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Ausflugsziele in NRW: Schöne Altstädte im Ruhrgebiet – Anfahrt, Geschichte und mehr

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Industrielles Ruhrgebiet und schöne Altstädte? Das bringen die wenigsten zusammen. Aber: Hattingen und Kettwig überzeugen mit Altstadt-Charme. 

Hamm – Das Ruhrgebiet ist überwiegend für seine bedeutenden Industriedenkmäler und ehemalige Bergbauregion bekannt. Dabei denkt man erstmal nicht an historische Marktplätze, umgeben von alten Fachwerkhäusern. Doch auch das Ruhrgebiet hat Städte mit Altstadt-Charme zu bieten. Darunter Kettwig und Hattingen. Neben diesen Altstädten gibt es in NRW noch zahlreiche weitere Ausflugsziele.

Die Altstadt von Essen-Kettwig.

Seit 1975 ist Kettwig ein Stadtteil von Essen

Direkt an der Ruhr gelegen, zählt Kettwig zu den südlichen und flächenmäßig größten Stadtteilen von Essen. Bis zum Jahr 1803 gehörte die Gemeinde Kettwig zur Reichsabtei Werden. Ab 1815 ordnete man Kettwig zunächst dem Kreis Duisburg zu, danach dem Kreis Essen. Bevor die Gemeinde – trotz Widerstand der Bevölkerung – am 1. Januar 1975 zur Stadt Essen eingemeindet wurde, galt sie seit 1857 als selbstständige Stadt im Kreis Mettmann im Landkreis Düsseldorf. Bei der Eingliederung in die Stadt Essen wurde der westlichste Kettwiger Stadtteil Mintrad an Mülheim an der Ruhr abgegeben.

Zahlreiche Fachwerkhäuser säumen sich an den Stufen der Kirchtreppe in Kettwig.
Kettwig (Stadtteil von Essen)
Bevölkerungsdichte: 1.173 Einwohner je km² (Stand: 2019)
Bürgermeister: Thomas Kufen (CDU)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Einwohner: 18.290 (Stand: 30. September 2022)

Berge, Altstädte und Parks

Wer in den Sommerferien auf der Suche nach einem Ausflugsziel ist, wird in NRW sicherlich fündig.

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Die Altstadt von Kettwig strahlt heute noch

Da Kettwig während des Zweiten Weltkriegs weitestgehend von Luftangriffen verschont wurde, stehen heute noch zahlreiche Fachwerkhäuser in der Kettwiger Altstadt. Lediglich die Ruhrbrücke wurde beim Rückzug der Wehrmacht 1945 teilweise zerstört. In der Ortsmitte, am Martin-Luther-Platz, befindet sich seit 1889 das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Dorthin führt die historische Brücke über den Mühlengraben, ein früher wichtiger Nebenarm der Ruhr.

Neben diesen Sehenswürdigkeiten sticht unter anderem auch das Kettwiger Rathaus, die evangelische Marktkirche, das Schloss Hugenpoet, das Alte Zollhaus und die Rindsberger-Mühle am Rinderbach mit seinem historischen Charme hervor. Wer darüber hinaus die Umgebung von Kettwig erkunden möchte, findet in Essen weitere Ausflugsziele.

So gibt es in Kettwig und Umgebung verschiedene Wanderwege, eine Straußenfarm und eine ungewöhnliche Golfanlage.

Auf der Brücke über dem Mühlengraben erhält man einen Ausblick auf die alten Fachwerkhäuser in Kettwig bei Essen.

So erreichen Besucher Kettwig: Anfahrt mit Auto und Bahn

  • Anfahrt mit dem Auto: Am besten erreicht man Kettwig über die A52 bis zur Ausfahrt 26 Essen-Kettwig. Von dort aus sind es circa 15 Minuten bis zur Ortsmitte.
  • Anfahrt mit der Bahn: Vom Essener Hauptbahnhof gelangt man nach Kettwig mit dem RE1 in Richtung Aachen, dem RE11 in Richtung Hauptbahnhof Düsseldorf oder dem RE6, der nach Köln fährt. Auf dieser Strecke muss man an der Haltestelle Mülheim Hauptbahnhof aussteigen und den Bus151 bis zur Haltestelle Kettwiger Markt nehmen.

Hattingen war eine der wichtigsten Städte für den Kohleabbau im 19. und 20. Jahrhundert

Historische Häuser stehen um den schiefen Kirchturm der St.-Georgs-Kirche in Hattingen.

Als zweitgrößte Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises in NRW liegt Hattingen im südlichen Teil des Ruhrgebiets an der Ruhr. Unmittelbar neben Hattingen befindet sich Wuppertal, Essen und Bochum.

Die weltweit erste Kohlen-Transport-Bahn wurde 1787 dort in Betrieb genommen. Mit mehreren Zechen in Hattingen als Ruhrgebietsstadt war der Kohleabbau im 19. und 20. Jahrhundert sehr wichtig. Dementsprechend wurde 1854 das Unternehmen Heinrichshütte, einem der größten Eisenverhüttungs- und Stahlproduzenten in der Region in Hattingen gegründet. Als die Kohle- und Schwerindustrie im Ruhrgebiet abflachte, wurde die Heinrichshütte als Museum umgewandelt.

Hattingen
Bevölkerungsdichte: 762 Einwohner je km² (Stand 2022)
Bürgermeister: Dirk Glaser (parteilos)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Einwohner: 56.217 (Stand: 31. Dezember 2022)

Mittelalterlicher Grundriss von Hattingen teilweise erhalten geblieben

Auch in Hattingen ist die Altstadt erhalten geblieben.

Hattingen verfügt über eine charmante Altstadt. Dabei zeichnet sich der „Malerwinkel“ mit seinen malerischen Häusern und dem schiefen Turm der St.-Georgs-Kirche aus. Zwischen den eng stehenden Fachwerkhäusern führt eine Treppe direkt zum Kirchplatz, dem Zentrum der Altstadt. Dieser ist im mittelalterlichen Grundriss erhalten geblieben. Auch das alte Rathaus, welches im Jahr 1576 gebaut wurde, beeindruckt durch sein altertümliches Aussehen.

Darüber hinaus bietet Hattingen als Sehenswürdigkeit das Bügeleisenhaus, das von Außen betrachtet an die Form eines Bügeleisens erinnert, die Stahlskulpturen „Eisenmänner“, das Stadttor sowie das Zollhaus als kleinstes Haus Hattingens.

So erreichen Besucher Hattingen: Anfahrt mit Auto und Bahn

  • Anfahrt mit dem Auto: Hattingen erreicht man am besten über die A43, Anschlussstellen Witten-Herbede oder Sprockhövel. Von dort aus sind es ungefähr 13 Minuten Fahrt.
  • Anfahrt mit der Bahn: Die Hattinger Innenstadt ist mit der S3 von Essen aus an der Haltestelle Hattingen Mitte zu erreichen. Von Buchum fährt man mit der Stadtbahn 308 nach Hattingen.

(cj)

Rubriklistenbild: © S. Ziese/ IMAGO

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