Tierseuche

Gefährliche Blauzungenkrankheit im Kreis Soest angekommen – Mehrere Fälle nachgewiesen

Wie in vielen Nachbarkreisen ist die Blauzungenkrankheit auch im Kreis Soest angekommen. Nachgewiesen sind inzwischen zehn Fälle bei Rindern und Schafen in Anröchte, Bad Sassendorf und Lippetal.

Kreis Soest – Der Veterinärdienst des Kreises Soest rät Züchtern und Haltern von Rindern, Schafen oder Ziegen zu erhöhter Aufmerksamkeit. Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine Krankheit der Wiederkäuer.

Eine Gefahr für Menschen besteht nicht, da die Krankheit nicht auf den Menschen übertragbar ist. Auch andere Tiere, die keine Wiederkäuer sind, sind demnach nicht betroffen. Der Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten ist unbedenklich.

Mit der Blauzungenkrankheit infiziertes Schaf.

Gefährliche Blauzungenkrankheit im Kreis Soest angekommen – Mehrere Fälle nachgewiesen

Halter sollten ihre Tiere derzeit besonders aufmerksam beobachten. „Bei erkrankten Schafen zeigen sich deutliche Symptome. Unter anderem röten sich die Maulschleimhäute und die Zunge schwillt an. Außerdem kann es zu Läsionen und Bläschenbildung an den Klauen im Kronsaumbereich kommen“, berichtet die Leiterin des Veterinärdienstes, Dr. Martina Poppe. „Bei Rindern sind häufig keine Symptome oder nur mildere Verlaufsformen zu sehen. Es kann beispielsweise zu Entzündungen im Bereich der Maulschleimhäute oder der Augenlider kommen.“

Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die von bestimmten Mücken der Gattung Culicoides (Gnitzen) auf Schafe, Ziegen, Rinder und andere Wiederkäuer sowie Neuweltkameliden übertragen werden kann. Die Gnitzen können, je nach Wetterlage, Strecken bis zu 150 Kilometern zurücklegen. Der zurzeit grassierende Serotyp 3 wurde im Herbst letzten Jahres über Gnitzen aus infizierten Beständen der Niederlande eingeschleppt.

Im Oktober 2023 hatte das Land NRW den Status „frei von Blauzungenkrankheit“ verloren, nachdem in einem Schafbestand im Kreis Kleve der Erreger erstmals in Deutschland festgestellt wurde. Über den Winter waren die Gnitzen nicht aktiv. Nun im Sommer, vor allem in der Kombination Feuchtigkeit verbunden mit großer Wärme, schwärmen die Gnitzen aus und verbreiten die Blauzungenkrankheit auch über große Strecken hinweg. Quelle: Kreis Soest

Blauzungenkrankheit: Abwehrmittel und Impfungen können helfen

Um ihre Haltungen bestmöglich zu schützen, können Tierhalter mit Abwehrmitteln gegen Stechmücken, sogenannten Repellentien, arbeiten. Außerdem ist eine Impfung möglich. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Anwendung von drei vom Paul-Ehrlich-Institut benannten Impfstoffen gestattet.

„Laut Rücksprachen mit praktizierenden Tierärzten wurde ein großer Teil der Schafe im Kreis Soest bereits gegen die Blauzungenkrankheit Typ 3 geimpft“, erklärt Dr. Martina Poppe. Bei der Tierseuchenkasse NRW können Tierhalter eine Impfstoffkostenbeihilfe beantragen.

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