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Hamm bekommt ein Elvis-Presley-Museum, in dem auch andere Stars aus dieser Zeit Einzug halten sollen - und das alles im CreativRevier Heinrich Robert.
Pelkum/Herringen – Er kommt aus Gelsenkirchen und ist ein großer Elvis-Presley-Fan: Zusammen mit zwei Freunden hat Andreas Schröer in den vergangenen rund 30 Jahren die „größte private Elvis-Presley-Sammlung mit Original-Exponaten außerhalb der USA zusammengetragen“. Es seien mittlerweile über 2000 Erinnerungsstücke an den „King of Rock’n’Roll“, sagt Schröer. 600 bis 700 sollen ab dem kommenden Jahr dauerhaft im CreativRevier Heinrich Robert ein neues Zuhause bekommen. Auch mehr als vier Jahrzehnte nach seinem Tod ist Elvis Presley noch immer ein Weltstar.
Auf rund 1000 Quadratmetern in der ehemaligen Lampenstube planen Schröer und Gebäudeeigentümer Jürgen Tempelmann ein Elvis-Presley-Museum, in das unter dem Motto „Rock’n’Roll Heaven“ auch andere Stars der 1950er- und 1960er-Jahre Einzug halten sollen, darunter Jimmy Hendrix, die Beatles, Marilyn Monroe und James Dean. Auch von ihnen gibt es mehrere Original-Exponate, die unter anderem von schwedischen Freunden Schröers zusammengetragen wurden. In die Ausstellung integriert werden sollen, wie Tempelmann sagt, ein Verkaufsshop und ein Vinylcafé, ähnlich wie das im CreativQuartier Fürst Leopold in Dorsten.
Elvis-Museum auf Heinrich Robert: Ausstellung soll langsam wachsen
Schröer hat Teile der ElvisSammlung schon in mehreren Städten in Deutschland präsentiert, unter anderem während einer Dauerausstellung in der Düsseldorfer Altstadt sowie in Bad Neuheim bei Frankfurt, wo Presley während seines Militärdienstes (1. Oktober 1958 bis 2. März 1960) lebte. Und jetzt Hamm.
Wie Schröer und Tempelmann sagen, soll die Ausstellung auf Heinrich Robert langsam wachsen. „Ich denke, dass wir mit etwa 300 Exponaten starten und uns dann Zug um Zug steigern werden“, so Schröer, der wie Tempelmann auf einen Start im Laufe des nächsten Jahres hofft. Einen kleinen Vorgeschmack soll es aber schon ab Herbst geben. Dann sollen einige Exponate in dem Café zu sehen sein, das in das ehemalige Lohnbüro zieht. Die Eröffnung solle, wie Tempelmann sagt, nach den Sommerferien erfolgen.
Elvis-Museum auf Heinrich Robert: Bravo-Hemd und Tonstudio
Die Sammlung umfasst private Kleidung, Bühnenkleidung und Filmgarderobe, Uniformen und Armeeausrüstungsteile, Musikinstrumente, Dokumente und Schriftstücke wie zum Beispiel Briefe und Liedtexte, Schallplatten, Einrichtungsgegenstände, Sportgeräte und mehr. Und zu – fast – jedem weiß Schröer eine Geschichte zu erzählen. Da wäre zum Beispiel das Hemd, das Elvis Presley 1959 der Jugendzeitschrift „Bravo“ geschenkt hat und das bei einem Gewinnspiel verlost wurde. Oder eine Gitarre, die Elvis 1958 im bekannten Musikhaus Hummel im Frankfurt erworben hat. Auch andere US-Stars wie Bill Haley hätten dort Instrumente gekauft, weiß Schröer. „Vor seiner Rückkehr in die USA hat er die Gitarre, einen Verstärker und andere Einrichtungsstände an diejenigen verschenkt, die ihm beim Auszug geholfen haben.“ 20 Jahre habe er gebraucht, um die Gitarre und den Verstärker, die im Besitz von zwei Schwestern waren, zu bekommen, so Schröer.
Nach Hamm kommen soll auch ein Tonstudio samt Plattenpresswerk, in dem Elvis in frühen Jahren seine Platten aufgenommen hat.
Auch in manchen Wohnstuben in Hamm lebt der König des Rock‘n‘Rolls weiter,
Elvis-Museum auf Heinrich Robert: Geschichten über Geschichten
Doch das ist längst nicht das einzige außergewöhnliche Exemplar. Über einen Bekannten ist Schröer beispielsweise an den Grabstein von Richie Valens gekommen – jener Teenie-Star, der durch Hits wie „La Bamba“ und „Come on, let’s go“ bekannt wurde und der 1959 im Alter von gerade einmal 17 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. „Mein Bekannter hat ihn vom Bruder von Richie Valens bekommen, nachdem der Stein gegen einen neuen ausgetauscht wurde.“
An den Geschichten zu den Exponaten möchten Schröer und Tempelmann künftig auch die Hammer teilhaben lassen. „Mit Eröffnung der Ausstellung soll es auch regelmäßige Führungen geben“, so Tempelmann, der in der Lampenstube von Heinrich Robert den „Zeitgeist der 50er- und 60er-Jahre aufleben lassen möchte, ohne dass dabei der Bergbaucharm des Gebäudes untergeht“. Ihn wolle er auf jeden Fall erhalten, betont Tempelmann.
Elvis-Museum auf Heinrich Robert: Bauantrag in Vorbereitung
Bis zur Eröffnung muss er allerdings noch die eine oder andere Hürde aus dem Weg räumen. Mit den Denkmalschützern habe er schon gute Gespräche geführt. Aktuell sei man dabei, den Bauantrag zu stellen, hofft Tempelmann, dass die Baugenehmigung Anfang 2024 vorliegt, um mit „Rock’n’Roll Heaven“ durchstarten können. Ob das bereits zur ExtraSchicht 2024 am 1. Juni klappt, weiß er aber noch nicht.
Eine Lösung hat er übrigens für die Parkplätze gefunden, die er nachweisen muss. Das Problem: Der geplante Zentral-Parkplatz fürs CreativRevier befindet sich westlich des Hammerkopfturms – also in jenem Bereich, der vermutlich erst in einigen Jahren aus der Bergaufsicht entlassen wird. So lange will Tempelmann aber nicht warten. Er steht daher im engen Kontakt mit der RAG Montan Immobilien und der Stadt bezüglich der temporären Nutzung einer Fläche im Norden des Geländes, auf der ein Gewerbegebiet geplant ist. Sie könnte vorübergehend als Stellfläche genutzt werden