Hitze-Schock im Zeltlager in NRW – 63 Kinder und Jugendliche in Not
VonMarvin K. Hoffmann
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Die extreme Hitze verursachte in einem NRW-Zeltlager einen „Massenanfall von Verletzten“. 14 Kinder wurden im Bürgerhaus versorgt, eines kam in die Klinik.
Hückelhoven – In Nordrhein-Westfalen hat die aktuelle Hitzewelle zu einem Notfalleinsatz in einem Zeltlager im Kreis Heinsberg geführt. Mehr als ein Dutzend Kinder und Jugendliche mussten wegen Dehydrierung das Ferienlager abbrechen, nachdem sie Kreislaufprobleme entwickelt hatten. Die Betreuer des Zeltlagers alarmierten den Rettungsdienst, als die Zahl der Betroffenen immer weiter anstieg.
Was zunächst mit zwei bis drei Kindern mit Kreislaufbeschwerden begann, entwickelte sich rasch zu einem größeren Vorfall. Der Feuerwehrsprecher aus Hückelhoven berichtete, dass aufgrund der steigenden Zahl an Betroffenen ein „Massenanfall von Verletzten“ ausgerufen werden musste. Die extremen Temperaturen in NRW sorgten dafür, dass die Kinder zum Teil dehydrierten, weil sie offensichtlich nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nahmen.
Notfalleinsatz im Zeltlager – Kinder dehydriert
Insgesamt untersuchte der Rettungsdienst 63 Kinder und Jugendliche vor Ort. Bei den meisten reichte der einfache Ratschlag, mehr zu trinken. Für 14 junge Teilnehmer war die Situation jedoch ernster - sie wurden mit deutlichen Anzeichen von Dehydrierung in ein Bürgerhaus gebracht. Dort konnten sie in kühlen und schattigen Räumen mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden. Der anwesende Notarzt entschied, dass diese Kinder nicht mehr ins Zeltlager zurückkehren sollten. Ihre Eltern wurden informiert und holten sie ab. Besonders besorgniserregend war der Zustand eines weiteren Kindes, dessen Vitalwerte als „grenzwertig“ eingestuft wurden. Es wurde vorsorglich in eine Kinderklinik gebracht, um es gründlich untersuchen zu lassen.
Dehydrierung tritt auf, wenn der Körper mehr Flüssigkeit verliert als er aufnimmt. Bei Hitzewellen steigt das Risiko erheblich, da der Körper verstärkt schwitzt. Die gesundheitlichen Folgen können vielfältig sein und reichen von leichten Kreislaufproblemen bis hin zu ernsthaften Komplikationen.
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Um diesen Problemen entgegenzuwirken, sollte man sich an gewisse Tipps und Verhaltensregeln bei Hitze halten. Das gilt insbesondere für chronisch Kranke, Ältere und kleine Kinder:
viel trinken
lauwarm duschen
leichte Kost essen
Schatten suchen
körperliche Aktivitäten reduzieren
„Trinken Sie ausreichend, auch dann, wenn Sie meinen, aktuelle keinen Durst zu haben“, rät Dr. Thorsten Strohmann, Leiter der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Dortmund, auf wa.de-Nachfrage. Bei hohen Temperaturen sollte man mindestens 1,5 Liter, besser zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag trinken – trotz aller Versuchung nicht eiskalt. „Es ist ein Mythos, dass möglichst kalte Getränke den Körper am besten abkühlen. Das stimmt nicht. Dadurch kommt es zu einer Gegenreaktion des Körpers, wodurch die Körperkerntemperatur sogar noch weiter ansteigt“, sagt Dr. Strohmann. Doch auch auf seine Haut sollte man achten. So rät Priv.-Doz. Dr. Laura Susok, Direktorin der Hautklinik im Klinikum Dortmund: „Meiden Sie direkte Sonne, insbesondere mittags.“ Tipps, die wohl auch die Kinder im Ferienlager besser beherzigt hätten. (maho/dpa)