Die aktuelle Lage

Hochwasser im Kreis Soest: Großeinsatzlage aufgehoben - Warnung gilt weiterhin

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In Lippetal wurden fast 4000 Sandsäcke von Spontanhelfern gepackt.
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  • Daniel Schröder
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    Annika Ketzler
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Hochwasser ist an vielen Orten in Deutschland derzeit ein Problem, auch im Kreis Soest. Doch hier konnte die Großeinsatzlage am 30. Dezember aufgehoben werden.

Update von Samstag, 30. Dezember, 12.48 Uhr: Der Krisenstab des Kreises hat die Großeinsatzlage für das Hochwasser im Kreis Soest aufgehoben. Das Hochwasser wird nun als örtliche Lage eingestuft und von den lokalen Einsatzkräften überwacht. „Alle Handlungsempfehlungen gelten ausdrücklich weiter“, so der Krisenstab.

Das Hochwasser hat derzeit vor allem die Glenne und Lippe in Lippstadt und Lippetal im Griff. Es gibt also keine vollständige Entwarnung, die Einsatzkräfte bleiben weiterhin in Alarmbereitschaft. Zudem sollen Uferbereiche und Deiche nicht betreten werden.

Die Pegel der kleinen Gewässer im Kreis sind wieder deutlich gesunken. Durch die Regenfälle am Freitag (29. Dezember) stiegen sie aber zeitweise wieder an. Während der Pegel der Glenne deutlich zurückgegangen ist, steht die Lippe immer noch hoch.

Hochwasser im Kreis Soest: Großeinsatzlage aufgehoben

Update vom Freitag, 29. Dezember, 15.55 Uhr: „Krisenstab und Führungsstab des Kreises richten weiter mit Sorgen den Blick nach oben“, erklärt Kreis-Sprecher Wilhelm Müschenborn. Denn je nachdem, wie die für die kommenden Tage vorhergesagten Niederschläge ausfallen, könnte sich die Hochwasserlage wieder verschärfen. Da Menge und Auswirkungen der prognostizierten Regenfälle nicht klar feststehen, bleibt die vom Krisenstab erklärte Großeinsatzlage zunächst bestehen.

Nach der Regenpause hat sich die Situation an der Glenne in Lippstadt zwar wieder entspannt, der Pegel ist signifikant gesunken. Doch an der Lippe verharrt der Pegelstand unverändert auf sehr hohem Niveau. Problematisch ist außerdem, dass in den Auen das Grundwasser bis zur Geländeoberkante steht. Deshalb hat der Führungsstab in Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaft des Kreises in den vergangenen zwei Tagen vor allem mögliche Hotspots auf dem Lippetaler Gemeindegebiet, die sich bei einer Veränderung der Lage ergeben könnten, identifiziert, analysiert und teilweise auch aufgesucht. Vor Ort erfolgte eine fachliche Beratung oder es wurden konkrete vorbeugende Maßnahmen veranlasst, um „vor die Lage“ zu kommen und für alle Fälle gewappnet zu sein.

Hochwasser im Kreis Soest: Einsatzleitung lobt Spontanhelfer

Vor allem die Anschaffung und die Befüllung weiterer Sandsäcke gehören zu den Vorbereitungen auf weitere Entwicklungen in Sachen Hochwasser. In diesem Zusammenhang lobt der Kreisbrandmeister Thomas Wienecke als Einsatzleiter „das vorbildliche Verhalten von ehrenamtlichen Spontanhelferinnen und Spontanhelfern in Lippetal“. Zahlreiche Mitglieder der Landjugend Herzfeld und des Spielmannzuges Oestinghausen haben in Absprache mit der örtlichen Feuerwehr fast 4.000 Sandsäcke befüllt.

Auch die Jugendfeuerwehr war dabei. Dadurch wurden die Einsatzkräfte entlastet und sie konnten nach tagelangem Einsatz eine verdiente Pause einlegen. „Dieses Engagement der Landjugendlichen und der Spielleute ist hervorragend und vorbildlich“, betont Kreisbrandmeister Thomas Wienecke. „Sie haben nicht einfach ohne Absprache gemacht oder angefangen, sondern sind in Abstimmung mit den Lippetaler Einsatzkräften aktiv geworden. Das ist ein gutes Beispiel, wie in einer solchen Lage eine sinnvolle Hilfe und eine gezielte Entlastung aussehen können. Ich danke allen Helferinnen und Helfern, die mitgemacht haben.“

Update vom Freitag, 29. Dezember, 12.37 Uhr: Wie werden der heutige Tag und das Wochenende in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten? „Bisher ist alles ruhig“, sagt Marc Schlunz, Sprecher der Lippetaler Feuerwehr. In Lippborg und Herzfeld waren zahlreiche Sandsäcke ausgegeben worden. Vor allem in Herzfeld sei die Sandsack-Nachfrage der Bürger „deutlich höher als erwartet“ gewesen. Marc Schlunz dankte im Namen der Feuerwehr der Herzfelder Landjugend und dem Oestinghauser Spielmannszug. Deren Mitglieder hatten die Feuerwehrleute entlastet und das Sandsack-Füllen übernommen. „Dadurch konnten unsere Einsatzkräfte geschont werden“, so Schlunz.

Gespannt blickt man in Lippetal in den Paderborner Raum: „Wenn dort der Lippe-Pegel fällt, kommt mehr Wasser zu uns“, erklärt Schlunz. Nachdem der Lippetaler „Problem-Pegel“ Kesseler_3 zuletzt leicht gefallen war, steigt er mittlerweile wieder leicht an. Der Pegel hatte am 26. Dezember seinen bisherigen Höchststand von 4,761 Meter erreicht.

Update vom Donnerstag, 28. Dezember, 13.50 Uhr: Im Einzugsbereich der Lippe ist aufgrund der ab Freitag zu erwartenden Niederschläge voraussichtlich mit einem Wiederanstieg des Lippepegels zu rechnen, betont die Feuerwehr Lippetal. „Der bisherige Pegelhöchststand kann dabei noch übertroffen werden. Die Bürger der lippenahen Gebiete werden gebeten, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.“

Zahlreiche Straßen sind wegen des Hochwassers gesperrt.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, „dass Gebäude in der Nähe der Lippe von einem Wassereintritt oder einem höheren Grundwasserstand betroffen sein werden“. Die Feuerwehr Lippetal erklärt: „Besorgte Bürger können heute (Donnerstag, 28.12.2023) in der Zeit von 16 Uhr bis 19 Uhr und Freitag von 9: Uhr bis 12 Uhr kostenlos Sandsäcke abholen. Die Sandsäcke werden im Gewerbegebiet Herzfeld Nr. 13 in der Lagerhalle der Firma Holtewert ausgegeben.“

Aktuell wird die Hochwasserlage durch die Feuerwehr, die Verwaltung sowie dem Einsatzstab des Kreises Soest ständig beobachtet und entsprechende Vorbereitungen getroffen, um jederzeit bei einer Verschärfung der Hochwasserlage reagieren zu können. „Weiterhin wird davon abgeraten, ufernahe und überschwemmte Bereiche zu betreten oder gesperrte Straßen zu befahren. Das Befahren der überschwemmten Bereiche mit Booten sollte unterlassen werden.“

Update vom Donnerstag, 28. Dezember, 10.40 Uhr: Wassereinsätze gab es im Kreisgebiet zuletzt nur vereinzelt. Die Feuerwehren sind an den entscheidenden Orten dennoch regelmäßig im Einsatz und kontrollieren beispielsweise das Hochwasserrückhaltesystem. Jedoch ist den Einsatzkräften bewusst, dass die vermeintliche Entspannung schnell kippen kann. Man sei in Vorbereitung für eine „zu erwartende Eskalation von weiteren Niederschlägen“, heißt es. Zwischen Freitag und Samstag soll es wieder große Regenmengen geben. „Die genaue Menge kann nicht vorhergesagt werden, die Auswirkungen sind jedoch bekannt.“ Daher hält der Kreis Soest die Großeinsatzlage bis mindestens Samstag aufrecht.

Update vom Mittwoch, 27. Dezember, 15 Uhr: Auch wenn die Pegel an den Flüssen und Bächen sinken, liegen sie dennoch weiter auf hohem Niveau. „Neue Niederschläge können die Hochwasserlage im Kreis Soest schnell wieder verschärfen“, erklärt Birgit Kalle, Sprecherin des Kreises Soest. Dies gelte insbesondere für die Lippe und die Glenne. Weil für Freitag vom Deutschen Wetterdienst (DWD) neue Regenschauer angekündigt wurden, ist die Entscheidung im Krisenstab des Kreises Soest gefallen, die Großeinsatzlage weiter aufrechtzuerhalten.

„Während sich die Lage in anderen Teilen des Kreises Soest deutlich entspannt hat, liegen die Einsatz-Schwerpunkte nach wie vor in Lippstadt und Lippetal. Immerhin: Der Pegel der Glenne (Lippstadt) ist inzwischen auf 3,61 Meter gesunken, auch der Pegel in Lippetal-Kesseler ist wieder unter den Hochwasser-Informationswert 3 zurückgegangen.“ Probleme bereite weiterhin der hohe Grundwasserspiegel: „Viele Keller sind vollgelaufen“, berichtet Kreisbrandmeister Thomas Wienecke und rät unbedingt zur Vorsicht: „Überschwemmte Kellerräume sollten auf keinen Fall betreten werden. Betroffene sollten unbedingt die Feuerwehr rufen, die dann weiterhilft.“ Kreisweit kam es seit Freitag, 22. Dezember, zu mehr als 330 hochwasserbedingten Einsätzen.

Das Grundwasser drückt vielerorts in Gebäude und flutet Keller.

Aus einigen Kommunen gibt es gute Nachrichten: Neben den Warnungen für Geseke und Erwitte sind auch die Warnungen für den Warsteiner Raum inzwischen wieder zurückgenommen worden. Überall wird die Lage von den Einsatzkräften und den zuständigen Behörden aber aufmerksam beobachtet.

Zur Erfassung der Lage werden auch die Drohnen der Drohneneinheit Kreis Soest eingesetzt. Die Bilder helfen den Einsatzkräften und der Unteren Wasserbehörde bei der Einschätzung enorm weiter. In den vergangenen Tagen wurde die Arbeit der Drohneneinheit jedoch durch zivile Drohnen massiv gestört. Deshalb weist die Einsatzleitung darauf hin, dass es verboten ist, mit zivilen Drohnen über die Hochwasser-Einsatzstellen zu fliegen.

Folgende Straßen im Kreisgebiet sind gesperrt:

  • Bad Sassendorf, Gabrechter Weg
  • Ense, Haus Füchten, Füchtener Straße/Bahnübergang/Ruhrwiesen
  • Erwitte K48 Weckinghauser Weg
  • Geseke, Verlarer Weg
  • Lippetal, Kesseler Straße
  • Lippetal, Lippstädter Straße
  • Lippetal, Sandweg
  • Lippstadt, Glaseweg
  • Lippstadt, Hellinghauser Weg
  • Lippstadt, Zur neuen Brücke
  • Lippstadt, Schleusenstraße
  • Lippstadt, Amtswiesen
  • Lippstadt, Postweg
  • Lippstadt, Hermann Löns Weg / Vosskamp
  • Lippstadt, Suderlagerweg / Alter Schulweg
  • Lippstadt, Eichenweg
  • Lippstadt, Lambertweg halbseitig
  • Lippstadt, Biedermeierstraße
  • Lippstadt, Holzstraße
  • Lippstadt, Im Nahtfeld
  • Lippstadt, Benninghauser Heide
  • Lippstadt, Auf der Hude
  • Lippstadt, An der Ausschacht
  • Lippstadt, Düning
  • Lippstadt, Friedhardtkirchner Straße
  • Soest, Thöningser Straße
  • Wickede, Echthausen, Ruhrstraße

Update vom Mittwoch, 27. Dezember, 14 Uhr: Der Pegelstand der Glenne in Lippstadt ist leicht fallend, die Feuerwehr kontrolliert den Bereich weiterhin regelmäßig. Der Lippepegel in Lippstadt fällt ebenfalls leicht. Jedoch besteht weiter die Gefahr durch Grundwassereintritt in Gebäude. „Die Lage ist weiter angespannt“, heißt es. In Lippetal liegt der Pegel in Kesseler weiter im Bereich des Informationswertes 3. Für das gesamte Einsatzgebiet wurde ein Überflug für private Drohnen verhängt.

Hochwasser im Kreis Soest: Hochwasser-Wert für Lippetal hochgesetzt

Update vom Dienstag, 26. Dezember, 16.20 Uhr: Der Dauerregen hat aufgehört, der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Unwetterwarnungen zurückgenommen - trotzdem bleibt die Hochwasserlage in Teilen des Kreisgebiets angespannt. Einsatz-Schwerpunkte liegen weiterhin in der Stadt Lippstadt und der Gemeinde Lippetal. In Lippetal-Kesseler wurde am Morgen der Hochwasser-Informationswert 3 überschritten, teilt der Kreis am Nachmittag mit.

Weil auch der Grundwasserspiegel in Lippstadt und Lippetal steigt, wurde die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten per Warn-App NINA und Cell-Broadcast informiert und zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Kreisbrandmeister Thomas Wienecke, der die Großeinsatzlage führt, sagt: „Wegen des hohen Grundwasserspiegels werden wir es noch mit etlichen vollgelaufenen Kellern zu tun haben.“

Vielerorts sind Straßen überflutet.

In der Gemeinde Lippetal gibt es diese schon, hinzu kommen mehrere überflutete Straßen. Einzelne Gehöfte sind betroffen und werden durch die Feuerwehr mit Sandsäcken versorgt. Die Betroffenen werden durch die Untere Wasserbehörde und die Einsatzkräfte vor Ort informiert und beraten. Auch wenn der Hochwasser-Informationswert 3 überschritten ist, bestehe derzeit keine Gefahr für größere Siedlungen im Lippetal, unterstreicht die Untere Wasserbehörde. 

In Lippstadt hat der Pegelstand der Glenne die Marke aus dem Jahr 2007 (3,93 Meter) übertroffen und stagniert seit dem frühen Morgen bei 3,95 Meter, heißt es vom Kreis Soest weiter. Der Glennedeich wird derzeit an einigen Tiefpunkten leicht überströmt. Auch hier werden die betroffenen Einzelgehöfte passgenau informiert: Neben der Unteren Wasserbehörde, dem Veterinärdienst, der Stadt Lippstadt und der Feuerwehr ist auch die Bezirksregierung Arnsberg als Obere Wasserbehörde involviert.

Kreisweit gab es zwischen dem Abend des 25. Dezembers (19 Uhr) und dem 26. Dezember (12 Uhr) 70 neue Unwetter-Einsätze und sechs Technische Hilfeleistungen. Gute Nachrichten kommen unterdessen aus Erwitte-Bad Westernkotten, Geseke-Störmede und Geseke-Mönninghausen: Hier konnten die Warnungen vor Überflutungen am 26. Dezember wieder zurückgenommen werden. Auch die Hochwasserrückhaltebecken erfüllen zurzeit ihren Zweck und haben Puffer für neue Niederschläge. Bis Freitag geht die Untere Wasserbehörde zunächst von einer Wetterberuhigung aus. 

Nach wie vor sind etliche Straßen gesperrt. Ein Überblick:

Bad Sassendorf, Gabrechter Weg
Ense, Haus Füchten, Füchtener Straße/Bahnübergang/Ruhrwiesen
Erwitte K48 Weckinghauser Weg
Geseke, Verlarer Weg 300 Meter vor Verlar
Lippetal, Lippstädter Straße - FR Lippstadt
Lippetal, Kessler Mühle FR Lippborg
Lippetal, Heckentrupper Straße
Lippetal, Dalmer/Stockumerweg
Lippetal, Beckumer Straße L808
Lippetal, Kesseler Straße (komplett)
Lippetal, Lippstädter Straße
Lippetal, Sandweg
Lippstadt, K50 zwischen Esbeck und Lipperode
Lippstadt, In den Amtswiesen/Knappstraße
Lippstadt, Glaseweg
Lippstadt, Holzstraße
Lippstadt, Schleusenstraße
Lippstadt, Hellinghäuser Weg, Höhe Tonhüttenweg
Lippstadt, An der Ausschacht (Overhagen)
Lippstadt, Friedhardtskirchenerstraße (Hellinghausen ab Schorlemerallee)
Lippstadt, Zur neuen Brücke
Soest, Thöningser Straße
Welver, Schwannemühle
Wickede (Ruhr), Echthausen, Ruhrstraße

Update vom Dienstag, 26. Dezember, 11.20 Uhr: Die Feuerwehren sind weiterhin im Dauereinsatz - unter anderem werden von Einsatzkräften der Feuerwehr aus einem Hubschrauber der Polizei das Schadensgebiet in Lippstadt sowie der Flussverlauf der Lippe in der Gemeinde Lippetal begutachtet. Weiterhin wird von überörtlichen Kräften Sandsack um Sandsack gefüllt. Bis zum Abend soll es nach aktueller Einschätzung trocken bleiben. Jedoch können sich bereits kleinste Niederschlagsmengen wegen des hohen Grundwasserspiegels starke Auswirkungen haben. Daher verfolgen die Feuerwehren die Lage weiter mit höchster Aufmerksamkeit.

Bis zum Vormittag waren die Feuerwehren seit dem 23. Dezember an 102 verschiedenen Einsatzstellen aktiv. Das klingt erst einmal überschaubar. Doch insbesondere der Einsatz an der Glenne in Lippstadt hat zeitweise rund 200 Einsatzkräfte gebunden, wird aber nur als ein einzelner Einsatz geführt. Die Nina-Warnungen für Geseke und Erwitte wurden mittlerweile wieder aufgehoben. Lippstadts Leiter der Feuerwehr, Christian Meyer, erklärte: „Wir sind den fünften Tag in Folge im Hochwassereinsatz! Die Einsatzkräfte haben dabei teils bis an ihre körperlichen Grenzen gearbeitet und dies zum Großteil ehrenamtlich. Bereits jetzt einen riesengroßen Dank an das THW, die Polizei, allen Hilfsorganisationen sowie allen Einheiten der unterschiedlichen Feuerwehren für ihren Einsatz zur Bewältigung der Lage. Ihr seid spitze! Mein Dank gilt weiterhin allen weiteren Beteiligten, die zur Bewältigung des Hochwassers beitragen. Trotz allem wünsche ich Euch und euren Familien einen schönen zweiten Weihnachtstag!“

Update vom Dienstag, 26. Dezember, 0.08 Uhr: Die nächste Akut-Warnung, diesmal für die Gemeinde Lippetal: In Lippetal besteht wie in Lippstadt „eine große Gefahr durch steigendes Grundwasser“ im Bereich der Lippe aufgrund der anhaltenden Überflutung. „Im Bereich der Gemeinde Lippetal werden zunehmend Keller betroffen sein. Dadurch kann das Wasser in Gebäuden sukzessive ansteigen.“ Es gelten die gleichen Handlungsempfehlungen wie für die betroffenen Bewohner der Stadt Lippstadt (siehe Eintrag von 23.10 Uhr).

Update vom Montag, 25. Dezember, 23.10 Uhr: Nachdem Cappel mit tagelanger Arbeit geschützt wurde, trifft es nun die Innenstadt und den Westen von Lippstadt. Dort läuft das Wasser seit etwa 21 Uhr gehäuft in einen Keller nach dem anderen. Zum Teil sorgt das für Stromausfälle in einzelnen Haushalten. Wegen der dynamischen Lage wurde am Abend um 23.09 Uhr eine Bevölkerungswarnung veröffentlicht. „In Lippstadt besteht eine große Gefahr durch steigendes Grundwasser aufgrund der Überflutung der Lippe. Im Innenstadt- und Westbereich von Lippstadt werden zunehmend Keller betroffen. Dadurch steigt das Wasser in den Gebäuden“, heißt es in der Warnung.

Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz.

Anwohner sollen persönliche Wertgegenstände in höher liegende Gebäudeteile bringen. Strom und Heizungen sollten in gefährdeten Bereichen abgeschaltet werden. „Eine Stromschlaggefahr besteht bereits bei Kondenswasser! Loegt der Stromkasten im überfluteten Raum, betreten Sie diesen nicht, sondern informieren Sie die Feuerwehr über den Notruf 112“, betont die Feuerwehr. Bei Überschwemmungsgefahr sollten Keller oder Tiefgaragen nicht betreten werden.

Weiter heißt es: „Halten Sie Abstand zu beschädigten Gebäuden und Stromleitungen. Folgen Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte. Informieren Sie Ihre Nachbarn. Achten Sie auf Durchsagen von Polizei und Feuerwehr. Begeben Sie sich in höher liegende Gebäudeteile. Bei steigenden Pegeln im Keller kann es zu Stromausfällen kommen. Begeben Sie sich auf keinen Fall dorthin und schalten den Strom wieder ein.“

Update vom Montag, 25. Dezember, 18 Uhr: Mehrere Autofahrer haben bereits für großen Ärger bei den Einsatzkräften von Feuerwehr und Polizei gesorgt. Die Polizei betont: „Das macht sauer.“ Sie hat einen dringenden Appell.

Update vom Montag, 25. Dezember, 16.44 Uhr: Die Stadt Lippstadt teilt mit: „Die anhaltenden Niederschläge haben die Pegelstände wieder ansteigen lassen. Es ist damit weiterhin nicht auszuschließen, dass an der Glenne im Bereich Cappel Wasser über den Deich tritt.“ Der Deich wurde an einzelnen Stellen schon gestern mit Sandsäcken verstärkt.

Die Stadt weiter: „Sollte Wasser über den Deich treten, sammelt sich dieses zunächst im angrenzenden Poldergebiet. Sofern Wasser bis zur Holzstraße durchdringen sollte, ist dort das „Aquariwa“-System zum Schutz der Bebauung im nördlichen Bereich von Cappel auf einer Länge von 1.400 Metern aufgebaut.“ Anwohnern wurden Sandsäcke zur Verfügung gestellt. „Mit den Eigentümern der sechs angrenzenden Gehöfte, die nördlich der Holzstraße liegen, sind die Behörden im ständigen Austausch hinsichtlich zu ergreifender Maßnahmen bei einer Veränderung der Lage.“ Die Behörden und Einsatzkräfte bitten dringend darum, die von Hochwasser betroffenen Gebiete zu meiden – „zum eigenen Schutz, aber auch, um die Arbeit der Einsatzkräfte nicht zu behindern“.

Update vom Montag, 25. Dezember, 12.50 Uhr: „Die Hochwasser-Situation im Kreis Soest ist weiter angespannt. Das gilt insbesondere an der Glenne in Stadt Lippstadt-Cappel. Überflutungen können nicht ausgeschlossen werden. Deshalb bleibt die Großeinsatzlage kreisweit bestehen“, erklärt der Kreis Soest auch am 1. Weihnachtsfeiertag. Kreisbrandmeister Thomas Wienecke sagt: „Wir sind gut vorbereitet, und es besteht nirgendwo Grund zur Panik. In der Ruhe liegt die Kraft. Wir bitten allerdings um besonnenes Handeln und auch darum, dass sich alle an die Handlungsempfehlungen und Anordnungen der Behörden halten.“

Folgende Straßen im Kreisgebiet sind wegen des Hochwassers gesperrt:

  • Bad Sassendorf, Gabrechter Weg
  • Ense, Haus Füchten, Füchtener Straße/Bahnübergang/Ruhrwiesen
  • Erwitte K48 Weckinghauser Weg
  • Geseke, Verlarer Weg 300m vor Verlar
  • Lippetal, Lippstädter Straße - Fahrtrichtung Lippstadt
  • Lippetal, Kesseler Mühle Fahrtrichtung Lippborg
  • Lippstadt, Glaseweg
  • Lippstadt, Holzstraße
  • Lippstadt, Schleusenstraße
  • Lippstadt, Zur neuen Brücke
  • Soest, Thöningser Straße
  • Werl, Bergstraßer Weg
  • Wickede (Ruhr), Echthausen, Ruhrstraße

Update von Sonntag, 24. Dezember, 15.50 Uhr: „Obwohl die Regenmengen etwas nachgelassen haben, sieht der Krisenstab des Kreises vor allem wegen der Lage an der Glenne in Lippstadt und ihren Deichen noch keinen Anlass, Entwarnung zu geben“, betont Kreissprecher Wilhelm Müschenborn. Deshalb bleibt die Großeinsatzlage wegen des hohen Koordinierungsbedarfs bestehen. „Begründung dafür sind zu erwartende weitere kräftige Niederschläge, die für den Spätnachmittag des 24. Dezember angekündigt sind, und damit steigende Pegelstände.“

Müschenborn erklärt: „Die Wetterprognosen haben Einsatzstab und Wasserwirtschaft genau im Blick. Für die nächsten 24 Stunden werden 15 Millimeter Niederschlag gemeldet, punktuell, und zwar in Staulagen, auch mehr. Für die nächsten 48 Stunden sind insgesamt zwischen 25 und 30 Millimeter vorausgesagt. Das sehen die Experten angesichts der hohen Wasserstände in den Flüssen und Bächen nicht ohne Sorgen. Denn wegen der wassergesättigten Böden kommt jeder weitere Tropfen zum Abfluss und kann die Situation verschärfen. In diesem Zusammenhang ist unter anderem zu erwarten, dass die Pegel der Lippe weiter steigen, weil im Kreis Paderborn hohe Niederschlagsmengen zu verzeichnen waren.“

Die Feuerwehren rüsten sich mit Sandsäcken.

Hochwasser im Kreis Soest: Rückhaltebecken erfüllen ihren Zweck

Die Hochwasserrückhaltebecken erfüllen zurzeit ihren Zweck, „auch wegen der guten Arbeit des Wasserverbands Obere Lippe“, so Müschenborn. So wurden beispielsweise die angestauten Warsteiner Hochwasserrückhaltebecken Herrlichkeit und Widey mittlerweile wieder in einem solchen Umfang kontrolliert entleert, dass ein Puffer für neue Niederschläge vorhanden ist. Das Einsatzgeschehen konzentriert sich neben Lippstadt auf Erwitte-Westernkotten, Lippetal, Warstein, Welver und Wickede (Ruhr). In der Ruhrgemeinde dringt Wasser ins dortige Wasserkraftwerk ein. Einsatzkräfte, auch vom THW und von Feuerwehren aus Nachbarkommunen, wurden zusammengerufen, um das mit leistungsstarken Pumpen zu stoppen.

Hochwasser im Kreis Soest: Feuerwehr kontrolliert Deich regelmäßig

Der Einsatzstab um Kreisbrandmeister Thomas Wienecke setze im Moment alles daran, genügend Sandsäcke für wasserabweisende Barrieren vorzuhalten, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Das Hochwasserschutz-System Aquariwa wurde unter großem Personaleinsatz mittlerweile auf einer Länge vom 1.450 Metern auf der Lippstädter Holzstraße entlang der Glenne aufgebaut, um den angrenzenden Ortsteil Cappel zu schützen. Der entsprechende Deichabschnitt wird auch an den Weihnachtstagen regelmäßig kontrolliert.

Update von Sonntag, 24. Dezember, 12 Uhr: Auch an Heiligabend sind die Feuerwehren im Kreis Soest weiterhin im Einsatz. Die Warnungen vor möglichen Überflutungen gelten unverändert bis auf Weiteres, der Dauerregen soll bis mindestens Montag anhalten. Für Ärger und Unverständnis sorgte am Samstagabend eine Autofahrerin - sie brachte ihre Tochter und sich selbst in große Gefahr. Und das nicht nur, weil sie mit ihrem Auto ins Hochwasser fuhr.

Die Polizei berichtet am Sonntag, dass die 42 Jahre alte Lippstädterin am Samstag um kurz nach 22 Uhr zwischen Lipperode und Esbeck auf der Knappstraße unterwegs war. „Dass die Straße in dem Bereich aufgrund des Hochwassers gesperrt war ignorierte sie und fuhr sich prompt fest. Durch die Feuerwehr wurde sie zusammen mit ihrer 10 Jahre alten Tochter aus dem Fahrzeug heraus ins Trockene verbracht. Ebenfalls wurde ihr Auto in einen befahrbaren Bereich gezogen“, berichtete ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr Lippstadt kommentierte: „Unnötig in Gefahr begeben!“

Die Lippstädterin brachte ihre Tochter und sich in Gefahr.

Doch damit nicht genug: Die Frau roch nach Alkohol. „Ein entsprechender Test verlief deutlich positiv.“ Nach der Entnahme einer Blutprobe wurde ihr Führerschein einbehalten. Die Lippstädterin erwartet nun ein Strafverfahren.

Update von Samstag, 23. Dezember, 23 Uhr: Hochwasservorsorge wird unter anderem in Warstein betrieben: Das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr Werl brachten 1000 Sandsäcke dorthin, um für den Ernstfall vorzusorgen. Birgit Kalle, Sprecherin des Kreises Soest, gibt außerdem eine Zwischenbilanz: So sind am Abend vor Weihnachten mehr als 400 ehrenamtliche Einsatzkräfte unter der Leitung von Kreisbrandmeister Thomas Wienecke im Einsatz. Kalle betont: „Nach den anhaltenden Niederschlägen der vergangenen Tage ist die Hochwasser-Situation an einigen Stellen im Kreis Soest angespannt. Insgesamt wurden die Einsatzkräfte im Laufe des Samstags, 23. Dezember, zu kreisweit 58 Einsätzen gerufen, darunter der Großeinsatz zur Sicherung der Glenne in Lippstadt-Cappel, der als ein einzelner Einsatz geführt wird.“

Aufgrund des hohen Koordinierungsbedarfs wurde die Großeinsatzlage kreisweit ausgerufen. Einsatz-Schwerpunkte liegen neben Lippstadt in Geseke, Warstein und Lippetal. Kalle unterstreicht: „Der Kreis Soest appelliert weiterhin: Gewässer sollten gemieden werden und Gefahrenhinweise sind unbedingt zu beachten. Über die Warn-App NINA und Cell Broadcast wurde die Bevölkerung in den besonders gefährdeten Lagen in Lippstadt-Cappel, Geseke-Störmede, Geseke-Mönninghausen, Warstein-Belecke sowie Sichtigvor und Mülheim gewarnt. Überflutungen können hier nicht ausgeschlossen werden.“

Hochwasser: Der Kreis Soest rät:

  • Meiden Sie das betroffene Gebiet.
  • Informieren Sie sich in den Medien.
  • Umfahren Sie das betroffene Gebiet weiträumig.
  • Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgaragen.
  • Halten Sie Abflüsse und Schächte frei, damit das Wasser abfließen kann.
  • Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen. Schon eine geringe Wasserhöhe kann die Steuerung behindern.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Teile des Kreisgebiets weiterhin vor ergiebigem Dauerregen. Die Untere Wasserbehörde des Kreises Soest ist daher mit den kreisangehörigen Kommunen weiterhin im direkten Austausch, damit Vorsorgemaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können.

Wegen des Hochwassers sind einige Straßen im Kreisgebiet gesperrt. Stand 23 Uhr:

  • Bad Sassendorf, Gabrechter Weg
  • Ense, Haus Füchten, Füchtener Straße/Bahnübergang/Ruhrwiesen
  • Geseke, Verlarer Weg 300 m vor Verlar
  • Lippetal, Lippstädter Straße - Fahrtrichtung Lippstadt
  • Lippetal, Kessler Mühle Fahrtrichtung Lippborg
  • Lippstadt, Glaseweg
  • Lippstadt, Holzstraße
  • Soest, Thöningser Straße
  • Werl, Bergstraßer Weg
  • Wickede (Ruhr), Echthausen, Ruhrstraße

Die Stadt Geseke hat für dringende Fragen unter Tel. 0 29 42 / 9 84 28 13 ein Bürgertelefon eingerichtet.

Update von Samstag, 23. Dezember, 22.30 Uhr: Der Baubetriebshof hat die B516 gereinigt. Nach ersten Erkenntnissen hatten sich dort größere Schlammmassen über die Straße verteilt. Die Straße ist mittlerweile wieder befahrbar.

Update von Samstag, 23. Dezember, 21.13 Uhr: Wie der Warsteiner Feuerwehrsprecher soeben mitteilt, wurde die B516 zwischen Belecke und Mülheim soeben wegen Überschwemmung voll gesperrt. Der Bereich sollte weiträumig umfahren werden.

Feuerwehrleute installierten in Lippstadt ein spezielles Hochwasser-Schutzsystem.

Update von Samstag, 23. Dezember, 21.05 Uhr: Carsten Lehmann, Sprecher der Feuerwehr Warstein, berichtet zur aktuellen Lage: „Die Pegelstände steigen weiter deutlich.“ Die Möhne habe einen starken Zulauf aus dem Bereich Brilon. Im Bereich des Warsteiner Kernortes würden die Regenrückhaltebecken ihren Job gut machen, dort bestehe derzeit keine Gefahr. Im Möhnetal wurde vorsorglich die Bevölkerung gewarnt, dass es zu Überflutungen kommen könnte. „Das wurde bewusst frühzeitig getan, damit die Bürger sich entsprechend vor der Nacht darauf einstellen können, dass möglicherweise Wasser in die Keller laufen könnte“, so Lehmann.

Bislang betroffen waren unter anderem die Bio-Mühle Eiling, wo ein Silo vollgelaufen sei, das Seniorenzentrum am Kreisel in Sichtigvor sowie einige Straßen. Auf der Möhnestraße zwischen Belecke und Mülheim könne es zu Verkehrsbehinderungen kommen, da Wasser und Schlamm von den Feldern hinabgelaufen sei.

Update von Samstag, 23. Dezember, 20.30 Uhr: Es gibt weitere Warnungen vor möglichen Überflutungen - unter anderem für das Stadtgebiet Warstein, konkret in Belecke (Unterm Haane) sowie Mülheim und Sichtigvor. Der Möhne-Pegel steige und obwohl die Regenfälle aufgehört haben, könnte der Wasserstand weiter zunehmen, betont Feuerwehrsprecher Carsten Lehmann. Daher wurde die Bevölkerung in den betroffenen Bereichen per „Cell Broadcast“ gewarnt. Lehmann: „Es könnte zu Überschwemmungen in Kellern und Erdgeschossen kommen.“

Auch in den Geseker Stadtteilen Störmede und Mönninghausen könnte die Lage sich zuspitzen. Daher wurde für die Stadtteile per „Nina“-Warnapp gewarnt. Eine Überflutung könne nicht ausgeschlossen werden. Die Bevölkerung solle Vorsorgemaßnahmen treffen. „Denken Sie auch an Ihre direkten Nachbarn. Helfen Sie Kindern, älteren und mobilitätseingeschränkten Personen“, heißt es in der Warnung.

Wegen der Überschwemmungsgefahr sollten Keller oder Tiefgaragen nicht betreten werden. Außerdem sollten überflutete Straßen nicht befahren werden.

Update von Samstag, 23. Dezember, 9.10 Uhr: In Lippstadt-Cappel wurde aufgrund der Hochwasserlage ein Schutzwall errichtet. Dieser soll bei einem möglichen Deichbruch helfen und dafür sorgen, dass Keller nicht volllaufen. Mithilfe von Plastikplatten wurden Tonnen verbunden, die dann wiederum mit Wasser gefüllt werden. Viele freiwillige Helfer haben beim Aufstellen der 750 Meter langen Schutzwand geholfen.

Unwetter im Kreis Soest: Flut-Warnung für Lippstadt, Bewohner wappnen sich mit Sandsäcken

Update von Freitag, 22. Dezember, 19.40 Uhr: Die Hochwasserlage in Lippstadt spitzt sich weiter zu. Über eine Strecke von mehr als 500 Metern errichtet die Feuerwehr derzeit Hochwasserschutzbarrieren. Diese runden Sperren sollen verhindern, dass das Wasser in die Wohngebiete eindringt. Die Behörden warnen vor dem Übertritt des Flusses „Glenne“. Über 300 Einsatzkräfte befinden sich derzeit im Einsatz, darunter viele Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Malteser, die teilweise von weit her angereist sind, um schnelle Hilfe zu leisten.

Die Stadt hat Sandberge an einem zentralen Ort aufgeschüttet, an dem Bewohner seit den späten Nachmittagsstunden Sandsäcke befüllen können. Dieses Angebot wurde sehr gut angenommen, betonte das Ordnungsamt Lippstadt. Bereits über 50 Tonnen Sand wurden inzwischen säckeweise abgeholt.

Die Stadt rüstet sich mit 50 Tonnen Sand.

Unwetter im Kreis Soest: Flut-Warnung für Lippstadt

Update von Freitag, 22. Dezember, 18.20 Uhr: „Wegen des Wetters schließt der Soester Weihnachtsmarkt früher. Um 20 Uhr sollen alle Buden schließen. Die Gastronomie bleibt länger geöffnet.“ Damit endet der letzte Weihnachtsmarkt-Tag früher als geplant.

Update von Freitag, 22. Dezember, 13.20 Uhr: In Lippstadt wurde die Bevölkerung am Freitagmittag wegen einer möglichen Flut gewarnt. In der Nina-Warnung heißt es: „Eine Überflutung oder ein Bruch der Glennedeiche kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird die Bevölkerung im Umfeld der Glenne, insbesondere im Ortsteil Cappel nördlich der Beckumerstraße aufgefordert, entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Halten Sie die Notrufnummern von Feuerwehr und Polizei für Notrufe frei.“

Das betroffene Gebiet sollte unbedingt gemieden und umfahren werden. In der Warnung heißt es: „Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgaragen. Halten Sie Abflüsse und Schächte frei, damit das Wasser abfließen kann. Bereiten Sie sich auf eine Evakuierung vor. Nehmen Sie nur das Notwendigste mit, insbesondere Ausweise und Bargeld. Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen. Schon eine geringe Wasserhöhe kann die Steuerung behindern.“

Update von Freitag, 22. Dezember, 10.30 Uhr: Am Donnerstag hatten die Feuerwehren im Kreis Soest viel Arbeit mit den Folgen des Sturmtiefs. In der Rettungsleitstelle liefen stellenweise die Telefonleitungen heiß. Auch für Freitag warnt der Deutsche Wetterdienst vor dem Wetter im Kreis Soest: So gibt es für Teile des Kreises eine Warnung vor starkem Gewitter, bis zum späten Abend kann es außerdem weiter stürmen. Es ist also weiter Vorsicht geboten.

Update von Donnerstag, 21. Dezember, 20.08 Uhr: Gegen 18.30 Uhr rückte die Warsteiner Wehr zur St.-Pankratius-Kirche aus. Kurz zuvor war ein Gewitter über Warstein niedergeprasselt - eine Passantin hatte nach mehreren Blitzen einen Knall gehört und will dann Feuerschein und vermeintlichen Rauch bemerkt haben. Die Feuerwehr erkundete daraufhin, ob ein Blitz in den Kirchturm eingeschlagen war.

Update von Donnerstag, 21. Dezember, 19.34 Uhr: In Wickede ist die B63 wegen eines umgestürzten Baumes gesperrt. Mit der Baumkrone war ein fahrendes Auto kollidiert, Personen wurden nur leicht verletzt. Die Sperrung dürfte nach Angaben der Feuerwehr bis etwa 20 Uhr anhalten.

[Erstmeldung:] Kreis Soest - Auch für den Kreis Soest wurde und wird vor Sturmböen gewarnt. Warum, das zeigte und zeigt sich bereits an einigen Stellen im Kreis Soest. Nahezu alle Feuerwehren aus den 14 Kommunen des Kreises mussten bereits wegen umgestürzter Bäume oder anderer Folgen von Sturm und Dauerregen ausrücken.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Kreis Soest bereits am Mittag eine Unwetterwarnung vor ergiebigem Dauerregen (in Staulagen bis zu 100 Liter auf den Quadratmeter) herausgegeben. Außerdem wird vor Sturmböen gewarnt, die im Laufe des Donnerstags noch stärker werden können. „Es können zum Beispiel einzelne Äste herabstürzen. Achten Sie besonders auf herabfallende Gegenstände.“

Bürgermeister: Feuerwehren bereiten sich „auf eine unruhige Nacht“ vor

Bad Sassendorfs Bürgermeister Malte Dahlhoff hatte bereits am frühen Nachmittag erklärt, dass die Feuerwehren sich „auf eine unruhige Nacht vorbereiten“. Wer nicht unbedingt vor die Tür muss, sollte im Haus bleiben, wird vielfach betont. Vor allem sollten Wälder unbedingt gemieden werden.

Sturm im Kreis Soest: Weihnachtsmarkt bleibt erst einmal offen

Der Soester Weihnachtsmarkt läuft im Gegensatz zu anderen Weihnachtsmärkten in der Region weiter. Marktmeister Michael Schiewe erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion: „Den Weihnachtsmarkt lassen wir auf, bis jetzt ist es doch nur ein bisschen Wind. Wir hatten hier auf dem Markt schon deutlich schlimmere Winde. Wir machen erst einmal weiter. Sollte sich das dramatisch verschlimmern, wäre hier aber in fünf Minuten alles zu. Genau für solche Situation haben wir unsere Notfallpläne - im Ernstfall würde das ganz schnell gehen.“ Unter anderem in Hamm wurde der Weihnachtsmarkt vorsichtshalber geschlossen. Wir berichten weiter.

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