NRW leidet unter Extrem-Wetter: „Ganz normaler Tag bei Hitze“
VonMarvin K. Hoffmann
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Die Hitze in NRW fordert vor allem von Älteren und Kranken ihren Tribut. Notaufnahmen berichten über mehr Dehydrationsfälle. Die Lage bleibt jedoch stabil.
Hamm/Essen – Das Wetter in NRW stellt aktuell besonders ältere und kranke Menschen vor Herausforderungen. Die Hitze macht ihnen zu schaffen. Aber auch Kinder bleiben von den Folgen der hohen Temperaturen nicht verschont, wie ein Großeinsatz in einem Zeltlager in Hückelhoven zeigt. In den Notaufnahmen in NRW nehmen die akuten Fälle ebenfalls zu. Die gute Nachricht: Noch scheint die Lage überschaubar zu sein. Damit das so bleibt, sollte man aber ein paar Tipps beherzigen:
ausreichend trinken
in der Mittagshitze, wenn möglich, zu Hause bleiben
„In der interdisziplinären Notaufnahme des UKM (Universitätsklinikum Münster) gibt es seit Anfang der Woche einige Fälle von dehydrierten (meist älteren, pflegebedürftigen) Patientinnen und Patienten, die aufgrund zu geringer Flüssigkeitsaufnahme behandelt wurden“, erklärt das UKM auf Nachfrage von wa.de. Die Betroffenen würden vor allem mit allgemeiner Schwäche vorstellig werden, teils auch wegen Ohnmacht. Ans Limit kommen die medizinischen Kräfte hier wegen der Hitze aber offenbar noch nicht.
Hitzewelle in NRW – Notaufnahmen bleiben gelassen
Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Essen. „Das ist ein ganz normaler Tag bei Hitze, würde ich sagen“, erklärt Burkhard Büscher vom Universitätsklinikum Essen im Gespräch mit wa.de. Eine Überbelastung der Notaufnahmen dieser Tage sieht er nicht. „Meistens handelt es sich bei den Patienten um ältere Leute, die zu wenig getrunken haben. Häufig ist das nichts Dramatisches“, sagt er. Dass die hohen Temperaturen auch bald schon wieder der Kühle weichen sollen, sollte die Lage ebenfalls schnell wieder entspannen – sofern überhaupt von einer Anspannung die Rede sein kann.
Konkrete Zahlen dafür gibt es aus der Landeshauptstadt von der Uniklinik Düsseldorf. Dort hat die Zentrale Notaufnahme (ZNA) auf wa.de-Anfrage die Gesamtzahl der in der ZNA behandelten Patientinnen und Patienten genannt, also ohne Zuordnung zum Thema „Hitze“:
Tag
Patienten gesamt
davon aufgenommen
Montag, 11. August
170
45
Dienstag, 12. August
155
40
Mittwoch, 13. August
128
32
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW
Für Donnerstag, den wohl heißesten Tag der Woche, lagen noch keine endgültigen Zahlen vor. Sie dürften sich aber ebenfalls in diesem Rahmen bewegen. Allerdings hält ein Sprecher der Uniklinik Düsseldorf fest: „Die Zahl der behandelten Patientinnen und Patienten steigt bereits seit einigen Jahren. Während es 2021 noch durchschnittlich 106 Patientenkontakte am Tag waren mit Spitzen-Belastungstagen von circa 150 Patientenkontakten, waren es im Jahr 2024 bereits 133 Patientenkontakte im Durchschnitt.“ Seit 2021 habe damit – unabhängig von der Hitze jetzt – die Anzahl der Patientenkontakte um 24 Prozent zugenommen.