- VonFrank Lahmeschließen
Hauseigentümer und Mieter sind die großen Verlierer der Grundsteuerreform und müssen sich – Stand jetzt – auf erhebliche Mehrkosten bei der Grundsteuer B einstellen.
Hamm – Der Stadt Hamm liegen nunmehr die neuen Messbeträge für 21 000 der insgesamt 55 000 Grundstücke im Stadtgebiet vor, was einer Quote von 38 Prozent entspricht. Demnach müsste bei den Einfamilienhäusern ab dem Jahr 2025 eine Erhöhung um durchschnittlich 43 Prozent erfolgen, bei den Zweifamilienhäusern um 17 Prozent.
Entlastung bei Geschäftsgrundstücken, Hebesätze rauf?
Im gleichen Atemzug würden Geschäftsgrundstücke um 44 Prozent entlastet, bei gemischt genutzten Grundstücken würde die Gewerbesteuer um 33 Prozent sinken. Diese Hochrechnung wurde im Rathaus unter der Vorgabe erstellt, das sie bei der Grundsteuer nicht zusätzliche Einnahmen generieren, sondern am bisherigen Stand von 34,6 Millionen Euro festhalten will.
Der Hebesätze in Hamm müssten hierfür ab 2025 von 600 auf 803 Prozent angehoben werden.
Kreuz und Herter sehen Land in der Pflicht, gegenzusteuern
„ Es kann niemand wollen, dass Hausbesitzer die Entlastung der Gewerbegrundstücke zu bezahlen haben“, sagte Oberbürgermeister Marc Herter am Mittwoch im Vorgriff auf die nächste Ratssitzung. Gemeinsam mit Stadtkämmerer Markus Kreuz sieht er (wie auch diverse andere Kommunen und Spitzenverbände wie der Städtetag) die Landesregierung in der Pflicht, gegenzusteuern und die Steuermesszahlen zu überarbeiten.
„Noch ist dafür Zeit genug“, sagten Herter und Kreuz. Deswegen soll nun auch der Rat in seiner nächsten Sitzung am 12. Dezember das Land auffordern, endlich und umgehend landesweite Musterrechnungen durchzuführen, um die Auswirkungen der Grundsteuerreform bewerten zu können.
Aus Stadtsicht dürfte es am Ende ausreichen, die Messzahlen bei den Gewerbegrundstücken anzupassen. Ferner soll der Rat beschließen, dass sich die Stadt zu einer aufkommensneutralen Umsetzung der Grundsteuerreform bekennt.
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