VonConstanze Juckenackschließen
Hamm könnte laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung schrumpfen. Gleichzeitig steigt die Anzahl älterer Menschen deutlich an.
Hamm – Knapp 5000 Einwohner weniger als heute, davon etwa 15.000 Menschen über 80 Jahre: Das sagt die Bertelsmann Stiftung im „Wegweiser Kommune“ für Hamm im Jahr 2040 voraus. Sie hat am Dienstag eine Prognose für alle deutschen Städte und Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern veröffentlicht. Hamm dürfte demnach als Stadt am Rande des Ruhrgebiets schrumpfen. Für Gegenden wie das Rhein- und Münsterland gehen die Autoren von einem Bevölkerungswachstum aus.
Insbesondere der demografische Wandel dürfte der Stiftung zufolge Hamm deutlich verändern. Noch 2010 lebten lediglich 9430 Hochbetagte über 80 Jahren in der Stadt. So steht es im Strukturatlas Hamm, den die Stadtverwaltung veröffentlicht hat. Nur drei Jahrzehnte später sollen es also gut 50 Prozent mehr sein.
Mehr alternde Menschen, weniger im erwerbsfähigen Alter
Die Autoren des „Wegweiser Kommune“ stützen sich auf verschiedene Daten. Darunter sind Geburtenraten ebenso wie der Trend, dass Paare immer später Eltern werden. Berücksichtigt sind auch die Zuwanderung und der Fakt, dass gemeinhin von einem Anstieg der Lebenserwartung ausgegangen wird.
Liegen die Statistiker mit ihrer Prognose nah an der Realität, dann trifft die deutlich alternde Bevölkerung auf immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter. 2040 werden laut „Wegweiser“ nur noch 84.500 Menschen zwischen 25 und 64 Jahren in Hamm leben. Das sind etwa 10.000 weniger als im Jahr 2020.
Stadt muss sich auf deutliche Veränderungen der Bevölkerung einstellen
Welche Folgen ergeben sich daraus für kommunale Pläne? Klar erscheint, dass der Fachkräftemangel sich ausweiten dürfte. Es bleibt also wichtig, Kinder und Jugendliche so auszubilden, dass sie Stellen finden, außerdem Zuwanderer zu gewinnen und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Gleichzeitig werden mehr Senioren und Hochbetagte in der Stadt leben. Die Infrastruktur muss für sie weiter angepasst werden: mit ausreichend Pflegepersonal und medizinischer Versorgung, barrierefreiem Wohnraum, einem barrierearmen öffentlichen Raum.
Doch wie nah wird die Prognose der Realität kommen? Schon häufig lagen Statistiker ziemlich daneben. Bis Mitte der 2000er Jahre hieß es beispielsweise, dass Hamm deutlich schrumpfen würde. 2025 sollte die Stadt nur noch 171.500 Einwohner haben. Es werden wohl gut 10.000 mehr sein. Insbesondere Migrationsbewegungen hatten die Statistiker nicht vorhergesehen.
Was sie allerdings Mitte der 2000er Jahre auch vorhersagten: Hamm wird älter. Heute weiß man, dass die Statistiker damit Recht hatten. Die Entwicklung hat längst eingesetzt. Die Autoren des „Wegweisers Kommune“ gehen aufgrund ihrer Berechnungen nun davon aus, dass dieser Trend anhält.
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