VonEva Burghardtschließen
Der Gethmannsche Garten in Hattingen ist ein Ort der Ruhe und Erholung. Er ist einer der ersten öffentlich zugänglichen Gärten im Ruhrgebiet gewesen.
Hattingen – Der Gethmannsche Garten in Blankenstein in Hattingen (NRW) ist „eines der schönsten landschaftlichen Bilder, die man sich denken kann“, soll der Industrielle Gustav Natorp einmal gesagt haben. Und tatsächlich: Mit seinen verschlungenen Wegen und einzigartigen Aussichtsplattformen ist der Park ein besonderes Ausflugsziel im Ruhrgebiet. Einen Ort in dem Park hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sogar als Denkmal des Monats im Dezember 2023 ausgezeichnet.
Besonderer Garten in Hattingen war der erste seiner Art im Ruhrgebiet
Angelegt hat den sechs Hektar großen Garten der Unternehmer und Kohlehändler Carl Friedrich Gethmann. Das war im Jahr 1808. Der Park sollte „zur Freude und Erholung seiner Mitbürger und aller Besucher des Städtchens Blankenstein“ dienen, berichtet der LWL. Damit ist der Gethmannsche Garten einer der ersten öffentlich zugänglichen Gärten im Ruhrgebiet gewiesen. Blankenstein in Hattingen gehört zu den Orten im Ruhrgebiet, die eine malerische Altstadt haben.
Neben den vielen verschlungenen Wegen fallen im Gethmannschen Garten vor allem zwei Anhöhen auf, die durch eine Allee aus Obstbäumen miteinander verbunden sind. Die beiden Hügel hat Carl Friedrich Gethmann wohl seinen Söhnen Wilhelm und Friedrich gewidmet. Deswegen heißen sie auch Wilhelmshöhe und Friedrichshöhe – oder auch Friedrichsberg.
Berg im Bergmannschen Garten hat besondere Architektur
Die Friedrichshöhe besticht durch einen „speziellen Gestaltungstypus in der Gartenkunst“, wie der LWL berichtet. Sie wurde nämlich als sogenannter Schneckenberg angelegt. Das bedeutet, dass der Weg, der zur Kuppe und zur Aufsichtsplattform führt, sich wie eine Spirale den Berg hinauf windet. Von oben sieht das aus wie ein Schneckenhaus. Ähnlich malerisch wie der Gethmannsche Park ist auch MüGa-Park in Mülheim an der Ruhr.
Der Gethmannsche Garten in Hattingen
► Der Gethmannsche Garten liegt in Hattingen, westlich von Essen und südöstlich von Dortmund.
► Der Park ist sechs Hektar groß und öffentlich zugänglich.
► Angelegt hat ihn der Industrielle Carl Friedrich Gethmann im Jahr 1808.
► Der Garten sollte der Bevölkerung zur Erholung dienen – damals ein einzigartiges Konzept.
► Zwei besondere Aussichtsplattformen gibt es im Gehthmannschen Garten. Die hat der Industrielle seinen Söhnen gewidmet.
„Der Friedrichsberg im Gethmann‘schen Garten ist nach derzeitigem Kenntnisstand das einzige vollständig erhaltene Beispiel dieser Gartenarchitekturgattung in Westfalen“, berichtet der LWL. Dadurch, dass der Weg immer an der Außenflanke des Berges entlang führt, haben Besucher zu jeder Zeit einen guten Ausblick über das Umland.
Spektakuläre Blicke auf die Ruhraue und den Ort Blankenstein
Oben, auf der Aussichtsplattform der Friedrichshöhe, führt eine Brücke direkt hinüber zum anderen Hügel, der Wilhelmshöhe. Wer den spiralförmigen Weg hinauf spaziert, kommt unter dieser Brücke vorbei. Auf der Aussichtsplattform am Schneckenberg „tun sich spektakuläre Blicke auf die Ruhraue und die Ortskulisse Blankensteins“ auf, berichtet der LWL.
Seit langer Zeit steht oben auf der kreisrunden Aussichtsplattform eine Linde, die im Sommer für einen „angenehmen Aufenthalt auf dem Friedrichsberg“ sorgt. Die besondere Architektur, die in der Region ihres Gleichen sucht, hat der LWL im Dezember 2023 zum Denkmal des Monats 2023 gekürt.
Der Gethmannsche Garten ist denkmalgeschützt. Im Laufe der Jahre sind manche Aussichten hinab ins Ruhrtal zugewachsen. Trotzdem soll man im Osten bis zum Kemander See schauen können. Dort liegt ein malerisches Wasserschloss, direkt an der Ruhr. Im Norden reicht der Blick bis nach Bochum. Im Winter eignen sich die Abhänge im Park für eine Schlittenfahrt. (ebu)
Rubriklistenbild: © Rupert Oberhäuser/imago




