- VonUlrich Willeschließen
Das Wohngebiet „Am Hallohpark“ soll ein „grünes Wohngebiet“ werden. Wenn man es etwas zynisch betrachtet, ist es das auch schon. Allerdings ist das Grün dort hauptsächlich grüner Wildwuchs und das ganze Gelände zeichnet sich nicht gerade durch ein gepflegtes Äußeres aus. Dieser Zustand wird wohl auch noch eine Weile andauern.
Bockum-Hövel – Denn eine Nachfrage beim Bauherrn der Mehrfamilienhäuser, Gosda Bau in Ahlen, sowie bei der Stadt Hamm, wann hier mit Bautätigkeit zu rechnen sei, ergaben wenig Konkretes. Während man bei Gosda lediglich verlauten ließ, man sei noch in Gesprächen mit der Stadt, machte die Stadtverwaltung immerhin eine vage zeitliche Ansage: „Ein Baustart im Jahr 2024 ist wohl realistisch“, teilte Stadtsprecher Tom Herberg mit. Bei den derzeitigen Gesprächen gehe es in erster Linie um Planungsabsprachen für den Bauantrag.
Es sind schon etliche Jahre ins Land gegangen, seit die ehemalige Albert-Schweitzer-Schule an der Oswaldstraße im Jahr 2016 abgerissen wurde. Im gleichen Jahr starten bereits die umfangreichen Überlegungen über die Nachnutzung des Filetstücks in der Höveler Mitte. Am Ende der Diskussionen, Planungen, der Bürgerbeteiligung und der Vorgaben aus der Politik kam letztlich ein alle zufriedenstellender Entwurf mit einem Mix aus Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern mitten im Zentrum von Hövel zustande. Erschlossen ist das Baugebiet auch schon. Im März 2022 ging es los mit den Arbeiten und im Juni waren die Erschließungsarbeiten vollendet. Doch seitdem tut sich nichts in Sachen Mehrfamilienhäuser auf dem Gelände.
Erschließung bereits erfolgt
Für das Baugebiet gibt es zwei Investoren. Während sich das Bockum-Höveler Unternehmen Wilczek Immobilien um die Ein- und Zweifamilienhäuser kümmert, hat Wilczek aber das Großprojekt Mehrfamilienhäuser im Oktober 2021 an Gosda-Bau in Ahlen verkauft. Hier ging es damals – dem Vernehmen nach – um eine Investitionssumme von rund 15 Millionen Euro. Wie sich die Summe mittlerweile durch Ukraine-Krieg, Energiekrise und Inflation entwickelt hat, ist unbekannt.
Was die neun geplanten Einfamilienhäuser angeht: „Fast alle Grundstücke sind verkauft, nur eins ist noch übrig“, sagte Mark Jörrißen von Wilczek Immobilien auf Anfrage. Tatsächlich gebaut worden sind bislang aber nur zwei zweigeschossige Häuser, die offensichtlich mittlerweile auch bezogen wurden sowie eins der Einfamilienhäuser, das wohl kurz vor der Fertigstellung ist. Dass nur drei der neun möglichen Häuser gebaut wurden, zeigt die Zurückhaltung wegen der unkalkulierbaren Baupreise deutlich. Und – wie Mark Jörrißen erklärte – sei eins der Grundstücke am Hallohpark noch nicht verkauft. Dabei handele sich um eine Parzelle für ein frei stehendes, eingeschossiges Einfamilienhaus. „Wir überlegen, dort selbst ein Haus zu bauen und es dann als fertiges Haus zu verkaufen oder zu vermieten“, sagte Jörrißen. Die Angst vor dem Bauen sei zurzeit wegen der teils unkalkulierbaren Kosten offenbar sehr groß.
Dazu kommt bei potenziellen Bauherren sicherlich auch, dass die Grundstücke in diesem „Filetstück“ nicht eben günstig sind. Die Parzellen wurden in einem Bieterverfahren angeboten, die Startpreise lagen dabei bei 350 Euro pro Quadratmeter. Und in Sachen Mehrfamilienhäuser: „Man befinde sich zurzeit in der Planung“, hieß es von Gosda-Bau noch im Oktober 2022.
Sozialer Wohnungsbau
Kostensteigerung, Materialknappheit, Fachkräftemangel und nicht zuletzt die Unsicherheit, wie hoch künftig die Förderung für den Sozialen (hier verpflichtenden) Wohnungsbau sein werde, verzögerten die Planung, sagte damals Geschäftsführer Jürgen Gosda. Zudem waren die alten Förderrichtlinien Ende 2022 ausgelaufen, die neuen Förderrichtlinien erwartete Gosda im Frühjahr 2023. Dann kennen wir die Spielregeln“, sagt Gosda und betonte, dass gerade in diesem Bereich alle Investoren auf einem Kurs des Abwartens seien.
