- VonJörn Funkeschließen
Die Stadt strebt trotz finanzieller Schwierigkeiten einen weiteren Ausbau von Kindergärten und Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Hamm an. Oberbürgermeister Marc Herter und Bildungsdezernentin Dr. Britta Obszerninks stellten am Mittwoch die Perspektiven in Sachen Betreuung vor.
Hamm – Im OGS-Bereich würden aktuell bereits 50 Prozent aller Schulkinder betreut, sagte Herter. Rechne man die Über-Mittag-Betreuung hinzu, komme man auf 70 Prozent. In den vergangenen drei Jahren sei die OGS-Kapazität an den Hammer Grundschulen um mehr als 1 000 Plätze aufgestockt worden. Für jedes zweite Kind stehe ein Platz zur Verfügung. Es gebe aktuell eine Warteliste mit 50 Kindern – ohne die Aufstockung wären es 1 050, so Herters Rechnung.
Mehr Betreuung: Stadt Hamm will Kitas und OGS erweitern
„Das war ein riesiger Kraftakt aller Beteiligten, der uns da gelungen ist“, so der Oberbürgermeister. Jetzt werd baulich weiter aufgestockt: An acht Grundschulen werden sollen Erweiterungen und Umbauten dafür sorgen, dass zusätzlicher Raum für die OGS und vor allem für das Mittagessen zur Verfügung stehe. Die einzelnen Maßnahmen sind über die ganze Stadt verteilt, knapp 22 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.
Gleichzeitig seien an 16 Kindertagesstätten bauliche Erweiterungen oder Ersatzbauten konkret vorgesehen, so Herter weiter. Für 2025/26 peile man eine 100-Prozent-Versorgung im Ü3-Bereich an; bei den unter Dreijährigen solle jedes zweite Kind ein Platzangebot erhalten. Landesweit sei man mit solchen Werten ganz vorne. „Die familienfreundliche Stadt“, so Obszerninks, „werde so greifbar.“
Kitas und OGS-Plätze in Hamm: Mangelnden Finanzierungsbereitschaft des Landes
Deutliche Kritik äußerten Herter und Obszerninks an einer mangelnden Finanzierungsbereitschaft des Landes. Die Stadt leiste derzeit freiwillig Beiträge, um die Betreuungssysteme zu erhalten. Bei den Kindergärten greife die Stadt den Trägern jährlich bereits mit 4,6 Millionen Euro unter die Arme – zusätzlich zum städtischen Pflichtanteil. Grundsätzlich wolle man am Trägersystem festhalten, so Herter. Zumal die Kita- und OGS-Träger die Stadt nie im Stich gelassen hätten. Doch auch bei der Stadt komme man ans Ende der finanziellen Möglichkeiten.
Eine kurzfristige Schließung von Betreuungseinrichtungen aus finanziellen Gründen wie kürzlich in Münster schloss Herter aus. Ein Finanzstreit zwischen Rathaus und Landesregierung solle nicht auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen werden.