Weihnachten in St. Josef: „Ohne Ehrenamtliche geht‘s nicht“

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Am Adventskranz: Pastor Gregor Myrda (links) Ulrich Jatzkowski, Mitglied des Leitungsteams der Pfarrei, wissen, was in St. Josef für Weihnachten zu tun ist.
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Kranz, Kerzen, Krippe in der Kirche: In der katholischen Gemeinde St. Josef packen viele Ehrenamtliche bei der Vorbereitung fürs Fest mit an.

Kierspe – „Ende November geht‘s schon los und ich mache mir meine Gedanken für Weihnachten“, verrät Pastor Gregor Myrda von der katholischen Kirchengemeinde St. Josef mit Blick auf seine Vorbereitungen für‘s Fest. „Innerlich versuche ich mich auf meine Predigt vorzubereiten. Weihnachten fängt an, mich zu begleiten“, berichtet der Pastor aus Erfahrung. Auch die aktuelle Nachrichtenlage soll immer wieder Einzug in die Weihnachtspredigt halten, ist Myrda wichtig.

Seit rund 18 Jahren ist Myrda nun schon in Kierspe im Dienst und eins habe sich nicht geändert: „Die Zeit vor Weihnachten ist immer zu kurz“, schmunzelt er. In der Adventszeit beginnt er auch stets damit, an die älteren Gemeindemitglieder, nach dem Gottesdienst, bei Besuchen oder bei anderen Gelegenheiten Abreißkalender mit biblischen Versen für jeden Tag zu verteilen. „Die bekommen zum Beispiel die Katholiken in den Seniorenheimen und jeder, der einen haben möchte“, so Myrda über die ersten Geschenke.

Laternenumzug und Weihnachtsbaum

„Der Laternenumzug zu Sankt Martin und die Vorbereitungen zu Weihnachten geben sich die Klinke in die Hand“, weiß auch Ulrich Jatzkowski, Mitglied des Leitungsteams der Pfarrei, zu berichten. Auch in diesem Jahr kümmert sich Jatzkowski darum, dass vor der Kirche am Glockenweg der Weihnachtsbaum erstrahlt. Ende November wurde er aufgestellt, damit er am Samstag des ersten Adventswochenendes steht. Ehrenamtliche haben geholfen, ihn aufzurichten und mit Lichtern zu schmücken. „Sechs Leute waren dabei. Auf ehrenamtliche Hilfe kann man nicht verzichten“, betont Jatzkowski. Über Telefonketten und WhatsApp-Nachrichten erreiche er immer wieder Leute, die sich bereiterklären mitzumachen, freut er sich. „Mittlerweile ist für mich in vielem eine Routine drin“, weiß er aus langjähriger Erfahrung zu berichten.

Die Zeit vor Weihnachten ist immer zu kurz.

Pastor Gregor Myrda

„Früher stand der Weihnachtsbaum im Atrium, im Vorhof der Kirche, dann kamen wir auf die Idee, ihn vor die Kirche zu stellen, damit mehr Menschen ihn sehen“, erinnert sich Myrda. „Oft sehe ich viele Autos auf dem Rewe-Parkplatz gegenüber unserer Kirche und erkenne die hohe Geschäftigkeit vor Weihnachten. Wir versuchen, uns besinnlich auf die Ankunft Gottes in unserer Welt vorzubereiten. Es darf eine Zeit der Ruhe und der Besinnlichkeit sein, aber wir sind oft rastlos“, beobachtet der katholische Pastor. „Da ist es schön, dass viele unsere Kirche nutzen, um zur Ruhe zu kommen und beispielsweise eine Kerze anzuzünden“, freut sich Jatzkowski.

Im Vorhof zur Kirche empfängt die Kirchenbesucher in der Adventszeit ein großer Herrnhuter Weihnachtsstern und in diesem Jahr auch eine Laterne samt Kerze im Brunnen des Vorhofs – „eine schöne Gelegenheit, Kommunionkerzen und alte Adventskranzkerzen noch einmal zum Leuchten zu bringen“, verraten Myrda und Jatzkowski. Eine raffinierte Lösung für Adventskranzkerzen aus vergangenen Jahren, denn die Kerzen müssen stets neu sein, wenn sie am ersten Advent vor dem Anzünden der ersten Kerze gesegnet werden.

Es ist schön, dass viele unsere Kirche nutzen, um zur Ruhe zu kommen.

Ulrich Jatzkowski, Mitglied des Leitungsteams der Pfarrei

Für den Kranz wird im Altarraum der Kirche wird ein Ständer aufgebaut, der den großen Kranz mit rund einem Meter Durchmesser trägt. Geschmückt wurde er in diesem Jahr wieder von ehrenamtlichen Frauen der Gemeinde. Die Kerzen sind in diesem Jahr in der liturgischen Farbe des Advents gehalten: violett. Violett steht für Buße und Umkehr, wie sie auch in der vor-österlichen Fastenzeit zum Einsatz kommt. Doch wer genau hinschaut, entdeckt: Eine Kerze ist in diesem Jahr rosa. „Das haben wir zum ersten Mal so gemacht“, verrät Jatzkowski. „Es ist ein Brauch, der noch aus dem Mittelalter stammt: Rosa ist die Farbe des dritten Advents. Zum dritten Advent gehört der Ausruf „Gaudete, lateinisch für ‚Freut Euch‘“. „Damit wird die Freude zum Ausdruck gebracht, denn Rosa ist das aufgehellte Violett“, wie es etwa das Bistum Regensburg auf seiner Internetseite erklärt. Eine Freude über die Geburt Jesu in Bethlehem und die Erwartung seiner erneuten Wiederkunft. „ Es ist Halbzeit. Unsere rosa Kerze ist aber eigentlich gar nicht rosa“, schmunzelt Jatzkowski. „Wir haben die lila-farbene Kerze überkleben lassen.“

Weiter gehört zur Vorbereitung auf‘s Fest im Kirchenraum die Gestaltung des Marienaltars. In der Adventszeit wird er in St. Josef seit vielen Jahren mit einem selbst gemachten Patchwork-Vorhang behangen, auf dem ein Sternenhimmel-Muster zu sehen ist. Davor steht am ersten Advent eine Kerze: „Wir warten auf das Licht“, erklärt Jatzkowski den Gedanken dahinter. Es folgen Krippenfiguren, die die biblischen Geschehnisse vor Weihnachten darstellen.

Frühschichten und Krippenspiel

Und nicht nur die Holzfiguren erzählen vom Geschehen rund um Jesu Geburt, sondern insbesondere die Kinder der Gemeinde. Katecheten rund um Katrin Seidel proben mit Kommunionkindern und Mädchen und Jungen, die Freude daran haben, das Spiel für die Krippenfeier an Heiligabend ein. Auch hier zeigt sich: ohne Ehrenamtliche geht es nicht. Ebenso bei der Frühschicht, zu der sich die Gemeindemitglieder an jedem Freitagmorgen um 6 Uhr in der Kirche für eine kurze Andacht mit anschließendem Frühstück im Gemeindehaus treffen. „Die letzte Frühschicht übernehmen traditionell die evangelischen Mitchristen“, freut sich Jatzkowski über die gute ökumenische Zusammenarbeit.

Ehrenamtliche sind es auch, die in der Woche zwischen dem dritten und vierten Advent sich darum kümmern, die Krippe vor dem Marienaltar aufzubauen und die großen Weihnachtsbäume im Altarraum rechts und links neben dem großen Holzkreuz zu schmücken.

„In diesem Jahr ist die Vorbereitung nicht ganz so stressig, wie im vergangenen, da 2023 Heiligabend auf den vierten Advent fiel“, erinnert sich Jatzkowski. Insgesamt zieht er auch das Fazit, dass an Weihnachten weniger zu tun ist, als am Hochfest Ostern. „Weihnachten ist ein schönes Fest, aber Ostern ist als Fest der Auferstehung Jesu unser Hauptfest“, bringt er es auf den Punkt. „Weihnachten wird mehr gehyped, aber in der Karwoche ist für uns mehr zu tun“, sagt er etwa mit Blick auf die Kirchenraumgestaltung, die für Palmsonntag, Karfreitag und Ostern unterschiedlich ausfällt.

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