Holland-Fans stranden am Bahnhof – „Bis nach Mitternacht in Dortmund“
VonMarvin K. Hoffmann
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In Dortmund war wegen EM-Halbfinales zwischen den Niederlanden und England die Hölle los. Bei der Abreise gab es Probleme. Die konnten allerdings gelöst werden.
Dortmund – Was für ein EM-Halbfinale! Sportlich auf dem Platz wie auch rundherum in der gesamten Stadt. Ganz Dortmund war eine einzige Party. Doch so wie die Engländer bis zum Last-Minute-Treffer zum 2:1-Sieg durch Ollie Watkins lange warten mussten, so wurden auch die niederländischen Fans nach Abpfiff auf eine Geduldsprobe gestellt – die Abreise gestaltete sich mitunter als schwierig.
Holland-Fans stranden am Hbf – „Bis nach Mitternacht in Dortmund“
In den sozialen Medien ist unter anderem ein Video zu sehen, das zahlreiche Niederlande- und einige England-Anhänger um 1.20 Uhr in der Nacht von Mittwoch, 10. Juli, auf Donnerstag an überfüllten Bahnsteigen des Dortmunder Hbf zeigen soll. Augenscheinlich waren sie dort gestrandet. Komplett verifizieren lässt sich das nicht. Es verfestigt aber den Gesamteindruck, den die Abreise hinterlassen hat.
Dortmund ist orange: Holland-Fans feiern wilde EM-Party
Bis tief in die Nacht kreiste ein Hubschrauber über Dortmund, immer wieder waren hupende Autos und Stimmen von Menschen, die dem englischen oder niederländischen Fanlager zugeordnet werden konnten, im Stadtgebiet zu hören. Dass bei solchen Menschenmassen zu derartigen Verzögerungen kommt und kommen kann, ist jedoch keineswegs ungewöhnlich.
Polizei Dortmund zieht positive Bilanz nach EM-Halbfinale
Dass es dabei mitunter nicht immer nur friedlich und abfallfrei zugehen kann, dürfte ebenfalls klar sein. „Man muss das auch in Relation sehen“, ordnet Polizeiführer Achim Stankowitz die Auseinandersetzungen in die Abschlussbilanz ein: „Das Gros der Menschen ist völlig friedlich geblieben, und darüber freuen wir uns. Dass es an ein paar Orten zu Auseinandersetzungen kommt, ist bei so einer großen Menschenmenge und den Emotionen bei einer Fußballbegegnung kaum zu verhindern. Wichtig war, dass wir zeitnah vor Ort waren und weitere Eskalationen dank unseres schnellen Eingreifens sofort unterbinden konnten.“
Und für immer musste dann schließlich auch kein Fußballfan in Dortmund, wo es zu einem kuriosen Vorfall beim Public Viewing gekommen ist, verweilen. „Nach dem Schlusspfiff setzte sich der Abreiseverkehr beider Fanlager zügig in Gang. Dies sorgte nochmals für starke Verkehrseinschränkungen, sowohl auf der A40 in Richtung Essen als auch auf zahlreichen weiteren Straßen in Dortmund. Unter anderem musste der Königswall zwischenzeitlich aufgrund der Menschenmassen gesperrt werden“, erklärt die Polizei Dortmund.
Nach und nach schaffte es trotzdem jeder nach Hause, wo vielleicht manch ein holländischer Fan müde ins Bettchen fiel und immer wieder Dank Englands Watkins und dessen Lucky Punch aus einem unruhigen Schlaf hochschreckte – der Traum vom Finale war damit nämlich geplatzt.