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Die Schulleiterin der Arnold-Freymuth-Schule, Eva Riahi, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. In ihrer Zeit hat die Schule viel erlebt.
Herringen – Der Aufbau von zwei neuen Schulen, die Aufnahme von Flüchtlingen, die ständige Weiterentwicklung des Unterrichts, große Baumaßnahmen und nicht zuletzt die Corona-Pandemie haben der Schulgemeinde der Arnold-Freymuth-Gesamtschule in Hamm in den vergangenen Jahren alles abverlangt.
Mittendrin: Eva Riahi. Die Schulleiterin habe das alles, und darin waren sich die Redner in der Aula der Jahn-/Lindenschule einig, mit Bravour gemeistert. Am Dienstag wurde die engagierte Pädagogin in den Ruhestand verabschiedet.
Abschied: Riahi verlässt Schule nach elf Jahren
Dass sie während ihrer Zeit als Schulleiterin die Erweiterungsbauten der Gesamtschule nicht mehr mit einweihen konnte, bedauerte Oberbürgermeister Marc Herter. Er versprach aber, Eva Riahi einzuladen, wenn es in etwa einem Jahr so weit ist. Herter erinnerte in seiner Rede an die damalige Sekundarschule in Herringen, an die Riahi 2012 als Leiterin gewechselt war.
Wenige Jahre später sei sie dann zu einer Gesamtschule weiterentwickelt worden. Die Politik habe dazu den Rahmen gegeben. „Ihre Aufgabe und die ihrer Kollegen war es, Leben in die Bude zu bringen.“ Unter anderem die Vielfalt zeichne die Schule aus. Und: „Die Leitworte Respekt und Courage waren Ihnen sehr wichtig.“
Arbeit mit Riahi war „spannend, bereichernd und abwechslungsreich“
Auch Bezirksbürgermeister Franz Tillmann erinnerte in seiner Rede an die Anfangszeit der Schule. Es sei damals der Wille der Eltern und der Politik gewesen, vor allem den Herringer Kindern die Möglichkeit zu bieten, vor Ort das Abitur zu machen. Am Aufbau der Gesamtschule habe Eva Riahi maßgeblich mitgewirkt, so Tillmann, der sich freute, dass sie dem Stadtbezirk auch als Ruheständlerin erhalten bleibt. „Wir möchten die Städtepartnerschaft mit Neufchâteau neu aufstellen.“ Eva Riahi habe angeboten, daran mitzuwirken.
Leon Moka, Sprecher der drei Hammer Gesamtschulen, bezeichnete die Zusammenarbeit mit seiner scheidenden Kollegin als „spannend, bereichernd und abwechslungsreich“. Auch ihr sei der Austausch wichtig gewesen. „Es hat Spaß gemacht, mit ihr zusammenzuarbeiten.“
Elternschaft bezeichnet Riahi als „total engagierte Schulleiterin“
Maik Goßmann als Vertreter der Elternschaft lernte Eva Riahi in den vergangenen vier Jahren als „total engagierte Schulleiterin“ kennen. Sie habe alles für das Schulleben getan und sich viel Zeit für die Sorgen und Nöte der Eltern genommen – insbesondere während der Pandemie.
Für die Schüler der Gesamtschule sprachen die beiden Absolventen Sevde Tarih und Slaven Tomic. Sie präsentierten einen Film, den vier Schüler gedreht haben. Die dortigen Interviewpartner waren voll des Lobes: Eva Riahi sei nett und hilfsbereit, der Unterricht bei ihr mache viel Spaß, waren Sätze, die immer wieder fielen. Ein anderer meinte, dass die Schulleiterin zwar „etwas streng, aber cool“ sei. Andere lobten ihren Einsatz im Kampf gegen Rassismus. „Danke, dass Sie bei uns waren. Sie waren eine tolle Schulleiterin. Danke, dass Sie für uns Schüler da waren.“
Besonderer Wert auf Inklusion, Integration und Förderung
Die gute Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Kollegium lobte Dr. Matthias Nomayo vom Lehrerrat. „Sie haben der Schule ein Profil gegeben und viel für sie getan.“ Das war auch für Dezernent Michael Okon-Gerling von der Bezirksregierung das Stichwort. Die Entscheidung, in Herringen die dritte Hammer Gesamtschule anzusiedeln, sei richtig gewesen. Er habe Eva Riahi als engagierte Schulleiterin kennengelernt, die immer mal wieder auch um Rat gefragt habe.
Wichtig seien ihr die drei „I“ – Inklusion, Integration und individuelle Förderung – gewesen, ebenso die Erinnerungskultur, das Projekt „Schule ohne Rassismus“ und die Zusammenarbeit mit der Arnold-Freymuth-Gesellschaft. Eva Riahi hinterlasse ihrem Nachfolger eine gut aufgestellte Schule – auch mit Blick auf die Oberstufe, die in gut einem Jahr an den Start gehen wird. Wie Okon-Gerling sagte, sei der Nachfolger für Eva Riahi gefunden. Lediglich der Personalrat der Bezirksregierung müsse an diesem Mittwoch noch zustimmen.
Riahi ist stolz auf ihre Leistungen
Eva Riahi, von einigen Aussagen gerührt, erklärte, dass sie stolz darauf sei, am Aufbau der Gesamtschule habe mitwirken zu dürfen. Während dieser Zeit habe sie viel Unterstützung erfahren – von der Stadt, der Bezirksregierung, der gesamten Schulgemeinde, den Amtskollegen und ihrer Familie.
Musikalisch umrahmt wurde die Verabschiedung vom ehemaligen Schüler Linus Peske – er hatte 2019 seinen Abschluss – und Helin Soydan. Durch die Feierstunde führten Dorothee Pehle und Claudia Breer.
Mit Eva Riahi wurde anschließend in der Mensa auch die Didaktische Leitung der Gesamtschule, Petra Wiegmann, in den Ruhestand verabschiedet.
Auch in Rhynern geht mit diesem Schuljahr eine Ära zu Ende. Die Leiterin der Carl-Orff-Schule, Ursula Harkenbusch, geht ebenfalls in den Ruhestand.
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