In NRW gesichtet

Auf Zahnstocher in Rollläden achten: Polizei warnt vor Einbruchsmasche

Zahnstocher in Rollläden, Steine vor der Tür: Einbrecher nutzen Zeichen zur Vorbereitung von Einbrüchen. In Mülheim wurden solche Symbole nun entdeckt.

Mülheim an der Ruhr – Einbrecher nutzen bisweilen eine bestimmte Form der Kommunikation: die sogenannten Gaunerzinken an Hauswänden. Mithilfe von gemalten Symbolen oder anderen Markierungen geben Verbrecher zum Beispiel Informationen über Zugänge zum Haus oder die Bewohner weiter– zum Beispiel, ob diese im Urlaub sind. Die Polizei in Mülheim an der Ruhr (NRW) warnt aktuell vor solchen Symbolen, die an Häusern gefunden wurden.

Geheime Symbole von Einbrechern – das sind Gaunerzinken

  • Symbole auf Häusern, Zäunen oder Briefkästen, die als geheime Codes für Einbrecher dienen.
  • Die Symbole sollen zeigen, wo sich ein Einbruch lohnt, wo also beispielsweise Bewohner gerade im Urlaub oder außer Haus sind.
  • Gängige Zeichen: Blätter oder Zahnstocher in Rollläden, Kreidezeichen auf dem Straßenpflaster oder an Laternenpfählen, rote Punkte auf Briefkästen.
  • In Papier gewickelte Steine vor der Haustür sind oft Testobjekte. Bleiben sie längere Zeit liegen, vermuten die Einbrecher, dass die Hausbewohner im Urlaub sind.
  • Quelle: Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr & Allianz

Gaunerzinken: Mehrere Fälle in Mülheim

Zahnstocher in Rollläden von Häusern: Mit diesen Gaunerzinken geben Einbrecher geheime Hinweise. (IDZRNRW-Montage)

In den Mülheimer Stadtteilen Menden-Holthausen und Speldorf wurden solche Gaunerzinken gefunden, die darauf schließen lassen, dass Einbrecher potenzielle Einbruchsziele ausfindig machen wollten. Unter anderem fand die Polizei Zahnstocher und Blätter von Bäumen, die in Rollläden oder zwischen Rahmen und Tür geklemmt waren. Außerdem waren in Papier gewickelte Steine vor oder neben Haustüren aufgetaucht. Der Trick hinter solchen eingewickelten Steinen: „Blieben diese drapierten Gegenstände längere Zeit an der platzierten Stelle liegen, könnte das ein Anzeichen für längere Abwesenheit der Bewohner (z. B. Urlaub) sein“, erklärt die Polizei.

Die Ergebnisse zeigten: In mindestens zwei Fällen in Menden-Holthausen (am 18. und am 21. Juli) ergaben die Ermittlungen nach Diebstählen bei Wohnungseinbrüchen Hinweise auf solche Gaunerzinken, die vorab an den Häusern platziert worden waren.

Polizei warnt vor Einbruchsmethode – darauf muss geachtet werden

Die Polizei rät zur Wachsamkeit, was solche verdächtigen Zeichen angeht und empfiehlt, Gegenstände, die nicht vor die eigene Haustüre gehören, sofort wegzuräumen. Wenn man in den Urlaub fährt, sollte man Nachbarn oder Freunde bitten, regelmäßig nach der Wohnung zu schauen. Außerdem sollte man die eigene Abwesenheit nicht in den sozialen Medien ankündigen. Auch empfiehlt die Polizei vor allem die mechanische Sicherung aller Fenster und Türen, „damit ungebetene Gäste gar nicht erst hineinkommen“.

Die Polizei bittet Zeugen außerdem darum, sich bei verdächtigen Beobachtungen zu melden: „Anwohner, vor allem in Menden-Holthausen, die über Videomaterial verfügen, das mögliche Tatverdächtige bei auffälligen Handlungen zeigt (z. B. Drapieren von Gegenständen, Verschieben von Fußmatten, Blumentöpfen oder ähnlichen Objekten), werden gebeten, sich über die zentrale Rufnummer 0201/8290 an das zuständige Kriminalkommissariat 32 zu wenden.“

Im Raum Dortmund und dem Kreis Soest kam es im Juni bei Handwerksbetrieben vermehrt zu Einbrüchen. Die Polizei vermutet dahinter eine Verbrecherbande. (spo)

Rubriklistenbild: © Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr & Panthermedia/imago

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