Hochfeste feiern: Ostern steht für Christen über Weihnachten

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Säckeweise Buchsbaum wurde von den Kindern und Katechetinnen zu Palmstöcken verarbeitet, verziert mit buntem Krepppapier.
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Für viele hat Weihnachten die höhere Bedeutung als Ostern – anders bewerten es Christen. Und das fängt schon bei den Kindern an. Ein Besuch in der katholischen Kirchengemeinde St. Josef zur wichtigsten Zeit im Jahr.

Kierspe – Weihnachten in den Gottesdienst – das gehört für viele immer noch dazu. Für die festliche Stimmung ist einiges vorzubereiten: Im Advent darf der Adventskranz nicht fehlen, für die Feiertage werden Krippen aufgebaut und -spiele einstudiert, Weihnachtsbäume aufgestellt und geschmückt.

Es geht nicht ohne die Ehrenamtlichen, wie Ulrich Jatzkowski, Mitglied des Leitungsteams der Pfarrei St. Maria Immaculata, im Vorfeld auf das Weihnachtsfest im vergangenen Jahr berichtete. Dennoch bilanzierte er: Ostern hat für die Gemeinde einen anderen Stellenwert.

„Weihnachten ist ein schönes Fest, aber Ostern ist als Fest der Auferstehung Jesu unser Hauptfest. Weihnachten wird mehr gehyped, aber in der Karwoche ist für uns mehr zu tun“, sagte er mit Blick auf die Kirchenraumgestaltung, die für Palmsonntag, Karfreitag und Ostern unterschiedlich ausfällt. Das sind die Aufgaben der Küster.

Aber auch die Kommunionkatecheten gehen die Vorbereitung aufs Hochfest Ostern besonders an. „Wir berichten den Kindern, dass Ostern das wichtigste Fest ist“, betont Kommunionkatechetin Sabine Peters.

Palmstockbasteln

Sabine Peters gehört zum Team der Katechetinnen für die Erstkommunionvorbereitung. Dazu zählen Magdalena La Sala, Silke Groll, Kathrin Seidel, Nadia Montaperto, Ulla Ostermann und Ewa Siwica. Insgesamt betreuen sie in diesem Jahr 30 Kommunionkinder – nur aus Kierspe. „Uns liegt die Gemeinde am Herzen“, bringt es Peters auf den Punkt. „Viele von uns haben familiäre Bezüge zur Kirchengemeinde oder sind seit frühester Kindheit mit der Gemeinde vertraut. So war es auch bei mir“, blickt sie zurück.

Die Kommunionkinder der katholischen Kirchengemeinde St. Josef haben sich auf Ostern vorbereitet. Für den Palmsonntag ging's ans Palmstockbasteln.

Und das möchten sie heute an die Mädchen und Jungen weitergeben – insbesondere zu Ostern. Sabine Peters entdeckte ihr Engagement mit der Erstkommunion ihrer Tochter im Jahr 2020. Seitdem ist sie in der Gemeinde in der Katechese aktiv. Nicht nur beim Sternsingen nach Weihnachten.

Uns liegt die Gemeinde am Herzen.

Sabine Peters, Kommunionkatechetin von St. Josef Kierspe

Für den Palmsonntag, den Auftakt zur Karwoche, haben die Katechetinnen „Palmzweige“ mit den Kommunionkindern gebunden – aus heimischem Buchsbaum. Sie sollen an Jesu Einzug und Begrüßung in Jerusalem erinnern. „Die Mutter eines Kommunionkindes hat in diesem Jahr den Buchsbaum für das Palmstockbasteln gespendet“, zeigt sich Peters dankbar. „Zwei große blaue Säcke voll.“ Dann wurden die Zweige an Holzstäbchen befestigt und mit Flatterbändern aus Krepppapier verziert. Fleißig Äste gesammelt hätten auch Susanne Kuhn und Monika Barwanitz für die Gemeinde.

Die fertig verzierten Palmstöcke der Kommunionkinder warten im Gemeindehaus am Glockenweg auf ihren Einsatz.

Die Kommunionkinder wurden auch eingeladen, die weiteren Gottesdienste zu besuchen. Gerne ließen sie sich am Gründonnerstag, zur Feier des letzten Abendmahls, die Füße waschen, wie Jesus es bei seinen Jüngern getan haben soll.

Gemeinsam mit der Gemeinde feiern die Kommunionkinder den Palmsonntag vor Ostern in der katholischen Kirche St. Josef.

Am Karfreitag erinnern Christen an die Kreuzigung Jesu. Auch für die Kinder der Gemeinde wurde der Stille Feiertag vorbereitet. Peters und Team haben „kinderfreundliche“ Stationen des Kreuzwegs in der Kirche aufgehängt. „Gemeinsam bewegen wir uns von Bild zu Bild. Ganz zwanglos. Jeder darf beschreiben, was zu sehen ist“, so Peters. „Wir haben uns mal moderne Darstellungen ausgesucht.“ Der „Kinderkreuzweg“ fand am Karfreitag traditionell um 11 Uhr in der katholischen Kirche St. Josef statt.

Ostern zum Abschluss

„Manche schaffen es auch um 6 Uhr in die Osternacht“, zeigt sich Peters zufrieden. „Das ist natürlich kein Muss.“ Es ist der Abschluss einer ereignisreichen Woche.

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