Tempo 30 vor Kita „Sara“ samstags - Hunderte tappen in Blitzerfalle
VonStefan Gehre
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Autofahrer in Hamm aufgepasst: Auf der Kamener Straße im Umfeld der neuen Caritas-Kita „Sara“ wurde die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Etliche Autofahrer wurden davon schon kalt erwischt.
Hamm – Eine entsprechende Beschilderung macht die neue 30-km/h-Regelung auf der Kamener Straße in Hamm-Pelkum deutlich. Bezirksbürgermeister Axel Püttner, der sich für die Temporeduzierung eingesetzt hatte, begrüßte die Maßnahme im Bereich der neuen Kita Sara. Dadurch erhöhe sich die Sicherheit der kleinen und großen Verkehrsteilnehmer.
Tempo 30 nun gilt in beiden Fahrtrichtungen und – ausgehend vom jeweiligen Schild – über eine Strecke von 300 Metern. Das Ende des Bereichs wird nicht gesondert angezeigt. Wichtig ist der Zusatz „werktags von 7 bis 17 Uhr“. Denn der bezieht auch den Samstag mit ein – also einen Tag, an dem die Kita normalerweise geschlossen ist.
Zur Erklärung: Nach Urteilen der Gerichte gelten in Deutschland sämtliche Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind, als Werktag. Wer also samstags in der fraglichen Zeit die auf dem Daberg gekennzeichnete Geschwindigkeitsbegrenzung missachtet, riskiert ein Bußgeld. Wäre das Schild mit dem Zusatz „Mo-Fr” gekennzeichnet worden, hätte das Tempolimit weder am Samstag noch an Sonn- und Feiertagen Gültigkeit gehabt.
Tempo 30 vor Kita Sara: weitere Maßnahmen geplant
Und was hat es mit dem Zusatzzeichen „Kindergarten“ auf sich? Nach Angaben des ADAC geht von ihm keine Regelungswirkung aus. Es erläutere lediglich, warum die zulässige Höchstgeschwindigkeit abgesenkt wurde.
Laut Bezirksbürgermeister Püttner sind noch weitere Maßnahmen geplant, um den Bereich sicherer zu machen. Eingerichtet wurde bereits ein Haltverbot. Zudem sollen auch noch Piktogramme auf dem nördlichen Geh- und Radweg aufgetragen werden.
Tempo 30 vor Kita Sara: auch Polizei kalt erwischt
Die von der neuen Regelung überraschten Verkehrsteilnehmer tappten bereits reihenweise in die Falle: Die Polizei maß am Freitagmorgen binnen zweieinhalb Stunden hunderte Autos mit überhöhter Geschwindigkeit.
Der Polizei sei das etwas unangenehm, versicherte ein Sprecher gegenüber der Lippewelle. Die Kollegen hätten nicht gewusst, dass die Stadt das Schild erst drei Tage vorher aufgestellt habe. Normalerweise gilt in vergleichbaren Fällen eine Art Gewöhnungs-Schonfrist.
Im Norden von Hamm hatte ein Motorradfahrer die Münsterstraße unlängst mit einer Rennstrecke verwechselt: Er wurde mit 143 km/h geblitzt. Dabei fuhr er nur auf dem Hinterrad.