In NRW

Wasserschloss liegt direkt am Ufer der Ruhr

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Im Haus Kemnade treffen verschiedene Stile der Baukultur aufeinander. Doch das ist nicht alles, was dieses historische Anwesen zu bieten hat.

Hattingen – Mitten im Ruhrtal steht ein altes Herrenhaus. Ein Wasserschloss, um genau zu sein. Es hat kleine Türme, bunte Fenster und einen malerischen Innenhof. Wann genau das Haus Kemnade in Hattingen bei Bochum (NRW) gebaut wurde, ist nicht bekannt. Die Wassergewalt der Ruhr und ein großes Feuer haben viele Spuren verwischt. Trotzdem ist das malerische Herrenhaus heute ein beliebtes Ausflugsziel, in dem sogar geheiratet werden kann.

Haus Kemnade in Hattingen hat eine bewegte Geschichte

Haus Kemnade stammt ursprünglich wohl aus dem 12. Jahrhundert, heißt es in der Chronik des Herrenhauses. Demnach lag die Burg bis zur Hochwasserkatastrophe von 1486 am nördlichen Ufer der Ruhr auf dem Gebiet des Ortes Stiepel. Danach änderte der Fluss seinen Lauf und Haus Kemnade liegt seitdem getrennt von dem Ort, in den südlichen Ruhrauen. Lange Zeit danach war das Anwesen nur mit einer Fähre erreichbar.

Das Haus Kemnade mit insgesamt fünf Museeen steht in Hattingen.

Noch ein Ereignis sollte Haus Kemande prägen: der große Brand im Jahr 1589. Da wurde die Wasserburg bis auf ihre Grundmauern zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis ins Jahr 1704. Das hatte auch mit diversen Kriegen zu tun, die in der Zwischenzeit stattfanden. Da war etwa der spanisch-niederländische, der jülisch-klevische und nicht zuletzt der 30-jährige Krieg.

Das ganze Wasserschloss Haus Kemnade steht unter Denkmalschutz

Durch die Zerstörung und den langen Wiederaufbau finden sich bei Haus Kemnade heute verschiedene Stile früherer Baukultur wieder: „Von der Gotik bis zur Renaissance“, wie es auf der Website heißt. Deswegen steht das ganze Herrenhaus heute auch unter Denkmalschutz. Im Ruhrgebiet gibt es übrigens einige malerische Altstädte, die an vergangene Zeiten erinnern.

Was ist eigentlich ein Wasserschloss?

► Unter einem Wasserschloss oder einer Wasserburg versteht man Burgen oder Schlösser, die von allen Seiten mit Wasser umgeben sind.

► Es gibt Unterschiede zwischen Wasserburgen, die von künstlichen Wassergräben umgeben sind und solchen, die an Flüssen liegen. Haus Kemnade liegt direkt an der Ruhr und ist somit ein Wasserschloss mit natürlichem Ursprung.

► In NRW gibt es einige Wasserschlösser, etwa in Westerholt, einem Ort, der ans Mittelalter erinnert.

Das Haus Kemnade in Hattingen ist eine Wasserburg.

Neben einem Saal für Veranstaltungen und einem Restaurant sind im Haus Kemnade gleich mehrere Museen untergebracht, darunter etwa die umfangreichste Musikinstrumentensammlung in ganz NRW. In der Sammlung von Hans und Hede Grumbt sind rund 1.800 Musikinstrumente aus aller Welt zu sehen.

Große Spardosensammlung im Haus Kemnade

Das Haus Kemnade in Hattingen ist eine Wasserburg. (Archivbild)

Neben einer Sammlung für ostasiatische Kunst und einem Museum über Imkerei können Interessierte in Haus Kemnade auch die hauseigene Schatzkammer besuchen. Darin ist die geschichtliche Sammlung der Sparkasse Bochum untergebracht, die eine der größten Spardosensammlungen Deutschlands beinhaltet.

Haus Kemnade in Hattingen

Adresse: Haus Kemnade, An der Kemnade 10, 45527 Hattingen

Haus Kemnade mit Musikinstrumentensammlung (Öffnungszeiten: Zwischen Mai und Oktober: Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr; zwischen November und April: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr)

Bauernmuseum mit Bienenmuseum (Öffnungszeiten: Zwischen Mai und Oktober jeweils dienstags bis sonntags, 12 bis 18 Uhr)

Schatzkammer Kemnade (Öffnungszeiten: Zwischen Mai und Oktober: Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr; zwischen November und April: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr)

Restaurant in der Burgstube (Öffnungszeiten: mittwochs bis samstags, 12 bis 23 Uhr; sonntags, 12 bis 22 Uhr)

Wer Haus Kemnade besucht, lernt im Bauernhausmuseum auch etwas über die Lebensgewohnheiten der Menschen im 18. und 19. Jahrhundert. Im ersten Obergeschoss sehen Interessierte zudem einen echten Rittersaal mit kunstvoller Stuckdecke und einem großen Wappen-Kamin aus der Zeit der Renaissance.

Sehenswert ist auch die gotische Kapelle im Erdgeschoss des Hauses, berichtet die Stadt Hattingen. Außerdem gibt es in dem Herrenhaus einen Saal, in dem Paare heiraten können. (ebu)

Rubriklistenbild: © Juergen Schwarz/Imago

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