- VonFrank Lahmeschließen
Ermittler bringen die Automaten-Sprenger aus Bockum-Hövel mit neun Taten in Verbindung. 450.000 Euro sollen erbeutet worden sein - mehr als die Hälfte davon in Hamm.
Hamm – Die Geldautomatensprenger, die am Freitag, 24. Februar, in der Bockum-Höveler Kaufland-Filiale zuschlugen, hatten offenbar den ganz dicken Fisch am Haken. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag mitteilte, hatte sich in dem EC-Automaten die sagenhafte Summe von 260.000 Euro befunden. Das Gerät war anscheinend erst wenige Stunden vor dem Coup bis zum Rand aufgefüllt worden.
Knapp 15.000 Euro verloren die drei Täter auf dem Weg zu ihrem Fluchtauto – einem Fiat Abarth 500. Der Wagen wurde nach WA-Informationen bereits am Dienstag oder Mittwoch von der Polizei wiedergefunden und war offenbar zuvor gestohlen worden.
Am Donnerstag kam es dann im Raum Köln/Bonn. zum großen Zugriff der seit September 2022 verdeckt arbeitenden Ermittler der Kölner Polizei. Wie berichtet, wurde ein 47-jähriger Rumäne, der mit mehreren Haftbefehlen international gesucht wurde, festgenommen. Der Mann gilt als Hauptverdächtiger und soll einer Bande von vorwiegend rumänischen Tätern vorstehen, die in NRW und Rheinland-Pfalz seit April 2021 mindestens neun EC-Automaten in die Luft gejagt haben sollen.
Automatensprenger: Zwei Hammer Verdächtige in Haft
Wie am Freitag bekannt wurde, soll der 47-Jährige auch bei der Bockum-Höveler Sprengung vor Ort gewesen sein. Ein weiterer Verdächtiger (42 Jahre, ebenfalls Rumäne) wurde zwischenzeitlich festgenommen und sollte am Freitag einem Haftrichter vorgeführt und in U-Haft verbracht werden.
Auch dieser Mann soll an der Tat in Hamm direkt beteiligt gewesen sein. Der dritte Hammer Täter war am Freitag noch nicht ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf geht davon aus, dass die Bande mehr als zehn Mitglieder hatte, die in unterschiedlicher Besetzung die Automatensprengungen vornahmen.
Wo ist das Geld? Nur 10.000 Euro wurden wiedergefunden
Wie die Kölner Polizei den Hammer Tatverdächtigen so schnell auf die Schliche kam, wurde am Freitag „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht bekannt gegeben. „Wir waren in Hamm jedenfalls nicht live dabei“, sagte Staatsanwalt Julius Sterzel auf WA-Anfrage.
Bei den neun Automatensprengungen, die auf die Kappe der rumänischen Bande gehen sollen, sollen insgesamt 450.000 Euro erbeutet worden sein. Der größte Teil des Geldes wurde noch nicht wiedergefunden. Bei den Wohnungsdurchsuchungen, die am Donnerstag im Raum Köln/Bonn unter Beteiligung von Spezialeinsatzkräften vorgenommen wurden, wurden laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf bislang lediglich 10.000 Euro aufgefunden und sichergestellt.
Gut möglich, dass den Verdächtigen in den nächsten Wochen weitere Sprengungen von Geldautomaten zugeordnet werden – und zwar nicht nur in Deutschland. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, steht sie in Verbindung mit Ermittlern aus sechs europäischen Ländern (Belgien, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Österreich, Rumänien) – ebenfalls wegen Automatensprengungen.
