- VonFrank Lahmeschließen
Nach dem verheerenden Feuer in Hamm ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes. Der Imbiss „Damas Rose“ stand mitten in der Nacht in Flammen - es gibt einen schrecklichen Verdacht.
Hamm - Zwei Menschen wurden durch das Feuer an der Weststraße in Hamm so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Im Imbiss „Damas Rose“ (ehemals Schanzenbach) war in der Nacht ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei denkt, dass es Brandstiftung war, sie ermittelt wegen versuchten Mordes.
Großeinsatz in Hamm: Imbiss „Damas Rose“ in Flammen - schrecklicher Verdacht
Übler Verdacht in der Fußgängerzone: Das Feuer in dem Ladenlokal an der Weststraße/Ecke Rödinghauser Straße ist am Freitagmorgen gelegt worden – und möglicherweise nicht das einzige das das Werk von einem Brandstifter-Duo ist. Bereits im am 11. Februar wurde einige Meter weiter auf der gegenüberliegenden Seite das Gewürz-, Kaffee- und Süßwarengeschäft „Artuklu Yemen“ angezündet. Es gibt durchaus Parallelen bei der Begehungsweise.
Zunächst zum Feuer vom frühen Freitagmorgen in dem syrischen Imbisslokal „Damas Rose“. Auch die Staatsanwaltschaft und die Ermittler der Dortmunder Mordkommission sehen eine Brandstiftung nunmehr als erwiesen an. Sowohl die Auswertung von Videoaufnahmen als auch die Erkenntnisse des Brandsachverständigen ließen keinen anderen Schluss zu, sagte Staatsanwalt Henner Kruse am Montag.
Imbiss-Brand in der Hammer Innenstadt




Feuer im ehemaligen Schanzenbach - Täter verteilten brennbare Flüssigkeit
Demnach hatten gegen 3.45 Uhr zwei Personen die Eingangstür zu dem Ladenlokal, in dem früher einmal Eduscho- und Schanzenbach Filialen betreiben hatten, aufgebrochen. Die beiden Täter verteilten im Laden eine brennbare Flüssigkeit und zündeten diese an. „Es kam nicht nur zum Feuer, sondern auch zu einer Explosion“, so Kruse.
Anschließend entfernten sie sich und entkamen unerkannt. Mehrere Notrufe gingen anschließend bei Polizei und Feuerwehr ein. Das Ladenlokal wurde komplett verwüstet. Acht Bewohner wurden von der Feuerwehr aus den oberen Stockwerken evakuiert. Zwei von ihnen kamen mit Rauchgas-Vergiftungssymptomen ins Krankenhaus. In der Spitze waren 60 Feuerwehrleute im Einsatz.
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Brandstiftung und versuchten Mordes. Am Montag wurde von ihnen ein Zeugenaufruf veröffentlicht. Wer etwas zur Tataufklärung beitragen kann, wird gebeten sich bei der Kriminalwache in Dortmund, Telefon 0231/132 7441 zu melden. Eine Täterbeschreibung wurde nicht mitveröffentlicht. Die Frage, ob die beiden Täter vermummt waren, wurde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht beantwortet.
Videos von den möglichen Täter - Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Zu den möglichen Motiven hat die Staatsanwaltschaft noch keine verwertbaren Erkenntnisse. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Auch den Brand vom 11. Februar habe man im Blick. Bei dieser Tat in dem Lokal „Artuklu Yemen“ waren ebenfalls zwei Personen am Werk gewesen. Sie hatten ähnlich wie am Freitag gegen 3 Uhr zugeschlagen und an Vorder- und Hinterseite der Ladenzeile Feuer gelegt. Das „Artuklu Yemen“ wurde erheblich beschädigt. Auch ein benachbartes Nagelstudio wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Täter wurden bislang nicht gefasst.
Wie die Staatsanwaltschaft ebenfalls am Montag bekanntgab, hatten bereits am Mittwoch, also zwei Tage vor dem Brand, zwei Einbrecher am „Damas Rose“ ihr Unwesen getrieben. Die beiden Täter hatten da die Eingangstür beschädigt. Gut möglich, dass es schon da der Plan gewesen war, im Innern des Lokals ein Feuer zu legen. Dazu kam es allerdings nicht. Die Täter entfernten sich – wurden aber auch videografiert. Ob es die selben Personen wie am Freitag waren, stehe noch nicht fest, so Kruse. Die Täter von Freitag brachen jedenfalls die am Mittwoch beschädigte und notdürftig reparierte Eingangstür endgültig auf und legten im Geschäft sodann das Feuer.
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