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Die Bahnübergange in Weetfeld und der Selmigerheide sind für die Anwohner ein Ärgernis. Jetzt ist raus: Bis zur Beseitigung wird es noch Jahre dauern.
Selmigerheide/Weetfeld – Die lärm- und staugeplagten Anwohner in der Selmigerheide und in Weetfeld werden sich noch gedulden müssen: Frühestens 2032/33 können sie nach derzeitigem Stand damit rechnen, dass acht höhengleiche Bahnübergänge an den Strecken Hamm – Dortmund und Hamm – Unna beseitigt werden. Diesen neuen Termin nannte Carsten Gniot, Verkehrsplaner bei der Stadt Hamm.
Grundsätzlich ist er aber erst einmal froh, dass wieder Bewegung in die Angelegenheit gekommen ist. „Zwischenzeitlich mussten wir sogar befürchten, dass sich die Bahn gar nicht mehr an der BÜ-Beseitigung beteiligt.“ Das sehe zum Glück wieder anders aus, so Gniot.
Hamm: Bauarbeiten an Bahnübergängen nicht vor 2032
Was ihn auch optimistisch stimmt: Die Planungsvereinbarung zwischen der Stadt und der DB, in der die Details der Maßnahme geregelt werden, liegt der Stadt mittlerweile vor, genauer gesagt seit Ende März. „Aktuell sind wir dabei, die Vereinbarung zu prüfen“, sagte Gniot. Danach könnten die konkreten Planungen beginnen.
Dennoch: Stand jetzt kann die konkrete Umsetzung frühestens 2032/33 starten. Früher wurde Ende des laufenden Jahrzehnts ins Auge gefasst. Dass das nicht eher geht, hängt mit der umfangreichen Sanierung der beiden Bahnstrecken zusammen, die die DB-Netz für 2027/28 ins Auge gefasst hat. Das findet Gniot auch richtig und wichtig, um unabhängig vom ebenfalls geplanten Ausbau der Strecken mehr Verkehre auf die Schiene zu bringen.
Sperrfrist der Bahn als Problem
Das Problem: Mit Ende der Sanierung wird es eine „Sperrfrist“ von fünf Jahren geben. „Dadurch soll verhindert werden, dass es bereits kurz nach der umfangreichen Sanierung wieder zu Eingriffen in den Bahnverkehr und als Folge zu Streckensperrungen kommt.“
Die BÜ-Beseitigung und die daraus resultierenden Maßnahmen wären ein solcher Eingriff, der dann möglicherweise auch wieder Streckensperrungen zur Folge hätte. Daher müsse man, so Gniot, die fünf Jahre abwarten.
Bahn ist gewillt, die Bahnübergänge zu beseitigen
Aber warum ist es nicht möglich, dass die BÜ-Beseitigung parallel zu der Sanierungsmaßnahme in 2027/28 durchgeführt wird? An dieser Stelle kommt wieder die Planungsvereinbarung ins Spiel, die erst seit wenigen Monaten vorliegt. Laut Gniot ist es ausgeschlossen, dass die für die BÜ-Beseitigung erforderliche Ausbauplanung bis zum geplanten Sanierungsbeginn 2027 vorliegt.
Dass die DB gewillt ist, die höhengleichen Bahnübergänge zu beseitigen, machte ein Sprecher noch einmal deutlich: „Es besteht weiterhin beidseitig großes Interesse an der BÜ-Beseitigung – erkennbar an der gemeinsamen Finalisierung der Planungsvereinbarung.“
Selmigerheide: Bahnschranken schon jetzt bis zu 40 Minuten in der Stunde unten
Für die Anwohner der betroffenen Straßen, die schon seit Jahren darauf warten, dass die höhengleichen Bahnübergänge beseitigt werden, dürfte das alles nur ein schwacher Trost sein, zumal sich die Wartezeiten vor den Schranken bei noch mehr Zügen verlängern könnten. Paradebeispiel ist hier der BÜ an der Wiescherhöfener Straße (Strecke Hamm – Dortmund), wo die Schranken in Spitzenzeiten schon jetzt bis zu 40 Minuten in der Stunde unten sind. Dazu der Bahnsprecher: „Derzeit werden keine signifikanten Veränderungen bei den planmäßig fahrenden Zugverkehren erwartet. Im Rahmen der Generalsanierungen werden Verkehre vielfältig umgeleitet werden.“
Zugleich wird eine andere Planung weiter vorangetrieben. Denn die Selmigerheide soll einen eigenen Bahnhof bekommen.
Beseitigung von Bahnübergängen
Acht höhengleiche Bahnübergänge entlang der Strecken Hamm – Dortmund (Wiescherhöfener Straße, Friedhofsweg, Provinzialstraße, Kirchspiel) und Hamm – Unna (Wilhelm-Lange-Straße, Provinzialstraße und zweimal Grenzweg in Bönen) sollen aufgegeben werden. Als Alternativen sind unter anderem eine Untertunnelung der Provinzialstraße mit Anbindung an die Wiescherhöfener Straße und die B 63n (Hamm – Dortmund), eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer in Höhe des Friedhofswegs (Strecke Hamm – Dortmund) sowie eine Straßenbrücke als Ersatz für die Bahnübergänge Wilhelm-Lange-Straße und Provinzialstraße (Hamm – Unna) mit Anbindung an den Inlogparc geplant.
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