Hundstage sollen die große Hitze bringen – Prognose für NRW zunächst eindeutig
VonHannah Decke
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Die „Hundstage“ stehen bevor. Laut Bauernregel erwarten uns in dem Zeitraum die heißesten Tage des Jahres. Ein Mythos? Die Prognose für NRW.
Hamm - Es gibt unzählige Bauernregeln und Volksweisheiten rund um das Wetter. Von den Eisheiligen über den Siebenschläfertag bis hin zu den Hundstagen, die am 23. Juli beginnen und einen Monat lang andauern. In dieser Zeit sollen es die heißesten Tage des Jahres geben. Nur ein Mythos? Für den Start der „Hundstage“ ist die Prognose für NRW jedenfalls eindeutig.
Zunächst zur Herkunft des Namens: Die „Hundstage“ haben nichts mit dem geliebten Vierbeiner zu tun. Namensgebend ist der Stern Sirius, dessen heliakischer Aufgang vor rund 2000 Jahren im Sternenbild „Großen Hund“ zu beobachten war. Das war um den 20. Juli. Im alten Griechenland wurde dann ein Zusammenhang zwischen der Wiederkehr von Sirius und den Tagen der größten Sommerhitze hergestellt. „Mitte Juli bis Mitte August (gregorianisch) war und ist in Griechenland die heißeste Zeit des Jahres“, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD).
Prognose für die Hundstage 2025: In NRW ist die Lage zunächst eindeutig
Doch was sagen Meteorologen zu dem Glauben, dass an den Hundstagen die heißesten Tage des Jahres bevorstehen? Klar ist: Die Tage halten längst nicht, was der Mythos verspricht. „Die vieljährigen Wetterstatistiken weisen ausgerechnet für den Kern-Zeitraum der Hundstage (28.7. bis 7.8.) in Mitteleuropa unbeständige Südwestwetterlagen aus“, erklären die Experten vom DWD. Das bedeutet: unbeständiges, mäßig warmes Wetter mit teils gewittrigen Regenfällen.
Und so scheint auch der Beginn der Hundstage 2025 in NRW auszufallen: Am Mittwoch, 23. Juli, sagt der DWD einen Wechsel aus Sonne und dichteren Quellwolken voraus, es gibt Schauer und Gewitter bei Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad. Die Prognosen für den 24. und 25. Juli fallen ähnlich aus, immer wieder regnet es. Ein Blick auf die 10-Tage-Vorhersage des DWD für Düsseldorf bis zum 29. Juli zeichnet ein ähnliches Bild, wenn auch zum Ende des Monats mit weniger Niederschlag. Die große Hitze, wie zuletzt etwa Anfang Juli, scheint es bis August zumindest nicht zu geben.
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW
Eine seriöse Prognose für den August ist laut Wetteronline noch nicht möglich. Wie eine Sprecherin auf Nachfrage von wa.de mitteilt, seien „sowohl eine Fortsetzung des wechselhaften Wetters als auch erneute Hitzewellen möglich“. Grundsätzlich gelte, dass man für das Wetter über 4 Tage hinaus nur Trends zur wahrscheinlichen Entwicklung abschätzen könne. Für eine verlässliche Prognose sei es aktuell „einfach viel zu früh“.
Deutscher Hitzerekord in NRW während der Hundstage
Die Hundstage hatten in den vergangenen Jahren durchaus ordentliche Hitzetage im Gepäck. Im Jahr 2019 wurde an zwei Orten in NRW, Duisburg und Tönisvorst, während der Hundstage am 25. Juli ein neuer Hitzerekord für Deutschland gemessen: 41,2 Grad.
„Dass die höchsten Temperaturen des Jahres oft genau in diese Zeit fallen, ist jedoch kein Ausdruck einer meteorologischen Singularität – also keiner typischen Wetterlage, die regelmäßig zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr auftritt“, erklärt Wetteronline. Vielmehr sei die Häufung extremer Hitze meteorologisch damit zu erklären, dass in dieser Phase der Sommerhalbkugel die maximale Erwärmung erreicht ist und der Sonnenstand besonders hoch liegt. „Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit für sehr heiße Tage in diesem Zeitraum also besonders groß“, so die Wetter-Experten.