Mitten im Grünen

Swingolf, Grüne Hügel und Emus: unerwartete Natur-Erlebnisse mitten im Ruhrgebiet

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Das Ruhrgebiet ist vor allem für große Städte und seinen Industrie-Charme bekannt. Aber es warten dort ebenfalls Natur-Erlebnisse der besonderen Art.

Essen – Dass man sich hier noch mitten im Ruhrgebiet in NRW befindet, mag man in diesen Essener Stadtteilen auf den ersten Blick nicht glauben. Grüne Felder, so weit das Auge reicht. Oben auf dem Hügel ein altes Kloster. In den Fußgängerzonen: kleine Fachwerkhäuser. Und eine ungewöhnliche Golfanlage.

Sattgrüne Hügel, Emus und Swingolf: Unerwartete Natur-Erlebnisse mitten im Ruhrgebiet

Nicht einmal 2000 Menschen leben im bevölkerungsärmsten Stadtteil der Stadt Essen in Schuir, ganz im Süden des Stadtgebiets. Entlang der vielen grünen Felder sieht man Bauernhöfe im Fachwerkstil. Und eben auch einige Straußenvögel, die auf der dazugehörigen Farm nicht nur angeschaut, sondern auch gegessen werden können.

Bei Swin-Golf ist das Zielloch so groß wie eine Pizza

Mitten in der Landidylle, auf einer Höhe von 120 Metern über dem Meeresspiegel, liegt auch die Walter-Hohmann-Sternwarte. Die wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben und beteiligt sich auch an der Planetoiden-Forschung. Interessierte können hier an Himmels- und Sonnenbeobachtungen teilnehmen und an Vorträgen sowie Führungen teilnehmen.

Swin-Golf ist leichter zu lernen als das herkömmliche Golfspiel

Und noch etwas ist besonders an Essen-Schuir: seine Golfanlage. Hier wird nämlich Swin-Golf gespielt, eine Variante des Golfsports, die mit vereinfachten Regeln funktioniert und weniger Ausrüstung braucht.

Wie funktioniert Swin-Golf?

Genau geht es bei Swin-Golf darum, einen Ball mit einem Schläger in ein Loch zu schlagen. Nur ist der Ball etwas größer und besteht aus Schaumstoff.

Statt vielen verschiedenen, braucht man nur einen Schläger, der drei unterschiedliche Schlagflächen hat.

Die Löcher, in die der Ball geschlagen werden muss, sind ungefähr so groß wie eine Pizza. Dadurch ist es leichter, sie zu treffen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Golf reicht eine kurze Einführung, um das Spiel zu lernen.

Das Swin-Golf-Areal in Essen-Schuir hat eine Fläche von 11 Hektar und liegt in einer hügeligen Landschaft, rund um den Rutherhof, zu dem auch die Straußenfarm gehört. Die hügelige, grüne Landschaft sei für Swin-Golf besonders reizvoll, schreiben die Betreiber der Anlage auf ihrer Website. Hier sei strategischer Geschick und Ausdauer gefragt.

Die Swin-Golf-Anlage ist von Mitte März bis Anfang November geöffnet:

  • Von März bis Oktober ist die Anlage donnerstags ab 14 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
  • Von April bis Ende September jeweils dienstags bis donnerstags ab 14 Uhr, freitags bis sonntags, sowie an allen Feiertagen von 10 bis 19 Uhr.  (Das Spielen ist bis Sonnenuntergang möglich.)
  • Die Swin-Golf-Anlage ist an allen Feiertagen geöffnet.
  • Der letzte Spieltag der Saison ist immer der 1. November. Bis Mitte März ist der Spielbetrieb eingestellt.

Eine Runde dauert beim Swin-Golf etwa drei bis vier Stunden. Auf der Fläche sind keine Zuschauer, Begleiter, Babys, Kinderwagen, Kleinkinder oder Hund erlaubt.

Das sind die Preise für Swin-Golf in Essen-Schuir:

Einzelspiel ab 18 Jahre: 15 Euro

10er-Karte (+ jeder weitere Spieler 14 Euro): 140 Euro

Kinder/Studierende/Azubis: 11 Euro

Familienkarte (Eltern + zwei Kinder bis 17 Jahre): 40 Euro

(ein zusätzliches Kind, Oma oder Opa: 5 Euro)

Jahreskarte (12 Monate spielen – auch in der Winterpause): 250 Euro

Neben Swin-Golf wird auf der Anlage auch Poolball, Fußball-Golf und Fußball-Dart gespielt.

Grüne Wanderwege und Höhenmeter gibt es mitten im Ruhrgebiet

Etwa drei Kilometer westlich von Essen-Schuir liegt Essen-Kettwig. Der Ort ist vor allem für seinen mittelalterlichen Stadtkern mit rund 150 Fachwerkhäusern bekannt. Er ist der flächenmäßig größte Stadtteil von Essen und liegt dort im äußersten Südwesten direkt an der Ruhr.

Neben der historischen Altstadt lockt vor allem die grüne und hügelige Umgebung Menschen zum Wandern an. Zwischen einsamen Pfaden, an Wald und Wiesen vorbei, passiert man auf den Wegen auch kleine Schlösser und Landgasthöfe. Direkt am Ufer der Ruhr oder am Kettwiger See gibt es Möglichkeit, sich vom Wandern zu erholen und den Blick über das Wasser schweifen zu lassen.

Im Ruhrgebiet bei Essen-Kettwig gibt es einige grüne Oasen

Auf einem Rundweg von Kettwig nach Werden

Auf der Website von Kettwig werden gleich mehrere Wanderwege mit unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgraden empfohlen. So dauert etwa der Rundwanderweg A4 ungefähr drei Stunden. Eine Weile führt die Strecke am Ufer der Ruhr entlang und biegt dann ab, hinauf in den Kettwiger Stadtwald. Im Hochwald erreicht man dann eine Aussichtskanzel, die laut der Website, einen „wunderschönen Fernblick ins Ruhrtal nach Werden und die niederbergischen Höhen“ bieten soll.

  • Leistungskilometer: 42,9 Kilometer (35,5 Kilometer reiner Rundweg ohne den Weg vom Kettwiger Bahnhof)
  • Gehzeit (ohne Pause): 8 Stunden und 20 Minuten
  • Höhenmeter: 762 Meter bergauf, 762 Meter bergab
  • Höchster Punkt: 160 Meter
  • Tiefster Punkt: 43 Meter

Für diejenigen, die gerne längere Zeit wandern, bietet sich der Kettwiger Panoramasteig an. Auf einer Strecke von knapp 43 Kilometern führt der Rundweg von Kettwig über die Ruhrhöhen nach Werden und zurück durch die Feld- und Waldlandschaften nördlich der Ruhr:

Der Panoramasteig, mitten im Ruhrgebiet, lässt sich auch in Teiletappen laufen. Durch die S-Bahn-Verbindung zwischen Kettwig und Werden lässt sich der Weg auch gut in zwei Teile teilen. (ebu)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/imago

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