Schulentwicklungsplan

Viele Schüler, wenig Räume: Schulen in Hamm müssen anbauen

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Die Anzahl der Schüler in Hamm wächst, die Kapazitäten der Schulen reichen nicht mehr aus. Ein Gutachten zeigt, welche Schule wie anbauen kann.

Hamm - Es wird eng in den Hammer Schulen. Die Schülerzahl wird in den kommenden zehn Jahren durchweg steigen, wenn man dem Gutachten zum Schulentwicklungsplan folgen will. Raumbedarf gebe es in allen Schulformen, ganz besonders aber an Realschulen. Eine vierte Gesamtschule sei nicht notwendig.

Untersucht haben die Gutachter die weiterführenden Schulen, vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahl, die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft und das Raumprogramm der einzelnen Schulen. Die Frage nach dem Lehrpersonal bleibt außen vor; hier ist nicht die Stadt, sondern die Bezirksregierung zuständig.

Steigende Schülerzahl: Realschulen brauchen neue Räume

Handlungsbedarf sehen die Gutachter vor allem an Realschulen. Im Schuljahr 2023/24 wurden an den fünf städtischen Einrichtungen 2.955 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. 2031/32 sollen es 475 mehr sein.

Wo und wie die untergebracht werden können, ist unklar – bereits jetzt reichen die Kapazitäten einiger Schulen nicht mehr aus. Die Konrad-Adenauer-Realschule beispielsweise ist dreizügig ausgelegt, nimmt aber immer wieder eine vierte Eingangsklasse auf. Nach den Anmeldezahlen könnte die Schule durchgängig vierzügig, teilweise sogar fünfzügig geführt werden. „Der Standort“, schreiben die Gutachter, „bietet sich für eine Erweiterung an“.

Zu wenig Räume für zu viele Klassen: Die Friedrich-Ebert-Realschule im Hammer Westen.

Den bräuchte auch die Friedrich-Ebert-Realschule. Die ist vierzügig, könnte aber auch fünfzügig laufen. Sie belegt derzeit Räume in benachbarten Märkischen Gymnasium, die dort wegen der Rückkehr zum G9 selbst benötigt werden. Dazu kommen Pavillons in schlechtem Zustand. Hier, so die Gutachter, bräuchte man einen Erweiterungsbau schon, um den Bestand zu halten.

Auch an der Realschule Bockum-Hövel sehen die Gutachter perspektivisch eine Vier- bis Fünfzügigkeit und Raumbedarf, der einen Anbau rechtfertigen würde. Die Realschule Heessen komme dagegen mit ihrem Raumprogramm klar, die Realschule Mark müsse auf Dreizügigkeit beschränkt bleiben.

Immer mehr Schüler: Anbau an Hammer Gymnasien kein Problem

An den Gymnasien dürfte die Schülerzahl von 3 599 (2023/24) auf 4441 (2033/34) steigen. Räumlich solle das kein Problem sein, so die Gutachter.

Beisenkamp-, Freiherr-vom-Stein- und Märkisches Gymnasium könnten vierzügig, Galilei- und Gymnasium Hammonense dreizügig laufen.

Wachsende Gesamtschulen: Erweiterungen nicht ohne Weiteres möglich

Zulegen werden auch die Gesamtschulen, von 2.935 (2023/24) auf 3.418 (2033/34). Friedens- und Sophie-Scholl-Schule sind auf sechs Züge beschränkt, weshalb die einzige Möglichkeit für zusätzliche Plätze an der bisher vierzügigen Arnold-Freymuth-Schule besteht.

Baulich und organisatorisch sei das dort aber nicht ohne Weiteres möglich, sodass Kinder an Gesamtschulen wohl auch weiter abgelehnt werden müssten. Bedarf für eine weitere Gesamtschule gebe es aber nicht.

Hauptschulen: Schüleranzahl wird nur leicht wachsen

Dafür begrüßen sie die Gutachter das geplante Bildungszentrum Nord. Die Zahl der Hauptschüler werde leicht von 1326 (2023/24) auf 1596 (2033/34) steigen. Keine der Schulen sei im Bestand gefährdet.

Der Schulentwicklungsplan

Der Schulentwicklungsplan ist eine gesetzlich vorgeschriebene Basis für die Entwicklung der örtlichen Schullandschaft. 2017 hatte die Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie (Gebit) aus Münster so ein Werk im Auftrag der Stadt Hamm vorgelegt; jetzt waren die Münsteraner Planer wieder für die Stadt tätig. Das Gutachten wird heute, Donnerstag, im Schulausschuss besprochen (16 Uhr, Sophie-Scholl-Schule). Einen Beschluss fasst der Rat am 1. Oktober (16 Uhr, Kurhaus).

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß / Digitalfoto

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