- VonJörn Funkeschließen
Der Energiekonzern RWE hat mit dem Bau eines Batteriespeichers auf seinem Kraftwerksgelände in Hamm-Uentrop begonnen.
Hamm/Essen - Das Unternehmen RWE investiert am Kraftwerk Westfalen in Hamm-Uentrop nach eigenen Angaben 90 Millionen Euro in eine Anlage, die 140 Megawatt speichern kann. In der zweiten Hälfte 2024 soll sie fertig sein. Der Batteriespeicher soll Energie zur Stabilisierung des Stromnetzes bereitstellen. Das bedeutet, die Anlage nimmt überschüssige Energie aus dem Stromnetz auf und speist sie bei Bedarf wieder ein, um die Netzfrequenz auf dem erforderlichen Niveau zu halten.
Zudem wird der Speicher nach Unternehmensangaben am Großhandelsmarkt eingesetzt. Das heißt, im Fall niedriger Strompreise speichert er Strommengen und im umgekehrten Fall gibt er sie wieder ins Netz. Die Speichereinheiten werden dabei virtuell mit RWE-Kraftwerken im gesamten Bundesgebiet vernetzt, um Energie möglichst effizient zur Verfügung zu stellen.
Zu der jüngst begonnenen Anlage gehört noch ein Standort im rheinischen Neurath, wo zusätzliche Kapazitäten von 80 Megawatt für 50 Millionen Euro geschaffen werden. Anfang des Jahres hatte RWE Batteriespeicher in Werne und im emsländischen Lingen mit 117 Megawatt in Betrieb genommen. Die Speicherleistung in Hamm und Neurath würde laut RWE ausreichen, um 4 000 Elektroautos vollständig zu laden.
Schwankungen im Stromnetz blitzschnell ausgeglichen
Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien am Strommix wachse der Bedarf an Stromspeichern, sagte Roger Miesen, Vorstandsvorsitzender von RWE Generation. Die Speicher glichen Schwankungen im Stromnetz blitzschnell aus und seien damit ein Schlüssel für eine zuverlässige Stromversorgung. Hinsichtlich der Größe und der Technologie setze die neue Anlage Maßstäbe.
Darüber freute sich Oberbürgermeister Marc Herter: Der Bau des Batteriespeichers am Kraftwerk Westfalen sichere die Energiewende und unterstreiche einmal mehr die Tradition und Bedeutung des Energiestandortes Hamm. Die 90 Millionen Euro seien die bisher größte Investition in die Energiewende in Hamm und gleichzeitig ein erster Schritt in die Nachnutzung des Uentroper Kraftwerksgeländes.
Im März 2022 hatte sich das Bild am Kraftwerks-Standort in Uentrop letztmals grundlegend geändert: Damals wurden die Kühltürme abgerissen.