Weiterer Innenstadtdialog

Pläne für die Innenstadt: Hammer City soll sicherer und belebter werden

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Mehr Leben als bisher in der City: Das wünschen viele.
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Händler, Hauseigentümer, Stadtplaner und Politiker diskutieren über die Zukunft der Innenstadt. Der Handel in der bekannten Form wird nicht wiederkommen - die Frage ist, wie es stattdessen weitergeht.

Hamm-Mitte – In welche Richtung entwickelt sich die Innenstadt in Hamm? Sicherer soll sie werden, aber auch bunter und belebter. Darüber war man sich beim Innenstadt-Dialog einig; über die Wege dahin nicht immer. Rund 40 Akteure aus Handel, Immobilienwirtschaft, Stadtplanung und Lokalpolitik diskutierten am Mittwochabend in der Stadthausgalerie.

Nach dem Auftakt der Reihe im Oktober 2021 habe sich schon einiges verändert, sagte Oberbürgermeister Marc Herter. Damals hatte man noch in der Ritter-Passage getagt, die bereits weitgehend verschwunden ist (das ist der aktuelle Stand), um dem Be-Tween Platz zu machen – das seinerseits vom Einkaufszentrum zum Wohnformat umgeplant worden ist.

Dialog für die Innenstadt: Zahlreiche Gäste beteiligten sich an der Ideenfindung.

Was bisher geschah: Vieles hat sich schon positiv entwickelt

Kanalkante, Nordringparkund Leerstandmanagement zählte Barbara Conrad vom Stadtplanungsamt als bisher Erreichtes auf; der Umbau von Westentor, Museums-, Rödinghauser und Stadthausstraße sollen folgen. Die Südstraße auch, betonte Stadtbaurat Andreas Mentz mit Blick auf eine jüngste kommunalpolitische Diskussion über die Sperrung für den Autoverkehr. Die sei richtig gewesen, nun müsse die Situation auch baulich verdeutlicht werden – möglichst im bürgerschaftlichen Konsens.

Der aktuelle Workshop widmete sich schwerpunktmäßig der historischen Ost-West-Achse in der Altstadt; weitere Veranstaltungen für das Martin-Luther-Viertel und für die Bahnhofstraße sollen folgen. Schwerpunkte der Mängelliste für Marktplatz, Ost- und Weststraße waren die soziale Situation rund um den Edeka-Markt, die Tiefgarage des Cinemaxx-Kinos und auf der „Meile“. Junkies und Alkoholiker zu vertreiben, sei keine Lösung, so der Tenor. Dafür wurde der Ruf nach mehr Sozialarbeit laut, um auf die Szene einzuwirken.

Erkenntnis aller Teilnehmer: Handel kommt nicht im früheren Ausmaß zurück

Klar war allen Teilnehmern, dass der Handel nicht im bisher gekannten Ausmaß zurückkehren wird. Von einer extrem langen Einkaufsmeile – vom Bahnhof bis zum Ostentor – sprach Allee-Center-Manager Markus Haas und empfahl, sich auf das Zentrum rund um den Marktplatz zu konzentrieren. Stadtbaurat Mentz mahnte hier das Engagement der Eigentümer an: Trotz der schwierigen Situation auf dem Bau – nur mit öffentlichem Geld ließe sich nicht alles regeln.

Bauten waren trotzdem nur ein Randthema des Workshops – trotz der zahlreichen Baulücken und Leerflächen in der Innenstadt. Der Gedanke an eine Umgestaltung des Santa-Monica-Platzes jagte einigen Teilnehmern spontane Schrecken ein: Auf die Parkplätze könne man nicht verzichten, auf die Ausweichfläche für den Wochenmarkt und den Stunikenmarkt auch nicht. Die ungeklärte Situation des St.-Marien-Hospital-Altbaus lege nah, schon jetzt über die Fläche nachzudenken, wurde von Stadtplanern eingeworfen. Thema soll der Platz bei einem eigenen Workshop über das Martin-Luther-Viertel sein. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Verkehr in der Innenstadt: Innenstadt soll weiter mit dem Auto erreichbar sein

Es ist allerdings absehbar, dass in den kommenden Monaten intensiv über das Mobilitätsangebot in der Innenstadt diskutiert wird. Zum Mobilitätstag am 26. März sollen dem Stadtbaurat zufolge auch der Masterplan Verkehr und der Nahverkehrsplan vorliegen. Die Grundidee machte er schonmal deutlich: Die City soll weiter mit dem Auto erreichbar sein, wie dort geparkt werde, sei aber durchaus ein Thema.

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