Schwere Schäden im Supermarkt

Geldautomat in Hamm bei Kaufland gesprengt - Polizei sucht Fiat

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Ein Bild der Zerstörung: Deckenplatten und Kabel hingen nach der Explosion des Geldautomaten herab. Unbekannte Täter hatten am Freitag gegen 23.10 Uhr den Automaten des Kaufland an der Römerstraße gesprengt.
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    Tobias Lawatzki
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Ein Geldautomat im Kaufland in Hamm ist gesprengt worden. Die Zerstörung im Supermarkt ist massiv. In Hamm hatte es schon mal eine ähnliche Tat gegeben.

Hamm - Jetzt haben sie - wieder - in Hamm zugeschlagen: Am späten Freitagabend, gegen 23 Uhr, wurde der Geldautomat im Kaufland an der Römerstraße gesprengt. Die Täter entkamen und hinterließen einen völlig verwüsteten Eingangsbereich im Kaufland. Die Höhe der Beute ist bislang unbekannt.

Was war passiert? Mehrere Zeugen, die sich in der Nähe und auf dem Parkplatz des angrenzenden Gewerbehofs Hövel aufhielten, wurden um 23.10 Uhr durch einen lauten Knall aufgeschreckt und alarmierten die Polizei. Die Zeugen sahen drei dunkel gekleidete und maskierte Männer, die nach der Tat in einen grauen Fiat 500 Abarth stiegen. Anschließend flüchteten die Täter wohl mit hoher Geschwindigkeit über die Römerstraße in Richtung Norden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie über die Lipperandstraße zur Autobahn wollten, liegt nahe. Das vermutet auch die Polizei.

Auffälliges Fluchtauto: Die Geldautomatensprenger sollen in einem Fiat Abarth 500 vom Tatort geflüchtet sein.

Geldautomat in Hamm gesprengt: Niemand vermisst einen Fiat Abarth

Nach Zeugenaussagen sollen an dem Fiat Hammer Kennzeichen verbaut gewesen sein. Ob diese gestohlen waren, ist zurzeit Teil der Ermittlungen. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen soll die Farbe des gesuchten Fahrzeugs grau, dunkelgrau oder anthrazit sein.

Bei dem Fahrzeug soll es sich vermutlich um das hoch motorisierte Fiat-500-Modell Abarth (bis zu 190 PS) handeln. Ob und in welcher Höhe die Täter Beute gemacht haben, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen, teilt die Polizei mit. Bei den sofort eingeleiteten, intensiven Fahndungsmaßnahmen kam auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Die Fahndung blieb aber letztlich erfolglos. Und auch bis zum späten Sonntagnachmittag lagen der Polizei noch keine „substanziellen“ Hinweise vor, wie aus der Leitstelle zu erfahren war. Bisher habe sich auch noch kein Besitzer eines Abarth gemeldet, der sein Fahrzeug vermisst.

Geldautomat in Hamm gesprengt: Schwere Schäden an Kaufland-Gebäude

Der Eingangsbereich des Geschäfts wurde durch die Detonation stark beschädigt, ist aber nach derzeitigem Stand nicht einsturzgefährdet. Das THW aus Hamm unterstützte die Polizei in technischer Hinsicht bei der Arbeit. Zum Teil mussten Verkleidungsplatten, die nach der Explosion von der Decke hingen, gesichert und abgebaut werden. Auch ganze Kabelstränge wurden im Eingangsbereich freigelegt. Die Höhe des Sachschadens konnte am Sonntag noch nicht beziffert werden. Die Filiale öffnete aber am Samstag wieder, die Kunden konnten den Markt durch einen Seiteneingang betreten.

Zu Fragen unserer Redaktion verwies der Filialleiter allerdings auf die Pressestelle des Unternehmens – so waren am Wochenende keine weiteren Informationen von Kaufland-Seite zu bekommen. Ob Material einer Videokamera zur Auswertung vorliegt, konnte auch die Polizei-Leitstelle am Sonntag nicht sagen.

Die Kriminalpolizei Hamm hat die Ermittlungen aufgenommen, wird dabei von Spezialisten der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle der Dortmunder Polizei unterstützt.

Am Samstagmittag liefen bereits die Aufräumarbeiten im Eingangsbereich des Kaufland-Supermarkts.

Fest steht bereits jetzt, dass es sich bei den Tätern nicht um Amateure handelt, dass die Tat offensichtlich nach einem bestimmten Schema abgelaufen ist. „Etwas ungewöhnlich ist die verhältnismäßig frühe Uhrzeit, zu der die Tat geschah“, sagte Polizeisprecher Hendrik Heine am Sonntag. Der Kaufland war bis 22 Uhr geöffnet, die Geldautomatensprengung – er gehört übrigens der ING Bank – fand bereits um 23.10 Uhr statt. Möglicherweise haben die Täter das Geschehen vor und nach der Marktschließung vom Parkplatz aus beobachtet und auf einen guten Moment für die Tat gewartet. Diese Vermutung hat auch die Polizei.

Laut Landeskriminalamt handelt es sich bei den Tätern in der Regel um organisierte Banden, die oft aus den Niederlanden kommen

Geldautomat in Hamm gesprengt: Ähnliche Tat 2015 in Heessen

Die Sprengung des Geldautomaten am Freitag war nicht die erste in Hamm. Am 27. Juli 2015, einem Sonntag, hatte eine fünfköpfige moldawische Bande in der Nacht den Geldautomaten im Obi-Markt in Heessen gesprengt. Zwei der Täter wurden relativ schnell von der Polizei geschnappt und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Höhe der Beute betrug damals knapp 13 000 Euro.

In Hamm selbst war seitdem zunächst Ruhe. Aber im Oktober 2021 schlugen die Täter zumindest in der Nähe Hamms, nämlich in Bergkamen-Rünthe, zu. Dort versuchten Unbekannte, an das Geld in einem Automaten der Sparkasse zu kommen – mit Sprengstoff. Die Sprengung gelang, Beute machten die Täter allerdings nicht. Dafür verursachten sie aber einen immensen Sachschaden. Die Täter entkamen unerkannt. In der Region gab auch Ende Januar mehrere Geldautomaten-Sprengungen. In Lippborg (Kreis Soest) wurde das Gebäude der Volksbank dadurch stark beschädigt und auch im Sauerland war eine Filiale derselben Bank betroffen.

Geldautomat in Hamm gesprengt: Polizei fahndet mit Foto

[Update, 25.2.2023, 17.22 Uhr] Die Polizei hat ein Foto des Fluchtwagens der Geldautomatensprenger veröffentlicht, um weitere nach den Tätern zu fahnden. So sollen die Täter mit einem grauen Fiat Abarth 500 gefahren sein. Zeugenaussagen zufolge soll der Wagen grau, dunkelgrau oder anthrazit gewesen sein. Zum Zeitpunkt der Flucht hatte er ein Kennzeichen aus Hamm - ob es gestohlen wurde, wird derzeit ermittelt.

Hat jemand so ein Auto in letzter Zeit in der Nähe des Tatortes an der Römerstraße oder an anderen Kaufland-Filialen gesehen? Zeugen melden sich bitte telefonisch unter 02381 916-0 oder schreiben an hinweise.hamm@polizei.nrw.de.

Geldautomat in Hamm gesprengt: Detonation um 23.10 Uhr

[Usprungsmeldung] Hamm - Ein lauter Knall hat am späten Freitagabend viele Menschen in Bockum-Hövel aufgeschreckt. Unbekannte Täter sprengten einen Geldautomaten im Kaufland-Supermarkt an der Römerstraße. Wie die Polizei mitteilte, riefen gegen 23.10 Uhr mehrere Zeugen den Notruf.

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Vor Ort stellte sich heraus, dass durch die Detonation der Eingangsbereich des Supermarkts in Hamm stark beschädigt wurde. Er sei aber nach derzeitigem Stand nicht einsturzgefährdet, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Das Geschäft konnte deshalb am Samstag öffnen. Kunden kommen über einen Seiteneingang rein.

Geldautomat in Hamm gesprengt: Polizei fahndet mit Hubschrauber

Nach dem lauten Knall sahen Zeugen in der Nähe drei dunkel gekleidete und maskierte Männer, die in einen grauen Fiat 500 stiegen. Anschließend flüchteten die Täter mit hoher Geschwindigkeit über die Römerstraße in Richtung Norden. Bei dem Fahrzeug soll es sich vermutlich um das höher motorisierte Modell Abarth handeln, teilte die Polizei mit. Bei der Fahndung nach den Tätern war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Vor allem in NRW werden in letzter Zeit immer häufiger Geldautomaten gesprengt. Die Schäden gehen in die Millionenhöhe. Die Banken sind dabei machtlos. Der Automat in Bockum-Hövel gehört der ING.

Geldautomat in Hamm gesprengt: Kripo und Spezialisten aus Dortmund ermitteln

Noch ist unklar, ob und in welcher Höhe die Täter beim Kaufland Beute gemacht haben. Die Kriminalpolizei ermittelt. Dabei wird sie von Spezialisten der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle der Polizei Dortmund unterstützt. Wie hoch der Schaden an dem Supermarkt-Gebäude ist, konnten die Ermittler noch nicht sagen.

Hinweise zu der Tat nimmt die Polizei Hamm unter der Rufnummer 02381/916-0 entgegen sowie per Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de. Die Polizei bittet zudem Zeugen, die Fotos oder Videos von der Tat beziehungsweise den Tatverdächtigen haben, diese online im Hinweisportal der Polizei NRW hochzuladen.

In der Region gab auch Ende Januar mehrere Geldautomaten-Sprengungen. In Lippborg (Kreis Soest) wurde das Gebäude der Volksbank dadurch stark beschädigt und auch im Sauerland war eine Filiale derselben Bank betroffen.

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