Könnte laut werden

Bahn wirft Pläne um: Passiver statt aktiver Lärmschutz in Pelkum

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Aktiver Lärmschutz: An verschiedenen Stellen im Stadtbezirk Pelkum – hier die Bahnunterführung Weetfelder Straße – wurden Lärmschutzwände errichtet. Weitere sollen folgen.
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2024 will die Bahn auch in der Selmingerheide mit dem Ausbau des Lärmschutzes beginnen, allerdings nur auf einer Seite.

Pelkum - Anders als in anderen Ortsteilen von Hamm soll die Lärmsanierung an Strecken der Deutschen Bahn im Stadtbezirk Pelkum 2024 fortgesetzt werden. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Allerdings machte er auch für die Selmigerheide eine Einschränkung. Die ursprünglichen Pläne werden hier demnach nicht 1:1 umgesetzt.

Geplante Lärmschutzwände in Selmingerheide nicht umsetzbar

Wie es hieß, sind im Zuge des Projekts Hamm II in der Selmigerheide zwei weitere Lärmschutzwände geplant – und zwar an der Strecke Hamm-Bönen. Sie sollen gegenüberstehend an der Strecke des Wiescherhöfener Bahnhofes gebaut werden.

„Die Bauleistungen für die Wand auf nordwestlicher Seite der Bahnstrecke – Baumhofstraße, Birkhuhnweg – befinden sich aktuell in der Ausschreibung“, sagte der Bahnsprecher. Die Umsetzung sei nach aktuellem Stand zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025 vorgesehen. Allerdings: Der Bau der gegenüberliegenden Wand könne aufgrund der Bestandssituation nicht erfolgen. „Stattdessen wird den betroffenen Anwohnern passiver Schallschutz in Form von Schallschutzfenstern und -lüftern angeboten.“

Schon 5,2 Kilometer Lärmschutz in Hamm

Hamm ist ein großer Eisenbahnverkehrsknotenpunkt. Daher hat die DB insgesamt vier Lärmsanierungsprojekte im Stadtgebiet verteilt. Diese befinden sich allesamt in unterschiedlichen Planungs- oder Bauphasen. Insgesamt hat die DB bereits über 9,3 Millionen Euro in die Projekte Hamm I und Hamm II investiert. In der Summe konnten dabei knapp 5,2 Kilometer Schallschutz installiert werden. Damit konnten circa 1600 Anwohner – vor allem im Stadtbezirk Pelkum – von Lärm entlastet werden. Als Nächstes stehen die Ausbaustufen Hamm III und Hamm IV an. An deren Ende sollen an den Hammer Bahnstrecken rund neun Kilometer Schallschutzwände (SSW) gebaut sein. Hinzu kommen geförderte passive Maßnahmen wie Schlallschutzfenster

Sperrpausen statt Lärmschutzwände: Alternative der Bahn

In den vergangenen Jahren wurden im Stadtbezirk Pelkum bereits mehrere Lärmschutzwände gebaut. So wurden bis 2021 auf der Strecke Hamm-Lünen (Osterfelder Bahn) drei Lärmschutzwände errichtet. Die Lärmsanierungsmaßnahmen Hamm 2 befinden sich vorrangig in den Ortsteilen Selmigerheide und Heessen an der Bahnstrecke Bielefeld-Hamm-Dortmund. Hier sollen auch in den nächsten Jahren die Bahnübergänge saniert werden.

In der Selmigerheide seien zwei Lärmschutzwände mit einer Länge von über 720 Metern gebaut worden, in Heessen rund 1,25 Kilometer Lärmschutzwand. Auch auf der gegenüberliegenden Seite sollten hier Lärmschutzwände errichtet werden.

Rund 1,8 Milliarden Euro investiert

Um die Lärmsituation auch an älteren Bahnstrecken zu verbessern, hat die Bundesregierung 1999 das freiwillige Programm „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ ins Leben gerufen. Bisher wurden rund 1,8 Milliarden Euro investiert und über 2200 Kilometer Strecke lärmsaniert. Das entlastet mittlerweile die Ortsdurchfahrten von mehr als 1300 Städten und Gemeinden bundesweit. Hinzu kommen über 65500 Wohneinheiten im Bundesgebiet, die bislang mit passiven Schallschutzmaßnahmen ausgestattet wurden. Allein 2022 wurden über 41500 Anwohner entlang der Schienenwege vom Lärm entlastet und rund 115 Millionen Euro investiert. Bis Ende 2031 sollen rund 3250 Kilometer Bestandsstrecke vom Schienenverkehrslärm entlastet sein.

„Hierfür waren Sperrpausen – also Zeiten, in denen keine Züge fahren – für 2024 vorgesehen. Diese Sperrpausen können allerdings aufgrund anderer wichtiger Baumaßnahmen entlang der Strecke nicht mehr für die Installation der Lärmschutzwände genutzt werden.“ Zudem sprächen bauliche Gründe gegen den Bau.

Bau von Lärmschutz in Westtünnen verschoben

Alternativ plane die DB passive Schallschutzmaßnahmen, um Anwohner vor Lärm zu schützen. Die passiven Maßnahmen umfassten unter anderem die Bezuschussung von Schallschutzfenstern und -lüftern an Wohngebäuden.

Im Bereich Berge/Westtünen hat sich die Errichtung von Lärmschutzwänden bis mindestens 2031 verschoben. Aufgrund der hohen Streckenauslastung und der Vielzahl an Baustellen könne der Bau nicht wie geplant erfolgen. Erst in der Anfangsphase befinde sich die Lärmsanierung entlang der Strecke 2913 (Hamm-Münster) durch Bockum-Hövel.

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