Einsätze auch noch am Folgetag

Unwetter trifft Kreis in NRW hart – 217 Einsätze in 20 Stunden

Das Unwetter in NRW hat massive Schäden hinterlassen. Hunderte Notrufe gingen bei Polizei und Feuerwehr ein. Die Feuerwehr war noch bis Sonntagnachmittag im Einsatz.

Update vom 15. Juni, 20:30 Uhr: Es waren anstrengende Einsatzstunden für die Feuerwehr in Paderborn: Nach neuen Angaben seien die Einsatzkräfte zwischen Samstagabend, 19.30 Uhr, und Sonntagnachmittag, 15.30 Uhr, zu insgesamt 217 Einsätzen ausgerückt. „Der überwiegende Anteil der Einsätze (195) wurde bis Sonntagmorgen 8 Uhr geleistet. Nach 8 Uhr wurden die Kräfte zu weiteren 22 Einsätzen alarmiert“, heißt es von der Feuerwehr. Auch die Einsatzkräfte des THW Ortsverbandes Paderborn unterstützen bis ca. 14 Uhr bei Abpumparbeiten.

Die Bilanz ist beträchtlich: 20 Stunden, ca. 200 Einsatzkräfte und 217 Einsätze. Es gab vollgelaufene Kellerräume, Tiefgaragen und Aufzugschächte, umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und ähnliche Gefahrenstellen im Kernstadtbereich, heißt es. Zudem wurde ein überfluteter PKW in einem gefüllten Regenrückhaltebecken geborgen – darin befanden sich glücklicherweise aber keine Personen mehr.

Erstmeldung: Paderborn – Die schweren Gewitter, die in der Nacht zum Sonntag über NRW gezogen sind, forderten die Einsatzkräfte vielerorts bis an ihre Grenzen. Besonders Paderborn traf es schwer. Dort musste die Feuerwehr zwischen 19:30 Uhr und kurz nach 5:00 Uhr morgens zu mehr als 191 Einsätzen ausrücken.

Unwetter verwüstet Paderborn: Mehr als 400 Notrufe bei der Polizei

Die lokale Polizei verzeichnete allein in den ersten drei Stunden ab 19 Uhr mehr als 400 Notrufe, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Trotz der Intensität des Unwetters habe es jedoch keine Verletzten gegeben.

Menschen schieben ein Auto durch eine überflutete Straße. Ein schweres Unwetter hat am frühen Samstagabend große Teile des Kreisgebiets Paderborn getroffen.

Die Bewältigung der Unwetterfolgen erforderte viele Einsätze. Rund 150 Kräfte, darunter auch Mitglieder des Technischen Hilfswerks, kämpften gegen vollgelaufene Keller, reagierten auf ausgelöste Brandmeldeanlagen und befreiten Menschen aus Notlagen. Die Wassermassen richteten erhebliche Schäden an.

Das Dach einer Produktionshalle stürzte teilweise ein und das dortige Sprinklersystem wurde zerstört. Auch das Paderborner Krankenhaus blieb nicht verschont – eindringendes Wasser führte zu Einschränkungen im Aufzugbetrieb, so die Feuerwehr. Auf dem Universitätsgelände wurden zahlreiche Einrichtungsgegenstände durch das Unwetter beschädigt.

Meldungen eines Tornados in NRW-Stadt

Medienberichten zufolge soll in Altenbeken sogar ein Tornado gewütet haben. Der Deutsche Wetterdienst überprüft diese Meldungen derzeit noch und hat sie bislang nicht bestätigt.

Die Unwetter trafen auch andere Teile von Nordrhein-Westfalen. In Detmold musste die Feuerwehr fünf Einsätze bewältigen, darunter umgestürzte Bäume, verschlammte Fahrbahnen und blockierte Verkehrswege. Die Polizei Bielefeld rückte zu zwei witterungsbedingten Vorfällen auf der A3 aus. In Gymnich im Rhein-Erft-Kreis schlug ein Blitz in ein Hausdach ein und löste einen Brand aus. Auch hier gab es nach Polizeiangaben keine Verletzten. - sjes/dpa

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