„Regelung gilt ab sofort“

Kölner Zoo nach Geflügelgrippe-Fällen geschlossen: Weitere Tiere tot – Direktor meldet sich

  • schließen

Der Zoo in Köln ist nicht für Besucher zugänglich. Hintergrund ist ein positiver Geflügelgrippe-Befund. Der Zeitpunkt einer Wiederöffnung ist unbekannt.

Update vom 13. Februar, 16 Uhr: Nach zwei Vogelgrippe-Fällen wurde der Kölner Zoo am Montag geschlossen. Wie das Kölner Veterinäramt auf Anfrage von IPPEN.MEDIA mitteilte, sei der Ausbruch von hochpathogener Geflügelpest Subtyp H5N1 amtlich festgestellt worden. Die beiden Wildputen seien in einer Teichanlage entdeckt worden. „Die betroffene Teichanlage wird abgelassen und alle Vögel auf der Anlage aufgestallt und beprobt“, heißt es in dem Statement weiter. Zu den weiteren Maßnahmen zählen verstärkte Desinfektions- und Hygienemaßnahmen. 

„Von der Einrichtung von Schutzzone und der Tötung von nicht ansteckungsverdächtigen Tieren wurde bislang abgesehen, da es sich um einen geschlossenen Betrieb mit artgeschützten Tieren von hohem genetischen Wert handelt.“ Der Kölner Zoo habe in Abstimmung mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt seine Tierseuchenalarmpläne überarbeitet und die Vorsorgemaßnahmen erweitert. 

Geflügelpest im Kölner Zoo: Nach zwei toten Wildputen sind drei weitere Vögel gestorben – Testergebnisse ausstehend

Wie der Kölner Zoo am Dienstagnachmittag auf Anfrage von IPPEN.MEDIA mitteilte, waren am Montag drei weitere Vögel gestorben. Die drei Enten hätten sich auf derselben Anlagen befunden, wie die zuvor gestorbenen Wildputen. Auch bei den Enten seien nun Proben entnommen worden. Die Ergebnisse stünden aber noch aus, hieß es weiter. Wann der Kölner Zoo wieder öffnen dürfe, hänge auch von diesen Ergebnissen ab – und ist somit weiterhin vorerst unklar. 

Der Direktor des Kölner Zoos, Prof. Theo B. Pagel, sprach seinem Team indes seinen Dank aus. „Mein Dank gilt insbesondere dem Team des Kölner Zoos, das die Vögel besonnen und fachmännisch in kürzester Zeit aufgestallt hat und damit auch schützt, sowie dem zuständigen Veterinäramt für die hervorragende Kooperation“, sagte er. 

Tote Puten im Tierpark: Kölner Zoo nach Geflügelgrippe-Fällen geschlossen

Unsere Erstmeldung vom 13. Februar, 13 Uhr: Köln – „Zoo derzeit geschlossen, aufgrund von positivem Geflügelgrippe-Befund“, steht auf der Website des Kölner Zoos. Laut WDR waren zwei Wildputen an Vogelgrippe gestorben. Die Untersuchung der Kadaver habe den Befund geliefert. Einige Fragen bleiben zunächst offen. Zuletzt war auch in Dillingen die Vogelgrippe ausgebrochen.

Lateinischer Name der VogelgrippeAviäre Influenza
VirenInfluenza A
ErkrankungBei Vögeln
Übertragungauf den Menschen möglich

Kölner Zoo wegen Vogelgrippe geschlossen – Zeitraum zunächst unklar

Vorerst nicht bekannt ist, wie lange der Kölner Zoo für Besucher nicht zugänglich ist. Auf der Website informierte der Zoo nur kurz und knapp: „Regelung gilt ab sofort, wir informieren, sobald wir nähere Informationen zur Wiedereröffnung haben.“ Zudem wurde ein positiver Geflügelgrippe-Befund bestätigt.

Vogelgrippe: Was genau ist das?

Wie das Robert-Koch-Insitut (RKI) informiert, ist die Vogelgrippe „in erster Linie eine Erkrankung durch Influenza A-Viren bei Vögeln“. Es handelt sich um eine „Infektionskrankheit, die ihren natürlichen Reservoirwirt im wilden Wasservogel hat“, so das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI; Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit). Als Geflügelpest wird die Vogelgrippe dann bezeichnet, wenn die Viren zu einer hochpathogenen Form mutieren.

Ein Blick auf das Regenwaldhaus im Zoo. Aufgrund von Vogelgrippe-Fällen musste der Tierpark geschlossen werden.

Die Schließung sei in enger Absprache mit dem Veterinäramt in Köln erfolgt, zitierte der WDR einen Mitarbeiter. Am Montagnachmittag (12. Februar) sollen Pfleger Tiere, die sich anstecken könnten, in Sicherheit gebracht haben. Die Anzahl der potenziell gefährdeten Tiere ist zunächst nicht bekannt. Eine Anfrage von IPPEN.MEDIA blieb zunächst unbeantwortet.

Zuletzt hatte die Vogelgrippe auch die Galapagos-Inseln erreicht. Die einzigartige Tierwelt dort ist in Gefahr – und Experten sind alarmiert.

Wissenswertes über die Vogelgrippe: Subtypen und Varianten

Bei der Vogelgrippe wird allgemein zwischen gering- und hochpathogenen Varianten unterschieden. Gering pathogen bedeutet, dass die Viren kaum oder nur milde Krankheitssymptome verursachen, informiert das FLI. Zudem gibt es verschiedene Subtypen: H1 bis H16 in Kombination mit N1 bis N9. Das „H“ steht für hierbei Hämagglutinin, das „N“ für Neuraminidase. Beides sind Eiweiße, die auf der Hülle des Influenzavirus sitzen.

Wie gefährlich ist die Vogelgrippe für den Menschen?

Eine Frage, die bei Vogelgrippe-Fällen unweigerlich auftritt, ist: Welche Gefahr geht für den Menschen davon aus? Die Antwort liefert das RKI. Demnach können die Viren auch Erkrankungen bei Menschen hervorrufen. Weiter heißt es allerdings: „Aviäre Influenzaviren können nicht so leicht von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Wenn eine solche Infektion jedoch stattfindet, kann die Krankheit bisweilen sehr schwer verlaufen. Ein Vogelgrippe-Fall bei einem Menschen ist in Deutschland zunächst nicht bekannt. (mbr)

Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer/dpa

Kommentare