufe II wechselten 44 Prozent der Schülerinnen, aber nur 35 Prozent der Schüler, ein Unterschied von neun Punkten. Ohne Abschluss verließen 2,8 Prozent der Schüler die Schulen gegenüber 1,9 Prozent der Schülerinnen.
Hammer Abi-Zahlen deutlich nieder als im NRW-Schnitt
Insgesamt liegt die Zahl der Abiturienten und Abiturienten in Hamm deutlich niedriger als im Landesdurchschnitt. NRW-weit schafften 47,7 Prozent der Schülerinnen ihr Abitur oder Fachabitur und 37,8 Prozent der Schüler.
Der schulische Vorteil der Mädchen scheint sich bislang nicht in einen dauerhaften höheren beruflichen Erfolg umsetzen zu lassen. „Trotz höherer Bildungsabschlüsse verdienen Frauen im Beruf weniger als Männer“, heißt es dazu im Faktencheck. Die Beschäftigungsquote von Frauen lag zuletzt mit 51 Prozent um zwölf Punkte unter der der Männer.
Hamm hat auch im jüngsten Städte-Ranking mal wieder schlecht abgeschnitten. In der Untersuchung der „Wirtschaftswoche“ landet die Stadt unter den 71 deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern auf Platz 64.
