Die Deutsche Bahn gibt Auskunft

Es bleibt laut in Westtünnen: Kein Lärmschutz vor dem Jahr 2031

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Nicht einmal im Bereich der Bahnsteige: Die Bahn baut vorerst keine Lärmschutzwände in Westtünnen.
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Die bereits vor Jahren versprochenen Lärmschutzwände an der Strecke und am Bahnhof in Westtünnen werden nicht vor dem Jahr 2031 gebaut werden können.

Westtünnen – Wird es in Westtünnen entlang der Bahnstrecke und im Bereich des neuen Haltepunktes jemals eine Lärmschutzwand geben? Eine aktuelle Information aus dem Hause der Deutschen Bahn lässt Zweifel aufkommen. „Die notwendigen Sperrpausen für unsere Bauarbeiten in Hamm-Westtünnen werden voraussichtlich erst ab 2031 zur Verfügung stehen.“ So lautet die schriftliche Antwort aus der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit Lärmsanierung der Bahn, die jetzt ein Anwohner erhalten hat (das Schreiben liegt der Redaktion vor).

Demnach wird es noch nicht einmal den von der Stadt Hamm geforderten und als zugesagt verkündeten Lärmschutz im Bereich des Haltepunktes geben. Wenn also im kommenden Sommer die ersten Züge halten, werden die Anwohner dem Lärm der Züge und den Blicken der Zuggäste ausgesetzt sein. Eine Wand würde auch den nötigen Sichtschutz bieten. Wer demnächst auf dem Bahnsteig steht, hat freie Sicht in die dort angrenzenden Gärten und Häuser. Darauf hatte der Anwohner in seiner Frage hingewiesen und gefordert, zumindest dort Wände aufstellen zu lassen.

Lärmschutzwand in Wesnnen: Sperrpause erforderlich

Doch daraus wird nichts, zumindest in absehbarer Zeit: „Wir haben unsere Möglichkeiten zum zeitlichen Vorverlegen des Baus der Lärmschutzwand im Bereich des Bahnsteigs am neuen Haltepunkt Hamm-Westtünnen eingehend geprüft. Selbstverständlich verstehen wir die Bedenken der Anwohner zum Thema Sichtschutz, welche Sie an uns herangetragen haben, und haben diese in unsere Überlegungen auch miteinbezogen. Eine Umsetzung der Lärmschutzwand im Bahnsteigbereich vor der Nutzbarkeit neuer Sperrpausen ist dennoch leider nicht möglich“, lautet die ernüchternde Antwort.

Aus dem Antwortschreiben geht hervor, dass zwei Punkte dabei ausschlaggebend seien: Zum einen seien für die Baumaßnahme Streckensperrungen notwendig. Ein Bau von außen, das heißt ohne Streckensperrung, sei nicht möglich. Zum anderen würden die Kosten für eine Einzelvergabe einer Lärmschutzmaßnahme zu hoch werden, im Gegensatz zu einer Vergabe als Bestandteil der gesamten Wand.

Bauverzögerung: Fehler in der Ausschreibung

Für die in mehrere Abschnitte entlang der Strecke in Westtünnen und Berge aufgeteilte Gesamtmaßnahme waren bereits vor einigen Jahren Bundesmittel zugesagt worden. Selbst ein Bautermin stand bereits fest. Doch ein Fehler in der Ausschreibung der Arbeiten stoppte die Maßnahme damals, bevor sie überhaupt begonnen wurde. Seitdem sind die Informationen seitens der Bahn unterschiedlich.

Noch vor einem halben Jahr kommunizierte die Bahn einen Termin im Jahr 2027. Die letzte Aussage ist ein halbes Jahr her und mit dem Schreiben, das den Westtünner Bürger vor einigen Tagen erreichte, offenbar überholt .

Die Kommunikation seit 2022

Juni 2021: Zu Gast bei der Sitzung der Bezirksvertreter Rhynerns spricht Sandra Katz, Leiterin Regionales Projektmanagement der Bahn, von einem möglichen Bautermin im Jahre 2024.

April 2022: „Ein Baubeginn ist voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2027 möglich“, teilt ein Bahnsprecher auf Anfrage mit.

August 2022: Die Stadt Hamm stellt das gesamte Bauprojekt „Haltepunkt Westtünnen“ vor und bestätigt, dass kein Lärmschutz vor dem Jahr 2027 gebaut werde. Dabei macht Oberbürgermeister Marc Herter Hoffnung: Immerhin sei auf Bitten der Stadt Hamm erreicht worden, dass der Schallschutz im Bereich des Bahnhofs bereits zur Inbetriebnahme des Bahnhofs erstellt sein werde.

Mai 2023: Bahnsprecher Stefan Deffner sagt auf Anfrage: „Die DB geht davon aus, dass der Bau der Lärmschutzwände im Jahr 2027 starten kann.“

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