Für mehr Besucher

Hundeverbot auf Wochenmarkt soll aufgehoben werden – „kein Problem damit“

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Bald mit Hund? Die Schnüffelnasen könnten auch dem Gemüsestand demnächst sehr nahe kommen. Aktuell befindet sich der Wochenmarkt wegen des Weihnachtsmarktes auf dem Santa-Monica-Platz.

Um der sinkenden Besucherzahl entgegenzuwirken, will die Stadt Hamm das Hundeverbot auf dem Wochenmarkt lockern. Die Reaktionen sind gemischt.

Hamm – Die Stadt plant eine Satzungsänderung des Wochenmarktes, um der schwindenden Besucherzahl entgegenzuwirken. Dazu gehört auch die Aufhebung des Hundeverbots. Radio Lippewelle berichtete kürzlich als Erstes darüber. Die Maßnahme solle neue Kunden anziehen und sie dann auch länger vor Ort halten. Am 10. Dezember könnte die neue Satzungsänderung vom Rat beschlossen werden.

Wa.de hat sich dazu auf dem Wochenmarkt auf dem Santa-Monica-Platz umgehört, der sich aufgrund des Weihnachtsmarktes bis Ende Dezember dort befindet. Was für Einstellungen legen die Verkäufer gegenüber der geplanten Änderung an den Tag? Welche Reaktionen der Kunden werden erwartet?

Hundeverbot auf Wochenmarkt in Hamm soll aufgehoben werden – „kein Problem damit“

Richard Krause vom Fischstand „Der Frischeprofi“ ist Hundefreund.

Insgesamt sind sich die Händler größtenteils einig darüber, dass das Vorhaben unproblematisch ist, solange die Hunde ein gewisses Maß an Abstand zu den Ständen wahren. Auch Richard Krause vom Fischstand „Der Frischeprofi“ ist dieser Ansicht: „Ich habe kein Problem damit.“ Seiner Erfahrung nach würden Kunden darauf achtgeben. Krause, selbst Hundeliebhaber, gehe von überwiegend positiven Reaktionen der Kunden aus. Bei den Markthändlern besteht größtenteils Konsens darüber, dass ein diszipliniertes Verhalten der Hunde notwendig für die Zufriedenheit der Marktbesucher sei.

Verkaufsstand sieht Aufhebung des Hundeverbots kritisch – mehr Besucher?

Anders als die anderen Händler besitzt der Obst- und Gemüsestand keine Glasscheiben zur hygienischen Abtrennung. Prinzipiell gebe keine Einwände gegen die Aufhebung des Verbots, so die Verkäuferin. Problematisch sei es jedoch, wenn Hunde von ihren Besitzern auf dem Arm getragen werden, da teilweise aufgeschnittenes Probierobst ausgelegt werde. Auch die Größe der Hunde spiele dann eine Rolle.

Am Verkaufsstand der Fleischerei Kolata äußert man sich gegenüber der geplanten Neuerung skeptischer. Auch im Supermarkt würden Hunde nicht mitgeführt werden. Warum dann auf dem Wochenmarkt? Ebenso wenig werde eine steigende Besucherzahl vermutet. Diese Annahme teilt Christiane Kaiser vom Käsestand nicht. Aufgrund einer generell wachsenden Hundebesitzerzahl rechne sie mit mehr Kunden.

Aufhebung des Hundeverbots sorgte anderswo für heftige Diskussionen

Bislang fielen Hunde in der Wochenmarktsatzung der Stadt Hamm unter den Paragrafen 14, Marktstörungen. Darin heißt es: „Es ist untersagt, Tiere, ausgenommen Blindenhunde, mitzubringen oder dort umherlaufen zu lassen.“ Seit 1990 wurde daran nicht geruckelt – dies kann sich am 10. Dezember ändern.

In anderen Städten hatten ähnliche Vorhaben im Übrigen für heftige Diskussionen gesorgt, mancherorts ist das Mitführen von Hunden längst Normalität. In Münster am Dom hingegen, einem der größten und traditionsreichsten Märkte, ist das Mitführen von Hunden nicht erlaubt. Für den Dortmunder Innenstadt-Markt gilt das ebenfalls.

Luisa Fleige und Isabel Brinkmann

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