VonMarvin K. Hoffmannschließen
Der Tierschutzverein in Hagen hat Kaninchen von einem Balkon gerettet. Die Tiere hatten sich „unkontrolliert vermehrt“. Die Halter waren offenbar überfordert.
Hagen – Der Tierschutzverein Hagen (NRW) hat zwölf Kaninchen gerettet, die auf einem Balkon gehaust haben. Die Tierschützer sind sich sicher: Hier wurde Schlimmeres verhindert.
Kaninchen in Hagen gerettet: „Tiere hatten sich unkontrolliert vermehrt“
„Heute haben wir zwölf Kaninchen übernommen, die in Hagen auf einem Balkon gelebt haben. Die Tiere hatten sich unkontrolliert vermehrt, da man die Geschlechter nicht kannte“, schrieben die Tierschützer am 3. Oktober bei Facebook und schilderten die schreckliche Situation, in der sich die Kaninchen demnach befanden. „Im vergangenen Jahr waren es mindestens 40 Kaninchen, die wir übernommen haben und die aus ähnlichen Verhältnissen zu uns kamen“, heißt es. Die waren nun wohl extrem schlecht.
Die Kaninchen wurden offenbar in kleinen Käfigen gehalten, ohne Einstreu oder Heu, hatten kein oder nicht artgerechtes Futter, verdreckte Behausungen. „Die Halter waren unwissend und überfordert, so sieht es leider aus“, meint der Tierschutzverein Hagen. Ihrer Meinung nach seien die Kaninchen „als Kinderspielzeug angeschafft“ worden und anschließend „die Haltung aus dem Ruder gelaufen“. Für die Tierschützer beginnt aber erst dann die richtige Arbeit.
Tierschutzverein Hagen muss „viel Geld in die Hand nehmen“
„Für uns bedeute das, viel Geld in die Hand zu nehmen“, erklärt der Tierschutzverein Hagen. Die Tiere müssten oft sofort behandelt werden. „Zahnfehlstellung, Parasiten und so weiter sind keine Seltenheit. Alle männlichen Tiere werden kastriert und alle Tiere geimpft“, heißt es. Die Kosten pro Kastration beliefen sich auf circa 130 Euro, für die Impfung würden circa 80 Euro pro Tier anfallen. „So sind in diesem Jahr schon mehrere Tausend Euro an Tierarztrechnungen nur für Kaninchen angefallen“, erklärten die Tierschützer aus Hagen. Kosten, die vermieden werden könnten.
Viele Menschen wüssten demnach nicht, wie früh die Tiere geschlechtsreif werden und sich vermehren können. „Jetzt wollen wir nur hoffen, dass die fünf weiblichen, ausgewachsenen Tiere nicht schon (wieder) trächtig sind“, schreiben die Tierschützer, die in Hagen nach eigenen Angaben „noch Schlimmeres verhindern“ konnten.
Der Tierschutzverein Lüdinghausen rettete außerdem unlängst das Leben von Kätzchen Linn. Jetzt kann sie schmerzfrei spielen – als Dreibein-Katze. Eine Frau suchte zudem mit einem Eimer voller Babymäuse Hilfe beim Tierschutzverein Bielefeld. Als sie nicht die gewünschte Reaktion bekommt, stellt sie die Winzlinge einfach ab.

