Gartenserie - Äpfel aus eigener Ernte

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Obst auf kleinstem Raum: Dieser kleine dreijährige Säulenapfel im Kübel hat in diesem Herbst sechs besonders dicke Äpfel getragen.
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Einen Baum für jede Grundstücksgröße gibt es aufgrund verschiedener Züchtungen. Gartengrundstück und Apfelbaum müssen zusammenpassen.

Soest - Wer einen Apfelbaum in seinen Garten pflanzen möchte, muss sich als erstes Gedanken über die Größe des ausgewachsenen Baumes machen, denn die sollte zur Grundstücksgröße passen. Zum Glück gibt es Apfelbäume in allen Abstufungen.

Möglich ist das, weil Jungbäume, die wir in der Baumschule oder im Gartenhandel kaufen, im Grunde genommen künstliche Gebilde sind, die so in der freien Natur nicht vorkommen, sondern in der Baumschule aus verschiedenen „Einzelteilen“ zusammengesetzt werden.

Baukasten Apfelbaum

Meist sind es zwei Teile, manchmal drei. Erstens die sogenannte Unterlage, die Wurzel des Baumes, die bestimmt, wie groß unser Apfelbaum werden kann (auch bei Birnen, Kirschen und Pflaumen). Gewonnen werden sie durch Aussaat oder Stecklinge, statt Namen sind sie gekennzeichnet: meistens mit dem Buchstaben M (auch MM oder A) und einer Zahl.

Edelsorte bestimmt über Obst

Der zweite Bestandteil ist die Edelsorte, die das gewünschte Obst hervorbring. Durch bestimmte Veredelungstechniken werden in der Baumschule Unterlage und Edelsorte zusammengebracht. Die Veredelungsstelle befindet sich etwa 15 bis 20 Zentimeter oberhalb des Wurzelansatzes. In einigen Fällen gibt es noch besagten dritten Bestandteil, nämlich einen separaten Stamm. Der wird immer dann eingesetzt, wenn die Edelsorte keinen guten Stamm ausbildet. Dann ist eine weitere Veredelungsstelle zu erkennen, unterhalb des Kronenansatzes.

Wichtig ist für uns die untere Veredelungsstelle. Denn die sollte besonders bei den kleineren Baumtypen niemals Kontakt mit der Erde haben, also immer mindestens zehn Zentimeter oberhalb des Bodens sitzen. Bekäme das Gewebe der Edelsorte beim Pflanzen dauerhaft Kontakt mit dem Boden, so würde die Edelsorte eigene Wurzeln bilden, die schon bald die schwache Unterlage überwuchern.

Von Kübelpflanze bis Hochstamm

Die kleinsten Apfelbäume sind die im Kübel wachsenden. Sie stehen auf einer sehr schwach wachsenden Unterlage und werden je nach Sorte einen bis drei Meter hoch. Eine Sonderform für das Gartenbeet und auch den Kübel ist der schlanke Säulenapfel. Er besteht im Wesentlichen nur aus dem Stamm, an dem unmittelbar die Fruchtspieße mit den Blüten und Äpfeln entspringen.

Spindelbaum heißt die nächstgrößere Apfelbaumform, die fast gar keinen Stamm besitzt (maximal 40 Zentimeter). Der Spindelbaum kann bis zu drei Meter hoch und breit und durch entsprechende Schnitttechniken kleiner gehalten werden. Etwas größer werden Buschbäume, die auch nur einen Stamm bilden, der aber 40 bis 80 Zentimeter hoch sein kann. Buschbäume können bis zu vier Meter hoch werden, sie sind für den kleineren Garten optimal.

Unterschiede in Ernte und Lebensdauer

Etwas mehr Platz benötigt ein Halbstamm. Der Stamm wird 100 bis 130 Zentimeter hoch. Er kann eine kleinere Krone ausbilden oder auch eine sehr große wie bei einem Hochstamm. Sein Platzbedarf: 40 Quadratmeter bei einer Höhe bis zu fünf Meter. Als größte Apfelbaumform gilt der Hochstamm, er entspricht am ehesten dem klassischen Bild eines Baumes und ist für große Gärten oder Streuobstwiesen geeignet. Sein Platzbedarf sollte je nach Sorte mit gut 50 Quadratmetern angesetzt werden bei einer Höhe von fünf bis sechs Metern, im Einzelfall auch schon mal acht Meter.

Je kleiner, umso leichter sind Pflege und Ernte. Kleine Bäume werden kaum älter als 20 Jahre, tragen aber schnell Früchte. Hochstämme erst nach bis zu zehn Jahren, sie können 100 Jahre alt werden.

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