VonJonah Reuleschließen
Die Stadt Gelsenkirchen baut bis Anfang September Parkplätze zu. Dadurch soll die Innenstadt der Zukunft simuliert werden.
Gelsenkirchen – Parkplätze in Innenstädten sind in vielen Städten von NRW ein ständiges Reizthema. Freie Parkflächen sind rar, auch in Gelsenkirchen gab es zuletzt Probleme: Im Februar noch sorgte eine massive Knöllchen-Flut auf privaten Stellflächen für Ärger. Während sich viele Autofahrer für mehr Parkplätze aussprechen, wollen Kritiker Autos aus Innenstädten am liebsten ganz verbannen. Jetzt fallen in der Innenstadt gleich 18 Parkplätze weg. Dahinter steckt ein Experiment, das zeigen soll, wie die Stadt aussehen könnte, wenn weniger Autos dort parken.
- Was? Terrassen mit Kulturprogramm ersetzen Parkplatz
- Wo? Weberstraße 17-20, 45879 Gelsenkirchen
- Wann? Freitag, 4. August bis Sonntag, 3. September
Weniger Parkplätze in Gelsenkirchen: Stadt will Autofahrer mit Terrassen zum Umdenken bewegen
„URBANus Herbst“ heißt die Aktion: Dabei werden laut der Stadt Gelsenkirchen unter dem Motto „Autos runter, Menschen und Kultur rauf“ Parkplätze in der Stadt zu „Terassen“ umgebaut. 2022 gab es eine solche Maßnahme bereits in Gelsenkirchen-Buer.
Diesmal ist die Gelsenkirchener Altstadt von der Aktion betroffen. „Ein Ensemble aus buntem urbanen Holz-Mobiliar belegt vom 4. August bis 3. September Parkplätze in der Weberstraße und gibt einen Anstoß, den innerstädtischen Raum neu zu denken“, erklärt die Stadt. Wo sonst Parkplätze für Autos sind, stehen bis zum 3. September Bänke, Tische, Fahrradstationen und Pflanzenkübel. Betroffen sind 18 Parkplätze in fünf Buchten auf Höhe der Weberstraße 17-20.
Kulturprogramm und Augmented Reality zeigen neue Weberstraße in Gelsenkirchen
Um den Menschen in Gelsenkirchen vor Augen zu führen, wie die Weberstraße mit weniger Autos aussehen könnte, sind während der Aktion verschiedene Programmpunkte vor Ort geplant. Dabei findet ein kostenloses Kulturprogramm statt. „So wird simuliert und getestet, welche Effekte es auf die Standort-Entwicklung hat, wenn neue Wege und Formate beschritten werden“, erklärt die Stadt. An den sogenannten Weber-Terrassen soll es unter anderem eine Lesung, einen Filmabend und kleinere Konzerte geben. Auch Fahrradwerkstätten sind geplant.
„Passend dazu visualisiert ab dem Start der Weber-Terrassen eine Augmented-Reality-App des Tech-Startups für Stadtplanung Cityscaper aus Aachen live vor Ort durchs eigene Smartphone, wie eine neue Weberstraße in Zukunft aussehen könnte – mit weniger Autos, mehr Menschen, Gastronomie, Aufenthaltsqualitäten, mehr Grün und mehr Impulsen“, so die Stadt.
Zugebaute Parkplätze: Weber-Terassen sind jederzeit für jedermann zugänglich
Auch wenn kein Programm stattfindet, sind die Weber-Terassen frei zugänglich. So können die Terrassen laut Stadt unter anderem zum Pause machen, Essen und Trinken, oder Fahrrad abstellen und reparieren genutzt werden. (jr)
Rubriklistenbild: © Hans Blossey/imago
