VonMaximilian Gangschließen
Ein 13-Jähriger soll einen Obdachlosen erstochen haben. Angesichts von Gewalttaten von Kindern bringt NRW-Innenminister Reul eine frühere Strafmündigkeit ins Spiel.
Düsseldorf – Die Kinder- und Jugendkriminalität in NRW ist 2023 erneut gestiegen. Noch vor wenigen Tagen sorgte ein Vorfall aus Dortmund für Erschüttern, bei dem ein 13-Jähriger einen Obdachlosen erstochen haben soll. Weil der Junge noch nicht strafmündig ist, wurde er bereits wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Angesichts von Gewalttaten von Kindern plädiert NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) für eine Diskussion über eine frühere Strafmündigkeit.
„Müssen anders behandelt werden“: Reul regt Diskussion über Strafmündigkeit an
„Für mich war das immer klar: Kinder und Jugendliche müssen anders behandelt werden“, sagte Herbert Reul der Bild am Sonntag. Er stellte die Frage in den Raum, „ob heute 14-Jährige noch die 14-Jährigen sind, die wir damals hatten. Wenn ich immer mehr Anschlagsplanungen von Leuten habe, die 14, 15 oder 13 sind, wenn wir jetzt wieder Fälle haben, bei denen 13-Jährige mit dem Messer auf andere einstechen, da ist irgendetwas schiefgelaufen.“ Noch vor wenigen Wochen wies Michael Mertens, NRW-Chef der Gewerkschaft der Polizei, auf die Zunahme von Messerdelikten insbesondere durch junge Menschen hin.
Gewalttaten durch Kinder: Herbert Reul sieht Ursache bei Gewalt im Internet
„Da müssen wir auch Instrumente haben, um damit umzugehen. Ich habe keine Lösung, ich bin mir auch nicht sicher, ob die Strafmündigkeit das einzige Problem ist. Aber es ist ein Thema“, so Reul.
Der Vorfall aus Dortmund vom Donnerstag (4. April) lässt Reul nachdenklich werden. Man frage sich, „was ist da eigentlich passiert, wir müssen irgendwas falsch gemacht haben, dass Kinder und Jugendliche so groß geworden sind, dass sie heute sagen: Ich kann einen abstechen, das macht nichts.“
Reul sieht eine der Ursachen für diese Entwicklung in der Darstellung von Gewalt im Internet, die junge Menschen ohne Konsequenzen erleben. „Wir lassen viel zu viel zu im Netz, immer noch“, kritisierte er. „Entweder muss man da noch mehr Regeln machen, um es zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche da drankommen. Oder man muss dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche lernen, damit umzugehen.“ Hier seien auch die Eltern gefragt. (mg)
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