Kreis Soest

Gefährliche Tierseuche: Blauzungenkrankheit verbreitet sich in NRW

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In Westfalen wurden mehrere Fälle der Blauzungenkrankheit gemeldet. Unter dieser Krankheit leiden Wiederkäuer – ist sie auch ansteckend für Menschen?

Soest - Vor kurzer Zeit wurde die Blauzungenkrankheit bereits im Märkischen Kreis nachgewiesen. Nun ist unter anderem auch der Kreis Soest (NRW) davon betroffen, heißt es in einer Mitteilung vom 18. Juli. Mehrere Rinder und Schäfer in gleich drei Gemeinden seien erkrankt. Halter und Züchter sollen jetzt aufmerksamer werden. Doch ist diese Krankheit eigentlich gefährlich für den Menschen?

Blauzungenkrankheit in NRW – Schafe und Rinder in drei Gemeinden betroffen

Gleich mehrere Haltungen in Anröchte, Bad Sassendorf und Lippetal berichten über die Blauzungenkrankheit. Zum jetzigen Zeitpunkt, 18. Juli, sind insgesamt zehn Fälle bei Rindern und Schafen vom Veterinärdienst des Kreises Soest nachgewiesen worden. Dabei handelt es sich um eine Krankheit der Wiederkäuer, die von Mücken der Gattung Culicoides (Gnitzen) unter anderem auf Schafe, Ziegen und Rinder übertragen wird. Auch Neuweltkameldien, die zur Familie der Kamele gehören, können betroffen sein.

Die derzeitige Blauzungenkrankheit wurde über einen infizierten Bestand aus den Niederlanden eingeschleppt. Denn je nach Wetterlage können die Gnitzen eine Strecke bis zu 150 Kilometer bewältigen. Lediglich im Sommer, besonders mit hoher Feuchtigkeit und viel Wärme, breiten sich die Gnitzen aus. Erstmalig trat die Blauzungenkrankheit in NRW im Oktober 2023 auf.

In NRW im Kreis Soest breitet sich die Blauzungenkrankheit aus. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung von Wiederkäuern.

Für den Menschen besteht keine Gefahr der Blauzungenkrankheit

Sobald Schafe erkrankt sind, zeigen sich deutliche Symptome: „Unter anderem röten sich die Maulschleimhäute und die Zunge schwillt an. Außerdem kann es zu Läsionen und Bläschenbildung an den Klauen im Kronsaumbereich kommen“, erklärt die Leiterin des Veterinärdienstes, Dr. Martina Poppe. Dahingegen haben Rindern oftmals keine Krankheitsanzeichen oder nur eine abgeschwächte Verlaufsform. „Es kann beispielsweise zu Entzündungen im Bereich der Maulschleimhäute oder der Augenlider kommen“, so Poppe.

Die Krankheit kann bei den infizierten Tieren tödlich verlaufen. Für den Menschen besteht keine Gefahr, da die Blauzungenkrankheit nicht auf den Menschen übertragbar ist. Auch der Verzehr von Milch- und Fleischprodukten ist unbedenklich.

Impfung schützt Tiere vor Blauzungenkrankheit

Zum Schutz der Wiederkäuer lassen sich Abwehrmittel gegen Stechmücken, also Repellentien, einsetzen, heißt es vom Kreis Soest. Auch eine Impfung der Tiere ist möglich. Dazu wurden drei Impfstoffe vom Paul-Ehrlich-Institut aufgelistet. „Laut Rücksprachen mit praktizierenden Tierärzten wurde ein großer Teil der Schafe im Kreis Soest bereits gegen die Blauzungenkrankheit Typ 3 geimpft“, so Poppe. Tierhalter können bei der Tiersuchenkasse NRW eine Impfstoffkostenbeihilfe beantragen. 

Auch in Hamm ist zuletzt ein Fall der Blauzungenkrankheit bekannt geworden. „Die Zahlen explodieren gerade in ganz Nordrhein-Westfalen“, sagt der Leiter des zuständigen Veterinäramts im Kreis Unna, Dr. Tobias Kirschner.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/ IMAGO

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