Gartenserie von Klaus Fischer

Der erste Frost droht: Diese Pflanzen brauchen ein Winterquartier

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Dipladenien blühen unermüdlich den ganzen Sommer hindurch bis weit in den Herbst. Dass es sich um ein nicht winterfestes Tropengewächs handelt, müssen sie vorm ersten Frost reingeholt werden.
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Es war ein erster „Warnschuss“: Wir hatten schon vor einigen Tagen eine kalte Nacht mit plus zwei Grad, zum Glück aber keinen Nachtfrost. Es sagt uns jedoch, dass die Zeit nicht mehr fern ist, dass wir unsere frostempfindlichen Kübelpflanzen hereinholen und ins Winterquartier stellen müssen.

Soest – Dazu gehören beispielsweise die Dipladenia oder auch Mandevilla genannt. Im Frühling werden sie für relativ kleines Geld im Blumenhandel angeboten und haben fast immer nur ein kurzes Leben. Denn die Dipladenien sind Kinder der Tropen und können eiskalte Temperaturen überhaupt nicht ab.

Allerdings sind sie von Natur aus nicht einjährig, sondern ausdauernde Rankgewächse. Nur, dass unser Winter ihrem Leben vorzeitig ein Ende setzt. Das sagt uns allerdings auch, dass wir dieses Gewächs durchaus überwintern können. Spätestens, wenn die Temperaturen tagsüber auf fünf Grad plus fallen, wird es höchste Zeit, sie ins Warme zu holen. Warm heißt in diesem Fall fünf bis maximal zehn Grad, also eigentlich nicht warm, sondern kühl, aber frostfrei, hell dazu und nur minimal gegossen und nicht gedüngt.

Gartentipp: Diese Pflanzen brauchen ein Winterquartier

Vorm Einräumen sollten wir sie noch rundum kräftig zurückschneiden, auch wenn es weh tut, die schönen Blüten abzuschneiden. Dann bildet sie im Frühjahr eher neue Blüten, wenn es wieder wärmer wird.

Ich hatte in diesem Jahr vier Dipladenien, zwei im Beet am Rankgerüst ausgepflanzt, zwei im Kübel. Die im Beet bleiben dort und werden den Winter sicher nicht überstehen. Die Kübelpflanzen werde ich hingegen reinholen. Es wird sich dann im Frühling ab Mitte Mai (Eisheilige) zeigen, ob sich die Mühe des Überwinterns gelohnt hat, wenn beide Pflanzen mit einem entsprechendem Vegetationsvorsprung ins Rennen gehen. Ab Mitte März werden sie wieder gegossen und gedüngt zum Antreiben, bei Bedarf auch umgetopft, bis sie dann Mitte Mai wieder ins Freie kommen.

Gartentipp: Diese Pflanzen brauchen ein Winterquartier

Beim Besuch der Landesgartenschau in Bad Gandersheim Ende April erstand ich auf dem Pflanzenmarkt eine „Kanonenkugel“. Jedenfalls sah die Knolle so aus, kugelrund und gut acht Zentimeter im Durchmesser. Sie wurde als Elefantenohr angepriesen. Ein solches habe ich vor einigen Jahren schon einmal in meinem Garten ausgepflanzt. Das Ergebnis war aber eher enttäuschend. Denn es dauerte bis in den Juli, bis schließlich die eindrucksvollen Blätter den Weg ans Tageslicht gefunden hatten. Der Grund dürfte darin liegen, dass der Gartenboden lange benötigt hat bis er warm genug war, um die Knolle zum Austrieb anzuregen. Elefantenohren sind tropische Schattenpflanzen, und im Schatten braucht der Boden länger, um sich zu erwärmen.

Enttäuschend war mein Freilandexperiment aber auch deshalb, weil ich die Knolle zu spät ausgegraben habe (ich habe sie schlicht vergessen bei all den Dahlien, Canna, Begonien und Calla). Die erste Frostnacht hat das Elefantenohr hinweggerafft. Das Aronstabgewächs mit dem Fachnamen Alocasia macrorrhiza ist ebenfalls ein Tropengewächs und verträgt schon einstellige Temperaturen (plus) nur widerwillig, Frost schon gar nicht.

In unseren Breiten werden die verschiedenen „Elefantenohren“ als Zimmerpflanzen gehalten, da sie nicht winterhart sind. In der warmen Jahreszeit gedeihen sie gleichwohl im Kübel draußen bestens.

Also habe ich diesmal die Knolle in einen großen Kübel gepflanzt, viel organischen Dünger und Hornspäne dazu gegeben und mehrere Wochen gewartet, bis endlich die ersten Triebe aus dem Boden kamen. Aber dann hat sich die Blattpflanze rasant entwickelt und ist inzwischen über einen Meter hoch und breit. Besonders beeindruckend sind die riesigen Blätter, die nahezu senkrecht stehen, wie ein längliches Herz ausschauen und für den Namen der Pflanze verantwortlich sind: Elefantenohren. Sie messen teilweise über 50 Zentimeter Länge und können wie die gesamte Pflanze auch noch größer werden.

Zum Überwintern kommt die Pflanze ins Haus und mag es durchaus warm zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Das erleichtert es uns, einen geeigneten Standort zu finden, der auch hell genug ist. Im Winter wird das Elefantenohr nicht gedüngt, der Wurzelballen sollte aber immer feucht sein und darf nicht austrocknen. Im Frühjahr topfen wir das Gewächs bei Bedarf um und starten wieder mit den wöchentlichen Düngergaben. Ab Mitte Mai kann das Elefantenohr wieder an die frische Luft an einen halbschattigen und windgeschützten Platz.

Gartentipp: Diese Pflanzen brauchen ein Winterquartier

Wer Knoblauch mag, sollte sich jetzt Pflanzzehen besorgen und sie in den Boden stecken. Pflanzgut von Knoblauch ist an unsere klimatischen Verhältnisse angepasst im Gegensatz zu den meisten Knoblauchzehen, die man im Laden als Gewürz kaufen kann. Diese stammen fast ausschließlich aus südlichen Gefilden, können zwar auch bei uns in die Erde gesteckt werden, bringen aber einen deutlich geringeren Ertrag als die speziellen „nordischen“ Pflanzzehen. Aus jeder Zehe wächst im nächsten Jahr eine dicke Knolle heran, die geerntet werden kann, wenn das oberirdische Grün abgewelkt ist. Wir müssen bei einem Pflanztermin jetzt im Herbst darauf achten, dass wir winterharten Knoblauch bekommen. Alternativ kann man auch den nicht winterharten Frühlingsknoblauch im März stecken. Beim Standort sollten wir darauf achten, dass er möglichst weit entfernt ist von Zwiebeln und Lauch, um einen eventuellen Befall mit der Lauchfliege zu minimieren, die auch noch im Herbst aktiv ist.

Die Zehen kommen etwa zwei- bis dreimal so tief in die Erde, wie sie groß sind, Abstand zehn bis 15 Zentimeter. Am besten ist ein abgeerntetes Kartoffelbeet geeignet, dessen Boden schön locker ist. Es sollte unkrautfrei sein. Gedüngt wird vorm Pflanzen mit Kompost. Der Knoblauch ist dann etwa im Mai erntereif.

Hier erklärt unser Gartenexperte Klaus Fischer, wie man selber Sauerkraut macht.

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